Betriebliche Gesundheitsförderung: Gesetzliche Grundlagen

Seit 2015 wurde die Betriebliche Gesundheitsförderung im Präventionsgesetz als Aufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) weiter ausgebaut. Die Richtlinien zur Umsetzung sind im GKV-Leitfaden Prävention festgelegt.

Neuerungen durch das Präventionsgesetz

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) gehört schon seit mehr als 25 Jahren zu den Aufgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Am 25. Juli 2015 trat das Präventionsgesetz in Kraft. Es stärkt die Betriebliche Gesundheitsförderung als Aufgabe der GKV.

Dabei fördern insbesondere die Krankenkassen die Ermittlung betriebs- oder branchenspezifischer Bedarfe der Mitarbeiter, um so passgenaue Angebote wie Seminare, Workshops oder Kurse für die Verbesserung der Beschäftigtengesundheit machen zu können.

Das Gesetz fordert auch die Kooperation aller Sozialversicherungen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement. So arbeiten in der Nationalen Präventionskonferenz (NPK) die gesetzliche Unfall- und Krankenversicherung sowie die Rentenversicherung Hand in Hand bei der Etablierung von BGM. Verschiedene Handlungsfelder der einzelnen Partner können und sollen durch die anderen Partner ergänzt und bereichert werden.

Dies geschieht vor allem auf der Ebene der konzeptionellen Erweiterung der Handlungsfelder und Branchen sowie der Gestaltung von Kooperationsmöglichkeiten. Gesellschaftlich werden sowohl auf Bundesebene mit einer Bundesrahmenempfehlung als auch auf Landesebene mit den Landesrahmenvereinbarungen Ziele formuliert, die in Prävention und Betrieblicher Gesundheitsförderung erreicht werden sollen.

Im Herbst 2019 wurde ein gemeinsamer NPK-Präventionsbericht veröffentlicht, der alle vier Jahre erscheinen wird.

NPK
Präventionsbericht 2019

Der Bericht der Nationalen Präventionskonferenz gibt einen Überblick über die Leistungen der Kranken- und Pflegekassen in der Primärprävention und der Betrieblichen Gesundheitsförderung für das Jahr 2018.

Neuer Leitfaden Prävention

Der GKV-Spitzenverband hat aufgrund der Vorgaben des neuen Präventionsgesetzes auch den Leitfaden Prävention der GKV aktualisiert und im Jahr 2019 publiziert. Darin legt der GKV-Spitzenverband die inhaltlichen Handlungsfelder und qualitativen Kriterien für die Leistungen der Krankenkassen in der Primärprävention und der Betrieblichen Gesundheitsförderung fest. Die Krankenkassen dürfen nur Maßnahmen fördern, die dem Leitfaden entsprechen.

Zentrales Anliegen ist es, ein qualitätsgesichertes Angebot zu gewährleisten: Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung müssen immer exakt auf die Bedürfnisse im Unternehmen zugeschnitten sein. Welche Maßnahmen empfehlenswert oder notwendig sind, wird vorher mithilfe detaillierter Analysen ermittelt.

Bei der Planung und Umsetzung der Maßnahmen gilt: Erfolgreiche BGF umfasst gleichzeitig gesundheitsgerechtes Verhalten und gesunde Arbeitsbedingungen. Anders gesagt: Verhaltens- und Verhältnisprävention. Aufgabe der Krankenkassen ist es, sowohl einen gesundheitsförderlichen Arbeits- und Lebensstil zu fördern, als auch eine gesundheitsförderliche Arbeitsgestaltung zu unterstützen. Ebenso soll eine überbetriebliche Vernetzung und Beratung etabliert werden.

Die besondere Situation im Pflegemarkt

Im Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz (PpSG), das 2019 in Kraft trat, will der Gesetzgeber erste Schritte bei der Behebung des Fachkräftemangels in der Kranken- und Altenpflege einleiten. Kern des Programms sind 13.000 neue Stellen in der Altenpflege. Zudem ist gerade die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) für Pflegekräfte zentral für das Thema „gesund pflegen“ und wird in Zukunft weiter an Bedeutung zunehmen. 

Passendes zum Thema
BGF in der Pflege

Pflegekräfte sind hohen körperlichen und geistigen Belastungen ausgesetzt. Mit gezielten BGF-Angeboten können Arbeitgeber gegensteuern, damit Beschäftigte lange gesund bleiben.

Regionale BGF-Koordinierungsstellen

Die regionalen BGF-Koordinierungsstellen sind ein gemeinsames Angebot der gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Übergeordnetes Ziel ist es, interessierten Unternehmen einen einfachen Zugang zu BGF-Ansprechpartnern zu ermöglichen. Zielgruppe sind insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU), da diese oft nicht so genau wissen, wie und mit wem sie Betriebliche Gesundheitsförderung in ihrem Betrieb umsetzen können.

Mit der BGF-Koordinierungsstelle haben die gesetzlichen Krankenkassen ein unabhängiges Onlineportal geschaffen, über das eine kostenlose Beratung möglich ist.

BGF-Koordinierungsstelle
Kostenlose BGF-Beratung online

Über das Vermittlungsportal der BGF-Koordinierungsstelle erhalten Unternehmen zeit- und ortsunabhängig ausführliche Informationen und eine individuelle Beratung durch die BGF-Experten der Krankenkassen.

Stand

Zuletzt aktualisiert: 22.10.2020

Alle Artikel im Thema
Zurück zum Thema

Weiteres zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Passende Informationen zum Thema Gesetzliche Grundlagen

Gesunde Arbeit

Gesunde Arbeitsbedingungen zu schaffen, empfiehlt sich für alle Unternehmen. Nur wenn sich die Mitarbeiter wohlfühlen, arbeiten sie motiviert.

Mehr erfahren
Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

In einem sicheren und gesunden Arbeitsumfeld passieren weniger Unfälle und Mitarbeiter fehlen selten krankheitsbedingt. Darum sollten Sie großen Wert auf Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz legen.

Mehr erfahren
Gesetzliche Grundlagen des BEM

Arbeitgeber bieten längerfristig oder wiederholt arbeitsunfähigen Beschäftigten Maßnahmen der betrieblichen Eingliederung an. Das erleichtert den Wiedereinstieg und beugt erneuten Ausfällen vor.

Mehr erfahren
Ihr persönlicher Ansprechpartner bei der AOK Baden-Württemberg AOK/Region ändern

Bei Fragen rund um das Thema Betriebliche Gesundheit

Finden Sie Ihren persönlichen Ansprechpartner

Ihre PLZ
Land
Kontakt zur AOK Baden-Württemberg AOK/Region ändern
Grafik Ansprechpartner
Sie haben Fragen zu Versicherungs- und Beitragsrecht oder ähnlichem?
Grafik Firmenkundenservice
Die AOK informiert und berät Betriebe über gesundheitliche Maßnahmen.
Grafik e-mail
Haben Sie allgemeine Fragen oder Wünsche? Wir sind gerne für Sie da!