Expertenforum - Arbeitgeberzuschuss private Kranken-und Pflegeversicherung

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  • 01
    Arbeitgeberzuschuss private Kranken-und Pflegeversicherung

    Liebes Expertenteam,


    wir haben heute folgende Anfrage von unserem Mitarbeiter bekommen:

    Meine Frau (verbeamtet) ist seit dem 12.9. in einem Erziehungsjahr ohne Bezüge, bis dato waren sie und die Kinder über eine Teil-PKV mit Beihilfe versichert, jetzt bezahlen wir die Beiträge privat 100% weiter.

    Frau & Tochter weiterhin in der PKV, Sohn ab 1.10. wegen Studium gesetzlich versichert.


    Da ich meinen AG Zuschuss zur KV noch nicht ausgeschöpft habe, würde ich die aktuelle Differenz gerne verwenden, um Teile der o.g. Versicherung zu begleichen.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, kann diese Differenz sowohl beim Ehepartner also auch bei den Kindern bis zu max. 50% der monatlichen Beiträge eingesetzt werden.


    Unsere Frage hierzu: können wir den Arbeitgeberzuschuss auch für die verbeamtete Ehefrau übernehmen?

    Vielen Dank für Ihre Einschätzung!

    Viele Grüße, Team Payroll

  • 02
    RE: Arbeitgeberzuschuss private Kranken-und Pflegeversicherung

    Hallo Payroll,
     
    Arbeitnehmer, die nur wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze versicherungsfrei und privat krankenversichert sind, erhalten nach § 257 Abs. 2 Sozialgesetzbuch (SGB) V von ihrem Arbeitgeber als Beitragszuschuss den Betrag, den der Arbeitgeber bei Versicherungspflicht des Arbeitnehmers als Beitragsanteil zu tragen hätte. Für die Pflegeversicherung gilt § 61 SGB XI.
     
    Der Zuschuss wird in Höhe des Betrages gezahlt, der sich bei Anwendung der Hälfte des Beitragssatzes nach § 241 und der nach § 226 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB V bei Versicherungspflicht zugrunde zu legenden beitragspflichtigen Einnahmen als Beitrag ergibt, höchstens jedoch in Höhe der Hälfte des Betrages, den der Beschäftigte für seine Krankenversicherung zu zahlen hat.
    Der Höchstzuschuss beträgt im Jahr 2022 in der Krankenversicherung 384,58 € und in der Pflegeversicherung 73,77 €.
     
    Der Beitragszuschuss zur privaten Krankenversicherung (PKV) wird grundsätzlich auch für Angehörige wie z.B. Kinder, Ehepartner des Mitarbeiters gewährt, wenn diese im Fall der Krankenversicherungspflicht des Arbeitnehmers nach § 10 SGB V familienversichert wären. Ein Anspruch auf Beitragszuschuss besteht nur, wenn der Angehörige ebenfalls privat versichert ist.
     
    Da sich in Ihrem Sachverhalt die eigenständig privat versicherte Ehefrau in einem (durch die Inanspruchnahme von Elternzeit) unterbrochenen Dienstverhältnis befindet, fehlen die Voraussetzungen für das Vorliegen einer kostenfreien Familienversicherung nach § 10 SGB V für die Ehefrau.
     
    Daher kann in ihrem Sachverhalt die privat krankenversicherte Ehefrau bei der Ermittlung der Höhe des Beitragszuschusses des PKV-versicherten Ehemannes nicht berücksichtigt werden.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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