Masken gegen Ansteckung – Fragen und Antworten

Gesichtsmasken zum Schutz vor Ansteckung mit dem Coronavirus gehören längst zum Alltag, auch im Job. Immer wieder aber gibt es rund um dieses Thema Unklarheiten. Die Frage-und-Antwort-Liste hilft zu klären, was Arbeitgeber aufgrund der Corona-Arbeitsschutzverordnung beachten müssen.

Welche Arten von Masken gibt es?

Es bestehen unterschiedliche Schutzklassen (zum Beispiel FFP2), außerdem gibt es die sogenannten OP-Masken und schließlich Masken ohne Schutzklasse beziehungsweise ohne zu Grunde liegende Produktnorm. Bei Letzteren handelt es sich um Stoffmasken, eventuell auch selbst genäht, wie sie in der ersten Phase der Pandemie weit verbreitet waren. Diese einfachste Maskenart – als Alternative zum Bedecken von Mund und Nase durch ein Tuch oder einen Schal – ist nach den aktuellen Regelungen in vielen Situationen nicht zulässig.

Eine ausführliche Übersicht über die Arten von Masken und die Schutzklassen hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erstellt. Kurz zusammengefasst: Für die allermeisten Menschen sind in Alltagssituationen wie auch im Job diese Möglichkeiten vorgesehen:

  • Medizinischer Mund-Nase-Schutz (MNS), sogenannte OP-Maske: Sie wurde in der Ministerpräsidentenkonferenz vom 19. Januar als bundeseinheitlicher Mindeststandard für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel sowie das Einkaufen in Geschäften festgelegt. Auch die Mitarbeiterin auf dem Bild oben auf dieser Internetseite trägt eine OP-Maske. Die Norm, der diese Produkte entsprechen müssen, heißt EN 14683.
  • FFP2-Maske nach EN 149: Diese Masken sind herstellerseitig so geformt, dass sie eng am Gesicht anliegen. Der FFP2-Standard legt fest, dass die sogenannte Gesamtleckage maximal acht Prozent betragen darf. Etwas laienhaft ausgedrückt: Zu über 90 Prozent ist die Maske „partikeldicht“.
  • Masken mit noch höherer Schutzklasse als FFP2 (nämlich FFP3, Masken mit auswechselbarem Partikelfilter) sind insbesondere für Mitarbeiter im Medizin- und Pflegebereich vorgesehen, die ein besonders hohes Infektionsrisiko haben.

Welchen Schutz bieten diese Masken?

Die Masken sollen verhindern, dass Viruspartikel in Tröpfchen und geringerem Maße auch in Aerosolen von einer Person auf eine andere übertragen werden. So lässt sich das Risiko einer Tröpfcheninfektion verringern. OP-Masken dienen hierbei überwiegend dazu, andere Menschen vor Ansteckung zu schützen.

FFP2-Masken bieten darüber hinaus durch ihre Filterfunktion auch einen erhöhten Eigenschutz für den Träger. Damit der Schutz gelingen kann, müssen, abgesehen vom Tragen der Maske, auch die anderen bekannten Maßnahmen eingehalten werden. Also: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), Hygiene beachten (insbesondere Hände waschen bzw. desinfizieren), Räume regelmäßig lüften.

Wann muss man bei der Arbeit eine Maske tragen?

Die Homeoffice-Pflicht entfällt, das Arbeiten zuhause bleibt aber ein wichtiger Faktor für den Arbeitsschutz. Wo Homeoffice dennoch nicht möglich ist, wird es in der Praxis niemanden geben, der während eines ganzen Arbeitstages ohne Maske auskommt (Hinweise zur Tragezeit siehe unten). Selbst wer beispielsweise in einem Einzelbüro sitzt und nicht an Meetings teilnimmt, wird spätestens auf dem Flur einem Kollegen begegnen. Auch während der Pausenzeiten und in Pausenbereichen muss der Infektionsschutz gewährleistet sein. Nach wie vor gilt der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) mit diesen Grundsätzen:

  • Abstandsgebot von mindestens 1,5 Meter.
  • Nur wer dauerhaft einen Sitz- oder Stehplatz einnimmt, an dem dieser Abstand gewahrt ist, darf die Maske überhaupt abnehmen. Maskenpflicht gilt auch bei Arbeiten im Freien und beispielsweise auch auf dem Firmenparkplatz.
  • Wo Kundenkontakt herrscht oder der Abstand nicht eingehalten werden kann, müssen Trennwände aufgestellt werden – so etwa die Acrylglasscheiben, die in Kassenbereichen installiert wurden.

Muss der Arbeitgeber den Beschäftigten die Masken zur Verfügung stellen?

Nach Auskunft der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), die als Spitzenverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen fungiert: Ja! Alles, was dem Arbeitsschutz dient – und dazu gehört auch der Infektionsschutz –, liegt in der Verantwortung der Betriebe.

Nach der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung gilt: Arbeitgeber müssen mindestens medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung stellen, wenn trotz technischer und organisatorischer Maßnahmen wie Abtrennungen zwischen anwesenden Personen ein Atemschutz erforderlich ist. Das heißt aber nicht, dass Arbeitnehmer ausschließlich die Masken tragen müssen, die vom Unternehmen bereitgestellt werden. Wenn Beschäftigte lieber ihre eigene Maske mitbringen, entspricht auch das den staatlichen Vorgaben.

Im Übrigen sind Arbeitgeber auch nicht verpflichtet, sich bei der Beschaffung von Mitteln des Arbeitsschutzes nach den Wünschen der Beschäftigten zu richten. So müssen sie beispielsweise nicht die vergleichsweise teuren FFP2-Masken bereitstellen, da auch die einfacheren OP-Masken den rechtlichen Vorgaben genügen.

Welche Masken sollten angeschafft werden?

Wie oben erklärt, kommen für die meisten Arbeitsbereiche entweder OP-Masken oder FFP2-Masken in Betracht. Sofern es sich um extra hergestellte Produkte mit eigenem Firmenlogo handelt, müssen selbstverständlich auch diese dem jeweiligen Schutzstandard entsprechen. In der Regel sind dann bei OP-Masken die EN 14683 sowie bei FFP2-Masken die EN 149 auf der Verpackung angegeben.

Welches Produkt genau es sein soll, liegt im Ermessen des einzelnen Betriebs. Wer als Führungskraft über die Anschaffung von Masken zu entscheiden hat, sollte auf die Beratung der Experten zurückgreifen, die jeder Betrieb hat – sei es im Unternehmen selbst oder in Person externer Dienstleister –, nämlich Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit.

Wie lange kann man eine Maske ununterbrochen tragen?

Die DGUV empfiehlt, eine Maske nach spätestens 75 Minuten für 30 Minuten abzusetzen. Bei leichter Arbeit sei auch eine Tragedauer von drei Stunden möglich. Die Zwischenzeit kann man dann für Arbeiten nutzen, die sich auch ohne Maske erledigen lassen – etwa, wenn man allein im Raum ist. Danach lässt sich die Maske innerhalb derselben Arbeitsschicht erneut verwenden. Bis zu drei „Einsätze“ mit ein und derselben Maske sind während eines Arbeitstages möglich. Beim Absetzen der Maske ist darauf achten, sie auf einem sauberen Untergrund abzulegen.

Die genannten Regeln zur Tragezeit gelten für Arbeiten ohne hohe körperliche Belastung, also insbesondere im Büro. Anders sieht es aus, wenn die Arbeit den Maskenträger im wahrsten Sinne des Wortes aus der Puste bringt: Sobald eine Maske durchfeuchtet ist, bietet sie keinen Infektionsschutz mehr, sondern wird selbst zur Keimschleuder und muss gewechselt werden.

Sowohl bei OP-Masken als auch FFP2-Masken wird von einer Aufbereitung und Wiederverwendung am nächsten Tag abgeraten. Einzige Ausnahme sind Masken mit der Kennzeichnung „FFP2 R“: Bei ihnen ist eine mehrmalige kurzzeitige Benutzung über mehrere Tage möglich, sofern sie nach jedem Einsatz gut belüftet aufbewahrt werden.

Wie geht man mit Kunden um, die keine Maske tragen (wollen)?

Nicht zuletzt öffentliche Protestaktionen haben gezeigt: Das Thema Maskenpflicht ist sensibel. Und ebenso sensibel sollte der Umgang mit der Situation sein. Lediglich auf Vorschriften zu pochen, bringt in der Regel nichts. Experten unter anderem von der der DGUV  sowie dem Beratungsunternehmen für Arbeitssicherheit B.A.D haben sich des Themas angenommen. Hier die wichtigsten Tipps:

  • Möglichst freundlich sein.
  • Nicht autoritär auftreten.
  • Nicht besserwisserisch agieren.
  • Sich in die Situation des Gegenübers versetzen. Oft wird die Maske aus Unachtsamkeit nicht getragen. Der Mitarbeiter wäre dann nicht der Erste, bei dem sich ein Angesprochener für den freundlichen Hinweis bedankt. Er dient ja schließlich seinem eigenen Schutz.
  • Andererseits: Wenn jemand ganz bewusst und herausfordernd keine Maske trägt, sollte man vorsichtig sein. Man kann davon ausgehen, dass sich die Person in der Angelegenheit unbelehrbar gibt. Bevor es zu aggressiver Eskalation kommt, wäre der logische Schritt, sich zurückzuziehen und gegebenenfalls die Ordnungskräfte hinzuzurufen.

Und wenn die Maskenmuffel unter den eigenen Kollegen sind?

Auch dann handelt es sich oft um Nachlässigkeit und in den seltensten Fällen um böse Absicht. Unternehmen sind verpflichtet, die Beschäftigten im Umgang mit Masken zu unterweisen und ihnen die Regeln für den Arbeitsplatz zu kommunizieren. Sehr viel besser als ein erhobener Zeigefinger ist es aber, wenn Teams und Führungskräfte über das Thema sprechen und einen Konsens finden.

Viele Menschen empfinden das Arbeiten mit Maske als unangenehm oder zumindest ungewohnt. Oft kann auch dieses Problem gelöst werden, indem das Gebot beachtet wird, die Arbeit wo immer möglich ins Homeoffice zu verlagern.

Stand

Zuletzt aktualisiert: 03.09.2021

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