Expertenforum - Einmalzahlung nach Aussteuerung

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  • 01
    Einmalzahlung nach Aussteuerung

    Guten Tag,


    ein Mitarbeiter, der bereits zum 2. Februar 2021 ausgesteuert wurde, beendet zum 30.9.2021 das Arbeitsverhältnis (vorzeitige Altersrente ab 1.10.). Bis Ende August bestand die Krankheit bzw. Arbeitsunfähigkeit weiter, es sind keinerlei Bezüge gezahlt worden. Es soll jedoch im September eine Urlaubsabgeltung für nicht genommenen Urlaub (3400 €) gezahlt werden. Hat hier noch eine Sondermeldung/Meldung einmalig gezahltes Entgelt zu erfolgen?


    Mit freundlichen Grüßen

     

  • 02
    RE: Einmalzahlung nach Aussteuerung

    Guten Tag,
     
    Einmalzahlungen, u.a. Urlaubsabgeltungen, werden für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge dem Abrechnungsmonat zugeordnet, in dem sie ausgezahlt werden. Auf die Fälligkeit der Zuwendung kommt es dabei nicht an.
     
    Wird eine Einmalzahlung (z. B. eine Urlaubsabgeltung) während eines laufenden Beschäftigungsverhältnisses gezahlt, ist sie dem Monat der Auszahlung zuzuordnen. Ein laufendes Beschäftigungsverhältnis in diesem Sinn liegt auch während einer beitragsfreien Zeit wegen des Bezugs einer Sozialleistung (z. B. Krankengeld) vor. 

    Einmalzahlungen sind beitragsrechtlich zu berücksichtigen, soweit das bisher gezahlte beitragspflichtige Arbeitsentgelt die anteilige Beitragsbemessungsgrenze nicht erreicht. Die anteilige Beitragsbemessungsgrenze wird für die Beschäftigungszeiten gebildet, die im laufenden Jahr bei dem Arbeitgeber zurückgelegt wurden, der die Einmalzahlung gewährt.
     
    Wird eine Einmalzahlung erst nach Ende der Beschäftigung ausgezahlt, so wird diese dem letzten Entgeltabrechnungszeitraum desselben Kalenderjahres hinzugerechnet. Haben Sie in dem Kalenderjahr der Auszahlung noch kein laufendes Arbeitsentgelt gezahlt und liegen in dem laufenden Jahr keine SV-Tage vor, ist die Einmalzahlung grundsätzlich beitragsfrei.
     
    In Ihrem Fall wurde der Arbeitnehmer am 02.02.2021 aussteuert, das Arbeitsverhältnis endet jedoch erst zum 30.09.2021. Die Einmalzahlung ist grds. dem September zuzuordnen. Kommt es zu einer Lücke zwischen Aussteuerung und Kündigung und ist die Arbeitnehmerin freigestellt, fallen SV-Tage an und die Urlaubsabgeltung wäre nicht beitragsfrei zu beurteilen.
     
    Nach § 7 Abs. 3 Satz 1 Sozialgesetzbuch (SGB) IV gilt eine Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt als fortbestehend, solange das Beschäftigungsverhältnis ohne Anspruch auf Arbeitsentgelt fortdauert (z. B. nach dem Ende des Krankengeldbezugs), jedoch nicht länger als einen Monat. Wir unterstellen, dass Sie die Abmeldung nach Ablauf des Monats ohne Arbeitsentgelt erstellt haben (Abmeldung mit Grund 34 vom 03.02. – 02.03.2021)
    Die Vorschrift des § 7 Abs. 3 Satz 1 SGB IV hat mittelbar Auswirkungen auf die Beitragsberechnung und gegebenenfalls auf die Höhe der zu zahlenden Beiträge. Das zeitlich begrenzte Fortbestehen des Beschäftigungsverhältnisses für Zeiten der Arbeitsunterbrechung ohne Anspruch auf Arbeitsentgelt ist nicht als beitragsfreie, sondern als dem Grunde nach beitragspflichtige Zeit zu werten. Für diese Zeit der Arbeitsunterbrechung sind Sozialversicherungstage (SV-Tage) anzusetzen. Dementsprechend sind diese Tage bei der Ermittlung der anteiligen Jahresbeitragsbemessungsgrenzen nach § 23a Abs. 3 Satz 2 SGB IV im Rahmen der beitragsrechtlichen Behandlung von Einmalzahlungen zu berücksichtigen.

    Die 34er Meldung ist entsprechend des von Ihnen ermittelten beitragspflichtigen Arbeitsentgelts (anhand der SV-Tage) nachzumelden.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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