Expertenforum - Auszahlung Wertuguthaben

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

Fragen Sie Experten zu allen Aspekten der Sozialversicherung – im Expertenforum der AOK. An Werktagen bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Darüber hinaus können Sie sich im Expertenforum mit anderen Nutzern zu persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Sozialversicherung austauschen.

Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    Auszahlung Wertuguthaben
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich habe einen Mitarbeiter, der ein sogenanntes Zeitwertkonto abgeschlossen hat. Das eingezahlte Guthaben lässt er sich jetzt bis zum Eintritt in die Rente auszahlen.
    Meines Wissens nach unterliegt die Auszahlung des Wertguthabens mit im Anschluss genommen der Rente der Sozialversicherungspflicht mit den Beitragsgruppen 3-1-1-1. Welcher PGS ist hier zu verwenden? Ist es der PSG 101? Allerdings kommt es hier immer mal zu Problemen bei der Krankenkasse.
    Da es sich nicht um ein Wertguthaben aus ATZ handelt wäre der PGS 103 ja falsch. PSG 119+120 werden für Rentner benutzt.
    Was wäre denn korrekt?

    Vielen Dank und viele Grüße
    C. Sandmann
  • 02
    RE: Auszahlung Wertuguthaben
    Guten Tag,
     
    der Vorteil einer Freistellung mit Wertguthaben (z. B. aus einem Langzeitarbeitszeitkonto) ist, dass der Arbeitnehmer von seiner Arbeitspflicht befreit ist, aber weiterhin seine monatlichen Entgeltzahlungen bekommt. Damit bleibt auch während der Freistellung der Versicherungsschutz in den Zweigen der gesetzlichen Sozialversicherung bestehen.
     
    Wir gehen davon aus, dass in Ihrem Sachverhalt eine Wertguthabenvereinbarung nach § 7b SGB IV vorliegt und die Voraussetzungen erfüllt sind.
     
    Da das Wertguthaben in der Auszeit wie ein Brutto-Arbeitsentgelt ausgezahlt wird, müssen die üblichen Abzüge für Lohnsteuer, Kirchensteuer und die Beiträge zur Sozialversicherung abgeführt werden. Der ermäßigte Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung ist während einer Freistellungsphase dann anzuwenden, wenn die Beschäftigung nach der Freistellung nicht wieder aufgenommen wird, weil der Arbeitnehmer aus dem Erwerbsleben ausscheidet, so wie in dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt. Hier kann der Beschäftigte vom Zeitpunkt der Freistellung an dauerhaft den Krankengeldanspruch nicht realisieren. Ohne Krankengeldanspruch wäre deshalb der ermäßigte Beitragssatz zu verwenden.
     
    Eine andere Personengruppe als die „101“ sehen wir nicht als Alternative, da sowohl die „103“ als auch die Personengruppen für beschäftigte Rentner, wie Sie bereits richtig erkannt haben, nicht anzuwenden sind.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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