Expertenforum - Arbeitgeber zahlt Coronaprämie über Freibetrag hinaus

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  • 01
    Arbeitgeber zahlt Coronaprämie über Freibetrag hinaus

    Sehr geehrtes Expertenteam,


    unsere Belegschaft hat bereits in 2020 eine Corona-Sonderzahlung steuerfrei und sozialversicherungsfrei erhalten. Einige Mitarbeiter, die wegen ihrer Tätigkeit besonders belastet waren, haben den Freibetrag von 1.500,00 € im Vorjahr schon ausgeschöpft, bei anderen wurde der Freibetrag nur anteilig beansprucht.

    Nun sollen alle nochmals 150,00 € in 2021 erhalten, aus Solidaritätsgründen auch diejenigen, die keinen Freibetrag mehr zur Verfügung haben. Nach Rücksprache mit dem Finanzamt ist der, den Freibetrag von 1.500,00 € übersteigende Anteil der Coronaprämie 2021, als sonstiger Bezug zu versteuern. Das bedeutet dieser Anteil ist sozialversicherungsrechtlich als Einmalzahlung zu behandeln und zu verbeitragen.


    Liegen wir mit unserer Betrachtung des den Freibetrag übersteigenden Anteils als Einmalzahlung richtig?


    Vielen Dank für Ihre Antwort!

  • 02
    RE: Arbeitgeber zahlt Coronaprämie über Freibetrag hinaus

    Hallo HAyStahl,

    aufgrund der Coronakrise können Arbeitgeber ihren Beschäftigten Sonderzahlungen bis 1.500 Euro steuerfrei in Form von Zuschüssen und Sachbezügen gewähren. Diese Regelung wurde bis zum März 2022 verlängert. Erfasst von der Regelung werden Sonderleistungen, die die Beschäftigten nach dem 1. März 2020 erhalten.
    Voraussetzung ist weiterhin, dass die Beihilfen und Unterstützungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden.
     
    Die Verlängerung der Steuerbefreiung bis Ende März 2022 führt nicht dazu, dass eine Corona-Beihilfe in einem Dienstverhältnis mehrfach in Höhe von 1.500 Euro steuerfrei bezahlt werden kann. Lediglich der Zeitraum für die Gewährung wird gestreckt.
     
    Die Beihilfen und Unterstützungen bleiben auch in der Sozialversicherung grundsätzlich beitragsfrei.
     
    Dies hat im Umkehrschluss zur Folge, dass Leistungen des Arbeitgebers der oben beschriebenen Art, die (als „sonstiger“ Bezug) der Steuerpflicht unterliegen, folglich auch beitragspflichtig in der Sozialversicherung zu beurteilen sind.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     

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