Expertenforum - Erstattung AAG bei Beschäftigungsverbot aus Umlage 2

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Profitieren Sie rund um den Jahreswechsel von einem besonderen Angebot. Stellen Sie auch Fragen zum Steuer- und Arbeitsrecht, die Bezug zum Sozialversicherungsrecht haben. Ihre Frage wird dann direkt von unseren externen Steuer- und Arbeitsrechtsexperten beantwortet.

  • 01
    Erstattung AAG bei Beschäftigungsverbot aus Umlage 2

    Hallo Expertenteam,

    es liegt ein individuelles Beschäftigungsverbot außerhalb der Mutterschutzfristen (hier vor Geburt) von einer schwangeren Mitarbeiterin vor. Ihr Monatsbrutto liegt oberhalb der KV-Beitragsbemessungsgrenze, aber unterhalb der RV-Beitragsbemessungsgrenze, sie ist privat kranken- und pflegeversichert. Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge werden an die AOK abgeführt. Der Arbeitgeber bekommt aus der Umlageversicherung Mutterschaft das fortgezahlte Entgelt (in diesem Fall 6.185 €) plus die AG-Anteile zur Sozialversicherung (KV, PV, RV, AV) in tatsächlicher Höhe erstattet. Die AG-Beiträge in die Umlageversicherungen sind nicht erstattungsfähig.

    Wir haben folgende Frage zur Berechnung der Höhe der erstattungsfähigen AG-Anteile zur Sozialversicherung:

    Das fortgezahlte Entgelt liegt unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze RV (7.10,00 €), deshalb ist der Gesamt-Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung (KV 7,85% + PV 1,525% + RV 9,3% + AV 1,2% = 19,875%) in Höhe von 1.229,27 € (6.185,00 € x 19,875%) erstattungsfähig. Der Gesamterstattungsbetrag der AAG beläuft sich somit nach unserer Auffassung auf 7.414,27 €. Ist unsere Berechnung korrekt? Unser Lohnprogramm berechnet nämlich einen viel geringeren AG-Anteil Sozialversicherung.

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

     

  • 02
    RE: Erstattung AAG bei Beschäftigungsverbot aus Umlage 2

    Hallo HAyStahl,
     
    das vom Arbeitgeber fortgezahlte Arbeitsentgelt bei Beschäftigungsverboten nach § 18 Mutterschutzgesetz (MuschG) ist nach den Regelungen des Aufwendungsausgleichsgesetzes grundsätzlich in vollem Umfang grundsätzlich erstattungsfähig.
     
    Während das erstattungsfähige Arbeitsentgelt nicht auf eine der Beitragsbemessungsgrenzen zu begrenzen ist, werden die erstattungsfähigen Arbeitgeberbeitragsanteile bei Überschreiten auf die jeweilige Beitragsbemessungsgrenze begrenzt.
     
    Hierbei kann die Satzung der jeweiligen Krankenkasse festlegen, dass die Arbeitgeberanteile
    a) pauschal, ohne die Beitragsbemessungsgrenze zu beachten, oder
    b) unter Beachtung der Beitragsbemessungsgrenze pauschal oder nach den tatsächlichen Beitragsanteilen des von den Arbeitgebern zu tragenden Teils des Gesamtsozialversicherungsbeitrags für das nach § 18 MuSchG gezahlte Arbeitsentgelt erstattet werden.
     
    Darüber hinaus können auch die Beitragszuschüsse des Arbeitgebers zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung geltend gemacht werden.
     
    Da wir uns im Rahmen dieses bundesweiten AOK-Forums nicht zur satzungsbedingten  Vorgehensweise einzelner AOK’en im Rahmen des U2-Erstattungsverfahren äußern können, empfehlen wir Ihnen, sich zur Klärung der Erstattungshöhe direkt mit der zuständigen AOK vor Ort in Verbindung zu setzen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenforum
     
     
     

Kontakt zur AOK AOK/Region wählen
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.