Expertenforum - Ausgleichsverfahren U2

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  • 01
    Ausgleichsverfahren U2

    Guten Tag liebes Expertenteam, ich habe in der Lohnabrechnung zum ersten Mal mit dem Thema "Schwangerschaft" zu tun. Eine schwangere Mitarbeiterin hat vom Frauenarzt ein individuelles Teilbeschgäftigungsverbot erhalten (5 Stunden pro Tag statt 8 Stunden / Zeitraum: 15.06. bis 15.10.2022 / 15.10.2022 = Beginn Mutterschutz). Die Mitarbeiterin ist in dem Zeitraum vom 15.06.2022 bis heute zweimal krankgeschrieben worden (AU mit O-Grund-Diagnose => U2-Erstattung). Nach jedem AU-Zeitraum hat die Mitarbeiterin ein neues ärztliches Attest erhalten (wie gehabt: individuelles Teilbeschäftigungsverbot/5 Stunden pro Tag statt 8 Stunden/Zeitraum: Tag nach AU bis 15.10.2022 = Beginn Mutterschutz). Ist das richtig? Muss das neue Formular jedesmal an die Krankenkasse gesendet werden? Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe.

    Tom

  • 02
    RE: Ausgleichsverfahren U2

    Guten Tag,
     
    je nach Grund des Arbeitsausfalles einer Schwangeren gilt folgendes:
     
    Im Fall der Arbeitsunfähigkeit hat die Schwangere Anspruch auf Fortzahlung des Entgeltes nach den Regelungen des Entgeltfortzahlungsgesetzes.
    Im Fall eines Beschäftigungsverbots hat sie Anspruch auf Mutterschaftslohn. Nach dem Mutterschutzgesetz muss der Arbeitgeber einer schwangeren Arbeitnehmerin Mutterschaftslohn zahlen, wenn die Frau wegen eines Beschäftigungsverbots ganz oder teilweise mit der Arbeit aussetzt.  Dieser Anspruch auf Mutterschaftslohn besteht allerdings nur, wenn ausschließlich das Beschäftigungsverbot dazu führt, dass die Schwangere mit der Arbeit aussetzt. Das Beschäftigungsverbot muss die alleinige Ursache
    für den Arbeitsausfall bzw. Verdienstausfall sein.
     
    Ist die schwangere Arbeitnehmerin aber gleichzeitig oder zeitweilig arbeitsunfähig krank, hat sie Anspruch auf Entgeltfortzahlung und erleidet keinen Verdienstausfall aus mutterschutzrechtlichen Gründen.
     
    Dem entsprechend kann eine Erstattung nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz für das Beschäftigungsverbot nicht durchgängig erfolgen. Die Zeiten der Arbeitsunfähigkeit bleiben hier unberücksichtigt. Für diese Zeit besteht gegebenenfalls eine Erstattung im Rahmen der U1.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenforum

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