Expertenforum - Anspruch auf Entschädigung nach §56 IfSG bei nicht U1-pflichtigen Arbeitgebern

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  • 01
    Anspruch auf Entschädigung nach §56 IfSG bei nicht U1-pflichtigen Arbeitgebern

    Hallo,

    mein Mandant (Niedersachsen) ist nicht U1-pflichtig. Ein AN hat während der angeordneten Quarantäne Symptome bekommen und hat vom Arzt eine AU erhalten. Der AN ist vollständig geimpft.

    Grundsätzlich besteht in diesem Fall KEIN Anspruch auf Erstattung nach §56 IfSG.

    Hat der AG überhaupt keinen Anspruch auf Entschädigung durch das Land Niedersachsen oder gibt es für nicht U1-pflichtige AG Sonderregelungen?

     

  • 02
    RE: Anspruch auf Entschädigung nach §56 IfSG bei nicht U1-pflichtigen Arbeitgebern

    Guten Tag,
     
    Arbeitnehmer, die sich möglicherweise mit dem Corona-Virus infiziert haben, können nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) vom Gesundheitsamt dazu verpflichtet werden, ihren häuslichen Bereich nicht zu verlassen und somit in Quarantäne zu bleiben. Wenn Arbeitgeber vertraglich nicht zur Fortzahlung der Vergütung verpflichtet sind, greift zum Schutz der Arbeitnehmer ein Entschädigungsanspruch, der im Infektionsschutzgesetz (§ 56 IfSG) geregelt ist. Grundsätzlich haben Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden, die wegen einer Quarantäne ihre Arbeit nicht leisten können, den Verdienstausfall in Höhe des Nettoentgelts zahlen und haben dann Anspruch auf Erstattung durch die zuständige Entschädigungsbehörde. Der Arbeitgeber hat das Arbeitsentgelt für die ersten sechs Wochen der Quarantäne weiter zu zahlen.
     
    Sollte während der Quarantäne eine Arbeitsunfähigkeit (bestätigte Infektion mit dem Corona-Virus oder aus einem anderen Grund) eintreten, wird die Entschädigung weitergezahlt (§ 56 Abs. 7 Infektionsschutzgesetz).
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

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