Expertenforum - Abrechnung Scheinabfindung und Abfindung

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  • 01
    Abrechnung Scheinabfindung und Abfindung

    Liebes Expertenteam,

    ich habe einen Mitarbeiter abzurechnen, der als Abfindung den Firmenwagen, den er bisher zur Nutzung überlassen hatte, erhält. Der Zeitwert laut Gutachten beläuft sich auf 5000€ inklusive Mehrwertsteuer.

    In diese Abfindung sind 2 Monate Festlohn je 2.500 € brutto mit einberechnet, da die Kündigungsfrist um 2 Monate nicht eingehalten wurde.

    Ich würde den Sachbezugswert als Nettowert hochrechnen, die 5000€ Brutto für die 2 Monate der verkürzten Kündigungsfrist verbeitragen und den Rest als echte Abfindung für den Verlust des Arbeitsplatzes beitragsfrei abrechnen.

    Ist mein Berechnungsansatz richtig?

    Ich freue mich auf Ihre immer kompetente Antwort.

    Beste Grüße

    Paula Weingartner

     

  • 02
    RE: Abrechnung Scheinabfindung und Abfindung

    Hallo Frau Weingartner,
     
    in der Sozialversicherung gelten Abfindungen wegen Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses, die den Wegfall zukünftiger Verdienstmöglichkeiten wegen Verlustes des Arbeitsplatzes ausgleichen sollen, sofern sie nach den §§ 9 und 10 KSchG gezahlt werden, nicht als Arbeitsentgelt.
    In der Konsequenz besteht für solche Abfindungen unabhängig vom Auszahlungszeitpunkt Beitragsfreiheit.
     
    Dagegen sind Gehaltszahlungen, auf die der Mitarbeiter bis zum Zeitpunkt der Beendigung der Beschäftigung nach arbeitsrechtlichen Grundsätzen Anspruch hat, als laufendes Arbeitsentgelt dem (beendeten) Beschäftigungsverhältnis zuzuordnen und dementsprechend zu verbeitragen.
     
    Eine einheitliche Zahlung, die zum einen eine Abfindung und zum anderen eine Nachzahlung von laufendem (und/oder einmalig gezahltem) Arbeitsentgelt darstellt, wäre entsprechend aufzuteilen.
     
    Somit ist in Ihrem Fall die Nachzahlung des „Festlohns“ als laufendes Entgelt der Beitragspflicht zu unterwerfen.
     
    Sofern die Überlassung des Firmenwagens tatsächlich den Wegfall zukünftiger Verdienstmöglichkeiten wegen Verlustes des Arbeitsplatzes ausgleichen soll und dementsprechend nach den §§ 9 und 10 KSchG gezahlt wird, kann sie beitragsfrei erfolgen.  
     
    Wir empfehlen Ihnen, ggf. eine Beurteilung unter Vorlage der maßgebenden Unterlagen (Vertrag, Vereinbarung etc.) von der zuständigen Krankenkasse vornehmen zu lassen, um eine verbindliche beitragsrechtliche Beurteilung zu erhalten.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     

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