Expertenforum - Beitragsabrechnung bei gesetzlich freiwillig Versicherten und die gleichzeitig mehrfachbeschäftigt sind

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  • 01
    Beitragsabrechnung bei gesetzlich freiwillig Versicherten und die gleichzeitig mehrfachbeschäftigt sind

    Arbeitnehmer hat zwei Arbeitgeber (Arbeitgeber A und Arbeitgeber B). Bei Arbeitgeber A liegt der Verdienst über der BBG und bei Arbeitgeber B liegt der Verdienst unter der BBG. Arbeitnehmer gibt den Verdienst von Arbeitgeber A nicht an den Arbeitgeber B weiter, somit kann keine anteilige BBG berechnet werden. Meldungen von der Krankenkasse liegen noch nicht vor (erfolgt meistens erst zum Jahresende).

    Wie ist der Arbeitnehmer beim Arbeitgeber B versicherungsrechtlich zu beurteilen und in welcher Höhe sind Beiträge zu zahlen?

  • 02
    RE: Beitragsabrechnung bei gesetzlich freiwillig Versicherten und die gleichzeitig mehrfachbeschäftigt sind

    Hallo ADP-Landgraf,

    nach Ihrer Schilderung erhält der Mitarbeiter in seiner ersten Beschäftigung bereits ein regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt über der maßgebenden Jahresarbeitsentgeltgrenze und ist somit krankenversicherungsfrei und gesetzlich freiwillig kranken- und pflegeversichert.
    Damit besteht auch in einer zweiten daneben ausgeübten (grundsätzlich krankenversicherungspflichtigen) Beschäftigung Krankenversicherungsfreiheit.
     
    Beschäftigte sind verpflichtet, die zur Durchführung des Meldeverfahrens und der Beitragszahlung erforderlichen Angaben gegenüber ihren Arbeitgebern zu machen und, soweit erforderlich, Unterlagen vorzulegen.
     
    Zu den Angaben hinsichtlich der Beitragszahlung zählen alle Angaben, die die Arbeitgeber in die Lage versetzen, die Versicherungspflicht und Beitragshöhe in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung richtig beurteilen zu können.
    § 28o Abs. 1 SGB IV verpflichtet den Arbeitnehmer ausdrücklich, bei mehreren Beschäftigungen gegenüber „allen“ beteiligten Arbeitgebern, den Tatbestand der Mehrfachbeschäftigung anzugeben. Damit soll bei mehreren Beschäftigungsverhältnissen
    erreicht werden, dass der Arbeitgeber die Beitragsberechnung zeitnah vornehmen kann und aufwändige Beitragskorrekturen vermieden werden.
     
    Bestehen innerhalb desselben Zeitraums mehrere Beschäftigungsverhältnisse, sind die beteiligten Arbeitgeber anteilig nach dem Verhältnis der Höhe der jeweiligen Arbeitsentgelte zur Zahlung des Beitragszuschusses verpflichtet.
     
    Um festzustellen, in welcher Höhe die Arbeitsentgelte der Beitragsbemessung jeweils zugrunde zu legen sind, werden diese Entgelte nach dem Verhältnis ihrer Höhe zueinander so gemindert, dass sie in der Summe die maßgebliche Beitragsbemessungsgrenze nicht übersteigen. In die Berechnung sind die Arbeitsentgelte aus den jeweiligen Beschäftigungen nicht in unbegrenzter Höhe zu berücksichtigen, sondern nur bis zu dem Betrag der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze. Arbeitsentgelte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze bleiben bei der anteilmäßigen Aufteilung unberücksichtigt. In diesem Sinne sind die beitragspflichtigen Einnahmen aus dem jeweiligen Versicherungsverhältnis vor der Verhältnisrechnung auf die maßgebliche Beitragsbemessungsgrenze zu reduzieren.
     
    Die für die anteilmäßige Aufteilung des Arbeitsentgelts aus dem einzelnen Beschäftigungsverhältnis maßgebende Berechnungsformel lautet demnach:
     
    Laufendes monatliches Arbeitsentgelt (aus dem einzelnen Beschäftigungsverhältnis, ggf. reduziert auf die maßgebliche Beitragsbemessungsgrenze) multipliziert mit der Beitragsbemessungsgrenze (z.B. Krankenversicherung) geteilt durch Gesamtsumme der (ggf. auf die maßgebliche Beitragsbemessungsgrenze reduzierten) laufenden monatlichen Arbeitsentgelte aus den einzelnen Beschäftigungsverhältnissen.
     
    Weitere Informationen mit Rechenbeispielen können Sie den „Gemeinsamen Grundsätzen zur Beitragsberechnung nach § 22 Abs. 2 SGB IV bei Arbeitnehmern mit mehreren versicherungspflichtigen Beschäftigungen“ vom 12.11.2014 entnehmen.
     
    Den entsprechenden Link finden Sie hier:
     
    https://www.aok.de/fk/fileadmin/user_upload/sv/rundschreiben/2010-2016/rds_20141112_22Abs2SGBIV.pdf
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     

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