Expertenforum - 50 Euro-Freigrenze für Sachbezüge

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  • 01
    50 Euro-Freigrenze für Sachbezüge

    Hallo,

    wir schenken unseren Mitarbeitern kleine Sachbezüge, wie z.B. einen gefüllten Nikolausstrumpf für 20 Euro. Diese haben wir bisher immer versteuert und Sozialversicherungsbeiträge abgeführt. Da wir nun unseren Mitarbeitern einen Gutschein im Wert von 50 Euro schenken möchten, wollen wir hierfür die 50 Euro-Freigrenze für Sachbezüge anwenden. Deshalb ist es mir wichtig zu erfahren, ob wir die kleinen Sachbezüge wie den gefüllten Nikolausstrumpf auf die 50 Euro anrechnen müssen, obwohl wir diesen verbeitragt haben. Gibt es eine gesetzliche Vorschrift, die uns zwingt bei Sachbezügen, diese Freigrenze anzuwenden? Falls nicht, können wir dann beruhigt für den 50 Euro-Gutschein diese Freigrenze von 50 Euro für Sachbezüge anwenden, da diese durch den Nikolausstrumpf nicht ausgeschöpft ist.

    Vielen Dank für Ihre Hilfe

  • 02
    RE: 50 Euro-Freigrenze für Sachbezüge

    Sehr geehrter Herr Becker,
     
    bitte haben Sie Verständnis, dass wir im Rahmen dieses Forums zu steuerrechtlichen Fragen keine Beurteilung abgeben können. Wir empfehlen Ihnen Kontakt mit dem zuständigen Finanzamt oder einem Fachanwalt für Steuerrecht aufzunehmen. Grundsätzlich folgt das Sozialversicherungsrecht dem Steuerrecht.
     
    Ganz allgemein können wir Ihnen folgende Informationen geben:
     
    In § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG wurde die Freigrenze für steuerfreien Sachlohn zum 01.01.2022 von 44 EUR auf nunmehr 50 EUR angehoben.
     
    Mit dem „Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften hat der Gesetzgeber seit 01.01.2020 geregelt:
    Zu den Einnahmen in Geld gehören auch zweckgebundene Geldleistungen, nachträgliche Kostenerstattungen, Geldsurrogate und andere Vorteile, die auf einen Geldbetrag lauten.
     
    Seit 01.01.2020 gilt: Gutscheine und Geldkarten bleiben nur noch dann außer Ansatz, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden. Gutscheine und Geldkarten dürfen ausschließlich zum Bezug von Waren und Dienstleistungen berechtigen und
    müssen die Kriterien des § 2 Abs. 1 Nr. 10 Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz erfüllen.
     
    Ab 01.01.2022 sind Gutscheine und Geldkarten, die die Voraussetzungen nicht erfüllen, als Barlohn (Geldzuwendungen) zu versteuern.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam

  • 03
    RE: 50 Euro-Freigrenze für Sachbezüge

    Sehr geehrter Fragesteller,


    vielen Dank für Ihre Frage.


    Wegen der gesetzlichen Regelung des 50-Euro-Betrages als Freigrenze (nicht: Freibetrag) ist eine lohnsteuerfreie Behandlung tatsächlich nur möglich, wenn die Sachbezüge insgesamt (!) monatlich 50 € nicht übersteigen.


    Die Steuerfreiheit kann also nicht für einen Teilbetrag von 50 € dadurch erhalten werden, dass sonstige, überschießende Sachbezüge versteuert werden. Bei zum Beispiel monatlicher Ausnutzung der Freigrenze durch Bereitstellung von Gutscheinen entsteht mit zusätzlichen Sachbezügen (im jeweiligen Monat) für sämtliche Sachbezüge des Monats Steuerpflicht (gegebenenfalls pauschalierbar). Vermeidbar wäre dies zum Beispiel durch Absenkung der Gutscheinbeträge in den entsprechenden Monaten.


    Mit freundlichen Grüßen


    Ihr Fachexperte Steuerrecht

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