Expertenforum - Beschäftigung von Rentnern & Ausländern EWR

© ZORAN ORCIK / Adobe Stock
Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Profitieren Sie rund um den Jahreswechsel von einem besonderen Angebot. Stellen Sie auch Fragen zum Steuer- und Arbeitsrecht, die Bezug zum Sozialversicherungsrecht haben. Ihre Frage wird dann direkt von unseren externen Steuer- und Arbeitsrechtsexperten beantwortet.

  • 01
    Beschäftigung von Rentnern & Ausländern EWR

    Hallo,


    Fall I:

    Mitarbeiterin bezieht seit 2020 Rente wg. Schwerbehinderung, Voraussetzung erfüllt in 2019, Regelaltersrente in 2024,

    Entgelt über 450 Euro mtl. mit Überschreitung der Hinzuverdienstgrenze wg. Corona. Wie ist diese Mitarbeiterin zu schlüsseln?


    Fall II:

    Mitarbeiter aus dem EWR über Beitragsbemessungsgrenze mit Entsendung 3 Jahre (Bescheinigung bisher für 2 Jahre), private KV im Ausland. Wie ist dieser Mitarbeiter zu schlüsseln? Was ist bezüglich der Rente und der ausländischen KV zu beachten.


    Vielen Dank.

     

  • 02
    RE: Beschäftigung von Rentnern & Ausländern EWR

    Guten Tag,
     
    im Bereich der Renten- und Arbeitslosenversicherung tritt Versicherungsfreiheit erst mit dem Monatsbeginn nach Erreichen des Alters für die Regelaltersrente ein (§ 5 Abs. 4 SGB VI/ § 28 Abs. 1 SGB III). Diese steigt für die Jahrgänge 1949 bis 1964 schrittweise auf 67 Jahre an.
    Solange dieses „Regelalter“ noch nicht erreicht ist, unterliegt auch ein beschäftigter Altersrentner der Renten- und Arbeitslosenversicherungspflicht.
     
    Ein Bezieher einer Altersrente für Schwerbehinderte, der die „allgemeine“ Regelaltersgrenze, so wie in Ihrem Fall  noch nicht erreicht hat, wird mit dem Beitragsgruppenschlüssel “3111“ abgerechnet. Der Personengruppenschlüssel ist die „120“.
     
    Bei Ihrem 2. Fall ist es uns im Rahmen dieses Forums nicht möglich, ohne Vorlage aller relevanten Unterlagen und ohne weitere Informationen, eine Beurteilung vorzunehmen.
     
    Ganz allgemein geben wir Ihnen gerne Auskunft:
     
    Die Fortgeltung des heimischen Rechts wird immer mit einer Entsendebescheinigung nachgewiesen. Kommen Mitarbeiter im Rahmen der Entsendung aus einem Mitgliedsstaat nach Deutschland erhalten diese aus ihrem Entsendeland eine A1-Bescheinigung, die Ihnen vorliegen müsste. In diesem Fall unterliegt der Mitarbeiter den Rechtsvorschriften des Mitgliedsstaates. Bei Vorlage einer A1 Bescheinigung durch einen von einem ausländischen EU- oder EWR-Staat beziehungsweise der Schweiz entsandter Arbeitnehmer muss der Arbeitgeber hierzulande den Arbeitnehmer nicht bei der deutschen Sozialversicherung anmelden. Die Sozialversicherungspflicht bestimmt sich allein nach dem Recht des Entsendestaats.
     
    Bedenken Sie aber, dass eine Entsendung grundsätzlich auf 24 Monate beschränkt ist. Sollte der Entsendezeitraum über 24 Monate andauern, tritt grds. Versicherungspflicht in Deutschland ein. Allerdings gibt es – um einen Wechsel der anzuwendenden Rechtsvorschriften zu vermeiden – die Möglichkeit, eine Ausnahmeregelung zu vereinbaren. Den Antrag auf Abschluss einer Ausnahmevereinbarung müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer stets gemeinsam stellen. Solche Ausnahmevereinbarungen sind möglich, müssen allerdings zwischen den Sozialversicherungsträgern der jeweiligen Staaten ausgehandelt werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam

Kontakt zur AOK AOK/Region wählen
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.