Expertenforum - 26 Wochen Regel / Werkstudent und Minijob

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Expertenforum

Experten antworten auf Ihre Fragen zur Sozialversicherung

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Fragen zum Jahreswechsel

Zum Jahresbeginn 2021 und auch schon im Herbst 2020 stehen wieder zahlreiche Neuerungen in der Sozialversicherung auf dem Programm. Darüber informieren wir bereits ab September in einem Themenspezial. Für Fragen zu den einzelnen Themen haben wir ein spezielles Expertenforum Jahreswechsel eingerichtet.

  • 01
    26 Wochen Regel / Werkstudent und Minijob
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir beschäftigen einen Werkstudenten nach der 26 Wochenregel (20-Stunden/Woche) mit dem Beitragsgruppenschlüssel 0100. Nun hat er auch noch einen Minijob.
    Wie ist dieser Fall zu bewerten, wenn wir nicht wissen, wieviele Stunden er in dem Minijob arbeitet. Muss das zusammengerechnet werden?

    Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!

    Viele Grüße

    Markus B.
  • 02
    RE: 26 Wochen Regel / Werkstudent und Minijob
    Hallo Markus B.,
     
    bei Studierenden, die mehrere Beschäftigungen nebeneinander ausüben, ist zunächst zu prüfen, ob die Person ihrem Erscheinungsbild nach als „ordentlicher Studierender“ oder als „Arbeitnehmer“ anzusehen ist. 
    Beträgt die wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden, besteht Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherungsfreiheit, unabhängig davon, ob es sich um eine oder mehrere befristete oder unbefristete Beschäftigung(en) handelt; die Höhe des Arbeitsentgelts ist für die Annahme der Versicherungsfreiheit ohne Bedeutung.
     
    Die wöchentlichen Arbeitszeiten von nebeneinander ausgeübten Beschäftigungen sind zusammenzurechnen. Ergibt die Zusammenrechnung, dass die wöchentlichen Arbeitszeiten insgesamt mehr als 20 Stunden betragen, ist nicht mehr vom Erscheinungsbild eines ordentlichen Studierenden auszugehen. Bei nebeneinander ausgeübten Beschäftigungen ist in einem weiteren Schritt zu prüfen, ob bei einer oder mehreren Beschäftigung(en) gegebenenfalls die Merkmale einer geringfügigen Beschäftigung vorliegen.
     
    Die Arbeitszeit bei einer Beschäftigung im Rahmen der 20-Wochenstunden-Grenze kann allerdings während der Vorlesungszeit auf über 20 Wochenstunden ausgeweitet werden. Dies setzt jedoch voraus, dass es sich um eine im Voraus befristete Zeit handelt.
    Außerdem darf das Überschreiten der 20-Wochenstunden-Grenze nur durch Beschäftigungszeiten am Wochenende oder in den Abend- und Nachtstunden erfolgen. Dabei dürfen diese Beschäftigungszeiten im Laufe eines Jahres 26 Wochen nicht
    überschreiten.
     
    Der Studierende hat seinen Arbeitgebern gegenüber die erforderlichen Angaben zu machen, die diese für eine korrekte sozialversicherungsrechtliche Beurteilung benötigen. Hierzu gehört auch die Angabe der wöchentlichen Arbeitszeit bei einem anderen Arbeitgeber.
     
    Da nach Ihrer Schilderung der Studierende bei Ihnen bereits wöchentlich 20 Stunden beschäftigt ist, wird durch den parallel ausgeübten Minijob die wöchentliche 20-Wochenstunden-Grenze überschritten, so dass bei der betreffenden Person der Status des ordentlichen Studierenden nicht mehr gegeben ist.
    Dies hat zur Folge, dass in der Beschäftigung bei Ihnen Versicherungspflicht zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung (Beitragsgruppenschlüssel „1111“) besteht.

    Die daneben bei einem anderen Arbeitgeber ausgeübte geringfügig entlohnte Beschäftigung ist mit dem Beitragsgruppenschlüssel „6100“ (bei Befreiung von der Rentenversicherungspflicht „6500“) über die Minijobzentrale abzurechnen.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
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