Expertenforum - Einmalzahlung an bereits ausgeschiedene Mitarbeiter

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  • 01
    Einmalzahlung an bereits ausgeschiedene Mitarbeiter
    Sehr geehrtes Expertenforum,

    ich hätte ein paar Fragen zur Beitragspflicht von Einmalzahlungen für bereits ausgeschiedene Mitarbeiter.

    Hier folgende Sachverhalte:
    Ein Mitarbeiter befindet sich seit Oktober 2019 im Krankengeldbezug und bekommt im Juni 2020 eine Einmalzahlung (Leistungsentgelt 2019) ausbezahlt. Er erhielt nur im Januar 2020 einen Krankengeldzuschuss, allerdings floss im ganzen Jahr 2020 bisher kein laufendes Arbeitsentgelt. Ist diese Einmalzahlung beitragsfrei dem Monat Juni zuzuordnen?

    Ist Beschäftigten, die in der Zeit von Januar 2020 bis Mai 2020 ausgeschieden sind und dieselbe Einmalzahlung im Juni 2020 erhalten, diese Einmalzahlung dem letzten individuellen Entgeltabrechnungszeitraum (letzter Beschäftigungsmonat) des Jahres 2020 zuzuordnen?

    Wird einem Beschäftigten, der am 31.12.2019 ausgeschieden ist, die im Juni 2020 fällige Einmalzahlung dem Monat Dezember (=letzter Abrechnungsmonat) zugeordnet?

    Welche Folgen (Sozialversicherungsbeiträge/Steuer) ergeben sich für den Beschäftigten, wenn die Einmalzahlung dem Vorjahr zugeordnet wird?
  • 02
    RE: Einmalzahlung an bereits ausgeschiedene Mitarbeiter

    Hallo Lena,

     

    wird eine Einmalzahlung während eines laufenden Beschäftigungsverhältnisses gezahlt, wird sie dem Monat der Auszahlung zugeordnet. Ein laufendes Beschäftigungsverhältnis in diesem Sinn liegt auch während einer beitragsfreien Zeit wegen des Bezugs einer Sozialleistung (z.B. Krankengeld) vor.

    Einmalzahlungen sind zu berücksichtigen, soweit das bisher gezahlte beitragspflichtige Arbeitsentgelt die anteilige Beitragsbemessungsgrenze nicht erreicht. Die anteilige Beitragsbemessungsgrenze wird für die Beschäftigungszeiten gebildet, die im laufenden Jahr bei dem Arbeitgeber zurückgelegt wurden, der die Einmalzahlung gewährt.

    Entscheidend für die Bestimmung der anteiligen Beitragsbemessungsgrenzen sind die sog. Sozialversicherungstage (SV-Tage). Dabei handelt es sich um die anzurechnenden beitragspflichtigen Tage. Volle Kalendermonate sind mit 30 Tagen anzusetzen, Teilmonate sind mit den tatsächlichen Tagen zu berücksichtigen.

    Auszuklammern sind beitragsfreie Tage, also Zeiten, in denen z.B. ein Anspruch auf Krankengeld besteht.

     

    Da in Ihrer ersten Fallkonstellation für das laufende Kalenderjahr bis zum Auszahlungszeitpunkt im Juni 2020 keine SV-Tage vorliegen, ist die Einmalzahlung beitragsfrei abzurechnen.

     

    Wird eine Einmalzahlung - wie in Ihrer zweiten Konstellation - nach dem Ende eines Beschäftigungsverhältnisses gezahlt, erfolgt die Zuordnung grds. zum letzten individuellen Entgeltabrechnungszeitraum im laufenden Kalenderjahr (z.B.: Januar 2020).

     

    Sofern das Beschäftigungsverhältnis - wie in Ihrer dritten Konstellation - bereits im Vorjahr geendet hat und eine Einmalzahlung erst nach dem ersten Quartal des Folgejahres gezahlt wird, ist sie beitragsfrei zu beurteilen.

     

    Sofern eine Einmalzahlung im Rahmen der Märzklausel dem Vorjahr zuzuordnen ist, sind die Verhältnisse im Zuordnungsmonat für die Beitragsberechnung maßgebend. Es gelten also in einem solchen Fall die Beitragssätze und Beitragsbemessungsgrenzen des Vorjahres.

     

    Zu eventuellen steuerlichen Konsequenzen einer Zuordnung zum Vorjahr befragen Sie bitte das zuständige Finanzamt.

     

    Mit freundlichen Grüßen

     

    Ihr Expertenteam

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