Expertenforum - ATZ in Freistellungsphase wird zum Rentner

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  • 01
    ATZ in Freistellungsphase wird zum Rentner

    Guten Tag zusammen,

    ein Mitarbeiter war in Altersteilzeit und zum 30.06.2021 in der Freistellungsphase ausgetreten. Wie vertraglich vereinbart. Nun hat sich rausgestellt, dass dieser bereits zum 01.06.2021 Rentner geworden ist. Die Rentenversicherung bittet um korrigierte Meldungen und zwar für den Monat Juni 2021. Der MA ist am 01.08.1957 geboren und erreicht die Rente für Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Mit welchen Personengruppenschlüssel muss dieser gemeldet werden? Muss die Aufstockung zur Rentenversicherung gezahlt werden obwohl der MA bereits Rente bezieht? Vielen Dank für Ihre Unterstützung

  • 02
    RE: ATZ in Freistellungsphase wird zum Rentner

    Hallo Lumileds,

    sofern bei der Altersteilzeit im Blockmodell das angesparte Wertguthaben nicht wie vereinbart für eine laufende Freistellung von der Arbeit verwendet werden kann, da z.B. eine Altersrente für (besonders) langjährig Versicherte in Anspruch genommen wird, tritt prinzipiell ein sogenannter Störfall ein.

    Ein Störfall löst grundsätzlich ein besonderes Beitragsberechnungsverfahren aus. Für den bereits abgelaufenen Zeitraum der Altersteilzeit bleibt es bei der bisherigen beitragsrechtlichen Behandlung des Arbeitsentgelts aus der Altersteilzeit sowie des Aufstockungsbetrags und der zusätzlichen Rentenversicherungsbeiträge.

    Eine Rückrechnung ist nicht zulässig.

    Auch wenn arbeitsvertragliche Vereinbarungen (z.B. Tarifvertrag) vorsehen, dass der Arbeitnehmer bei Eintritt eines Störfalls so gestellt wird, als hätte er keine Altersteilzeitarbeit geleistet, müssen im Sozialversicherungsrecht die Beiträge für das nicht für die Freistellung von der Arbeitsleistung angesparte Wertguthaben nach den Regelungen des Störfalls verbeitragt werden. Die darauf entfallenden Beiträge sind vom Arbeitnehmer und vom Arbeitgeber in der Regel je zur Hälfte zu tragen.

    Werden Beiträge anlässlich des Eintritts eines Störfalls entrichtet, ist das beitragspflichtige Arbeitsentgelt mit einer besonderen Meldung (Grund der Abgabe „55“) zu bescheinigen.

    Es sind jeweils der Personengruppenschlüssel und der Beitragsgruppenschlüssel anzugeben, die beim Versicherten zum Zeitpunkt des Störfalls zutreffen. Der Störfall tritt an dem Tag ein, an dem das Arbeitsentgelt aus dem Wertguthaben nicht vereinbarungsgemäß verwendet wird.
    Als Meldezeitraum sind der volle Kalendermonat und das Jahr der nicht zweckentsprechenden Verwendung des Wertguthabens anzugeben.

    Der Beitragsgruppenschlüssel verbleibt in Ihrem Sachverhalt bei „3111“.

    Eine Änderung des Personengruppenschlüssels von „103“ auf „120“ wäre ab dem Zeitpunkt vorzunehmen, sofern in dem von Ihnen beschriebenen Sachverhalt seit 01.06.2021 tatsächlich die Voraussetzungen eines Störfalls vorliegen.

    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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