Expertenforum - Aushilfsvertrag mit gleichzeitiger Tätigkeit als Freelancer bei einem Arbeitgeber

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  • 01
    Aushilfsvertrag mit gleichzeitiger Tätigkeit als Freelancer bei einem Arbeitgeber

    Guten Tag,

    wir beschäftigen eine Dame als Freelancerin, die bei uns zusätzlich eine Beschäftigung als Arbeitnehmerin aufnehmen soll. Ist das aus Sicht der Sozialversicherung möglich, bei einem Arbeitgeber als Freelancer sowie als Arbeitnehmerin tätig zu sein.

    Vielen Dank für die Unterstützung!

     

  • 02
    RE: Aushilfsvertrag mit gleichzeitiger Tätigkeit als Freelancer bei einem Arbeitgeber

    Hallo Frau Vera,

    Freelancer sind meistens freiberuflich tätig und werden für eine begrenzte Zeit für eine bestimmte Aufgabe oder ein spezifisches Projekt engagiert.

    Grundsätzlich besteht rechtlich die Möglichkeit, dass eine natürliche Person für denselben Vertragspartner (Arbeitgeber/Auftraggeber) als abhängig Beschäftigter und daneben selbstständig tätig ist. Werden eine abhängige Beschäftigung und eine selbstständige Tätigkeit bei demselben Arbeitgeber unabhängig voneinander ausgeübt, liegt eine so genannte gemischte Tätigkeit vor, bei der abhängige Beschäftigung und selbstständige Tätigkeit nebeneinander stehen und rechtlich getrennt zu beurteilen sind.

    Allerdings gelten aufgrund der weisungsgebundenen Eingliederung im Rahmen einer Beschäftigung und der erforderlichen weisungsfreien Ausgestaltung einer selbstständigen Tätigkeit für denselben Vertragspartner strenge Maßstäbe für das tatsächliche Vorliegen einer selbstständigen Tätigkeit. Von daher wird in aller Regel von einem einheitlichen Beschäftigungsverhältnis auszugehen sein, in dessen Rahmen der Beschäftigte seine Arbeitsleistung regelmäßig am selben Betriebsort, für denselben Betriebszweck, unter Einsatz der Betriebsmittel des Arbeitgebers erbringt.

    Dementsprechend liegt keine selbstständige Tätigkeit, sondern ein einheitliches Beschäftigungsverhältnis regelmäßig dann vor, wenn der vermeintlich selbstständige Teil der Tätigkeit nur aufgrund der abhängigen Beschäftigung ausgeübt wird, in diese zeitlich, örtlich, organisatorisch und inhaltlich eingebunden, im Verhältnis zur Beschäftigung nebensächlich ist und daher insgesamt wie ein Teil der abhängigen Beschäftigung erscheint. Für die Abgrenzung kommt es in erster Linie auf die tatsächlichen Verhältnisse an; die zivilrechtliche Vertragsgestaltung hat - insbesondere bei einem Auseinanderfallen von tatsächlichen und vertraglichen Vereinbarungen - keine ausschlaggebende Bedeutung.

    Da die Abgrenzung in der Praxis oftmals nicht ganz einfach ist, empfehlen wir Ihnen, über die zuständige Krankenkasse der betroffenen Person eine versicherungsrechtliche Beurteilung anzufordern.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Expertenteam

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