Expertenforum - Ermittlung SV-Beiträge bei Mehrfachbeschäftigung insgesamt über BMG

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  • 01
    Ermittlung SV-Beiträge bei Mehrfachbeschäftigung insgesamt über BMG

    Ein AN hat zwei Beschäftigungsverhältnis.

    Jedes einzelne unter der BMG von mtl. 4.837,50 €, beide zusammen darüber.

    Müssen beide Arbeitgeber berücksichtigen, dass es eine Mehrfachbeschäftigung gibt und beide eine anteilige Ermittlung berücksichtigen?

    Was ist wenn beide Arbeitgeber aus Unkenntnis nicht vom gleichen beitragspflichtigen Gesamtentgelt ausgehen? Ist dann eine rückwirkende Korrektur verpflichtend bzw. empfehlenswert?

  • 02
    RE: Ermittlung SV-Beiträge bei Mehrfachbeschäftigung insgesamt über BMG

    Guten Tag,
     
    das Verfahren zum sog. Qualifizierten Meldedialog hat sich zum 01.01.2015 dahingehend geändert, dass der Austausch zwischen Krankenkassen und Arbeitgebern für Zeiträume ab 01.01.2015 grundsätzlich rückschauend nach Vorliegen der Entgeltmeldungen und ausschließlich auf Anforderung der Krankenkasse durchgeführt wird. Stellt die Krankenkasse nach Eingang der Entgeltmeldungen (z. B. einer Ab- oder Jahresmeldung) fest, dass das Gesamtentgelt oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt, fordert sie sog. Monatsmeldungen bei den beteiligten Arbeitgebern an. Die Angabe des Kennzeichens „Mehrfachbeschäftigung“ in den Meldungen hat hingegen keine Auswirkung auf dieses Verfahren und ist zum 01.01.2021 weggefallen.

    Liegen die Monatsmeldungen von allen Arbeitgebern vollständig vor, erfolgt eine Rückmeldung über das Gesamtentgelt an den Arbeitgeber. Aufgrund dieser Krankenkassenmeldung sind die jeweiligen Arbeitgeber in der Lage, den auf sie entfallenden beitragspflichtigen Anteil des Arbeitsentgelts nach den Grundsätzen des § 22 Abs. 2 SGB IV festzustellen, hiervon Gesamtsozialversicherungsbeiträge und Umlagen zu berechnen und ggf. die für die entsprechenden Zeiträume bereits gezahlten Gesamtsozialversicherungsbeiträge und Umlagen nachträglich zu korrigieren.

    Es wird jedoch für zulässig erachtet, wenn der Arbeitgeber bereits im Vorgriff im monatlichen Verfahren der Beitragsberechnung eine Aufteilung der beitragspflichtigen Einnahmen nach den Grundsätzen des § 22 Abs. 2 SGB IV vornimmt, vorausgesetzt der Arbeitnehmer teilt ihm das Arbeitsentgelt aus weiteren Beschäftigungen mit. Sollte die Krankenkasse in diesen Fällen dennoch GKV-Monatsmeldungen anfordern, hat der Arbeitgeber mithin sicherzustellen, dass das tatsächliche Arbeitsentgelt ohne die von ihm vorgenommene Aufteilung der beitragspflichtigen Einnahmen in die GKV-Monatsmeldung einfließt und ferner eine Korrektur der Beitragsaufteilung vorgenommen wird, wenn die Krankenkasse andere als die ursprünglich vom Arbeitgeber zur Beitragsberechnung herangezogenen Werte mitteilt. Dies gilt im Übrigen auch im Fall einer auf Antrag erfolgten Beitragserstattung.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     
     

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