Expertenforum - Entgeltfortzahlung - Hinzutritt einer weiteren Erkrankung

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  • 01
    Entgeltfortzahlung - Hinzutritt einer weiteren Erkrankung

    Sehr geehrte Damen und Herren,


    eine Mitarbeiterin ist auf einer längeren stationären med. RehaMaßnahme ( 7 Wochen) und überschreitet bereits die 42 Tage EFZ.


    Während der Maßnahme erkrankt sie zusätzlich an einer weiteren Krankheit (Zeckenbiss), sodass sie mit Antibiotika behandelt werden muss.


    Am regulären Entlassungstag schreibt sie dann ihr Hausarzt noch ein paar Tage krank, da sie noch Antibiotika nehmen muss.


    Wir gehen hier doch von einer nach 42 Tagen endenden EFZ aus, da die weitere Erkrankung "hinzu" getreten ist und auch für sich gesehen eine AU bedingt.


    Sehen wir das richtig?

  • 02
    RE: Entgeltfortzahlung - Hinzutritt einer weiteren Erkrankung

    Hallo Klinikum,
     
    da Ihre Fragestellung zur Entgeltfortzahlung zum einen vordergründig das Arbeitsrecht betrifft und zum anderen die uns zur konkreten Beantwortung notwendigen Unterlagen (AU-Bescheinigungen, Diagnosen, Arztberichte etc.) nicht zur Verfügung stehen, bitten wir um Verständnis, dass wir im Rahmen dieses Forums nur eine allgemeine Stellungnahme zu Ihrem Sachverhalt abgeben können.
     
    Wenn nach den Regelungen des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG) zu einer bestehenden Arbeitsunfähigkeit eine weitere Erkrankung mit einer anderen Diagnose „hinzutritt“, handelt es sich um eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit, so dass aufgrund der hinzugetretenen Erkrankung nicht erneut für 6 Wochen Entgeltfortzahlung zu leisten ist (Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 2.2.1994).
     
    Nur dann, wenn zwei voneinander völlig unabhängige (in ihrer Ursache und zeitlichen Abfolge deutlich getrennte) Arbeitsunfähigkeitsfälle vorliegen, beginnt mit dem 2. Fall ein neuer, wiederum 6 Wochen umfassender Anspruch auf Entgeltfortzahlung.
     
    Zusammenfassend gilt Folgendes: Selbstständige Verhinderungstatbestände bestehen, wenn der Arbeitnehmer zwischen den beiden Erkrankungen arbeitsfähig war und gearbeitet hat oder nur deswegen nicht arbeiten konnte, weil die Zeit der Arbeitsfähigkeit (u.U. nur wenige Stunden) außerhalb der Arbeitszeit lag.
     
    Letztlich kann Ihre Frage nur die zuständige Krankenkasse anhand der dort vorliegenden Unterlagen verbindlich beantworten. Wir empfehlen, sich mit der zuständigen Krankenkasse in Verbindung zu setzen, um mit dieser den Sachverhalt abschließend zu klären.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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