Expertenforum - Digitale Nomaden

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  • 01
    Digitale Nomaden

    Guten Tag meine Damen und Herren,

    ein Mandant von uns mit Sitz in Deutschland möchte einer Mitarbeiterin ermöglichen als sogenannte digitale Nomadin in Portugal tätig sein.

    Dies bedeutet, ihr Arbeitsort ist nicht weiterhin das Büro in Deutschland, sondern sie arbeitet weiterhin für den in Deutschland ansässigen Arbeitgeber remote an einem anderen Ort (Madeira / Portugal)

    Eine Einstufung als eine Entsendung ins Ausland ist leider nicht möglich, da der Arbeitgeber nur in Deutschland ansässig ist.

    Nach m. E könnte man eine Auslandskrankenversicherung empfehlen, die in der Regel ab einer Reisedauer von 3 Monaten und teilweise bis zu 5 Jahre gültig wäre.

    Vielleicht könnte man das Problem in der Rentenversicherung und der Arbeitslosenversicherung mit einer freiwilligen Weiterversicherung lösen?

    Für eine Einschätzung Iherseits im Voraus vielen Dank!

     

  • 02
    RE: Digitale Nomaden

    Hallo Herr Stahl,

    eine Entsendung kann unter bestimmten Bedingungen auch bei mobilem Arbeiten vorliegen, wenn die Initiative für den Auslandsaufenthalt von der beschäftigten Person und nicht wie sonst üblich, vom Arbeitgeber ausgeht.

    Die Motive für eine Tätigkeit während eines Auslandsaufenthalts können vielfältig sein. Dies kann der verlängerte Urlaub sein oder die Notwendigkeit, für einen begrenzten Zeitraum die Betreuung eines Familienangehörigen in einem Staat der EU, des EWR, der Schweiz oder dem Vereinigten Königreich sicherzustellen. Allen gemein ist der Wunsch der beschäftigten Person, sich vorübergehend im anderen Mitgliedstaat aufzuhalten und während dieser Zeit weiterhin für den Arbeitgeber in Deutschland zu arbeiten.

    Grundsätzlich unterliegt eine Person, die eine Beschäftigung innerhalb eines Mitgliedstaates ausübt, den Rechtsvorschriften über soziale Sicherheit des Beschäftigungsstaates (Territorialitätsprinzip).

    Abweichende Regelungen gelten unter anderem für eine Person, die im Rahmen eines in Deutschland bestehenden Beschäftigungsverhältnisses zeitlich befristet (für max. 24 Monate) in einen anderen Mitgliedstaat entsendet wird.

    Wird eine Person in einem anderen Mitgliedstaat eingesetzt und liegen die Voraussetzungen für eine Entsendung vor, schließt die Tatsache, dass die Tätigkeit im Ausland aufgrund der Initiative der beschäftigten Person erfolgt, nach momentaner Einschätzung des GKV-Spitzenverbandes eine Entsendung nicht aus.

    Es ist zwar für eine Entsendung unerlässlich, dass die beschäftigte Person weiterhin dem Direktionsrecht des deutschen Arbeitgebers unterliegt. Dies ist jedoch nach der Rechtsauffassung des GKV-Spitzenverbandes gegeben, wenn der Arbeitgeber mit der vorübergehenden Auslandstätigkeit einverstanden ist, er die von seiner Mitarbeiterin bzw. seinem Mitarbeiter erbrachte Leistung entgegennimmt und er sie durch Fortzahlung des vereinbarten Gehalts vergütet.

    Sofern sich eine Arbeitnehmerin bzw. ein Arbeitnehmer vorübergehend in einem anderen Mitgliedstaat (z.B. Portugal) aufhält und dort einer Beschäftigung für den deutschen Arbeitgeber im Homeoffice oder im Rahmen der mobilen Arbeit nachgeht, kann nach Auffassung des Spitzenverbandes eine Entsendung unter Berücksichtigung der vorgegebenen Rahmenbedingungen in Betracht kommen.
     
    Obwohl ein Antrag auf eine A1-Bescheinigung nur dann zu stellen wäre, wenn dies von einer zuständigen Stelle (hier: im „Wohnstaat“ Portugal) als Nachweis ausdrücklich gefordert wird, ist es aus unserer Sicht durchaus sinnvoll, eine A1-Bescheinigung bereits vorher zu beantragen. Als vorübergehende Tätigkeit gilt auch hier ein Zeitraum von bis zu 24 Monaten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam
     

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