Workout
Jumping Fitness auf dem Trampolin: Was hinter dem Trendsport steckt
Veröffentlicht am:29.07.2021
7 Minuten Lesedauer
Aktualisiert am: 30.01.2026
Mit Jumping Fitness geht es hoch hinaus. Das dynamische Training auf dem Trampolin verbessert die Ausdauer, stärkt die Koordination und trainiert das Gleichgewicht. Für wen eignet sich das Workout und worauf sollte man achten?

© iStock / Tempura / KI-bearbeitet
Was ist Jumping Fitness?
Springen vor Freude – und um fit zu werden: Jumping Fitness ist ein Trendsport, bei dem sich sowohl Kinder als auch Erwachsene federleicht fühlen können. Das Training findet auf einem kleinen, sechseckigen Trampolin statt, an dem vorne eine Haltestange mit Griff angebracht ist. Sie gibt Jumperinnen und Jumpern bei schnellen Sprüngen mehr Halt. Das Training auf dem Trampolin enthält Elemente aus dem klassischen Aerobic und besteht aus langsamen und schnellen Sprüngen, die zu Musik ausgeführt werden. Das fördert nicht nur den Spaß und die Fitness, sondern auch die Gesundheit.
Welche Vorteile hat Jumping Fitness?
Jumping Fitness ist ein ganzheitliches Workout mit vielen positiven Effekte für den Körper. Das Springen auf dem Trampolin verbessert die Ausdauer und stärkt die Muskeln. Es trainiert zudem den Gleichgewichtssinn, die Koordinationsfähigkeit und die Beweglichkeit. Das hilft Kindern und auch Erwachsenen, sich im Alltag sicherer zu bewegen. Eine gekräftigte Körpermuskulatur stützt den Bewegungsapparat und kann vor Rücken- und Gelenkschmerzen schützen.
Das Springen selbst ist dabei äußerst gelenkschonend, da das Trampolin das Aufkommen der Füße abfedert – anders als etwa beim Joggen oder Hüpfen auf hartem Untergrund. Jumping Fitness ist eine ausgezeichnete Kraftsportart, da der Körper gegen den Widerstand des Trampolins arbeiten muss.
Welche Muskeln werden beim Jumping Fitness trainiert?
Trampolinspringen ist ein Ganzkörper-Workout, bei dem rund 400 Muskeln im Körper trainiert werden. Dabei werden die Muskeln von Bauch, Beinen, Po, Armen sowie die gesamte Rumpfmuskulatur bei den unterschiedlichen Übungen beansprucht. Besonders profitieren davon zum Beispiel die Knie. Das Trampolintraining stärkt die Kniemuskulatur und erhöht die Dehnbarkeit und Flexibilität dieser Gelenke.

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Wie viele Kalorien verbrennt man beim Trampolinspringen?
Die Angaben darüber, wie viele Kalorien man beim Jumping Fitness verbrennt, schwanken zwischen 250 und 800 Kalorien pro Stunde. Wie hoch der Energieverbrauch tatsächlich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Intensität des Workouts, der Statur der trainierenden Person oder ihrem Fitnesslevel. Denn um Kalorien zu verbrennen, braucht der Körper Sauerstoff. Je mehr Sauerstoff er aufnehmen kann, desto mehr Kalorien verbrennt er pro Stunde. Die Sauerstoffaufnahme bei maximaler Belastung steigt mit der individuellen Leistungsfähigkeit. Das heißt: Geübte Springerinnen und Springer verbrennen in der gleichen Zeit mehr Kalorien als Personen, die gerade erst mit dem Sport begonnen haben.
Hilft Trampolinspringen beim Abnehmen?
In jedem Fall unterstützt Jumping Fitness das Abnehmen – sogar besser als Jogging, wie eine im International Journal of Sports Science veröffentlichte Studie zeigt. Beim Trampolinspringen verbessern sich die Sauerstoffaufnahme und die Fettverbrennung stärker als bei Läuferinnen und Läufern. Auch der Körperfettanteil und die Blutfette verringern sich durch das Training auf dem Trampolin. Dabei gilt: Je höher die Intensität der Belastung, desto größer ist der Effekt. Wer an Gewicht verlieren möchte, sollte jedoch parallel zum Sport grundsätzlich seine Ernährung überprüfen und gegebenenfalls umstellen.
Wie oft sollte ich Jumping Fitness machen?
Jumping Fitness soll Spaß machen, aber auch die Leistungsfähigkeit verbessern. Fitnesstrainerinnen und Fitnesstrainer empfehlen daher, etwa zwei- bis dreimal pro Woche zu trainieren und den Sport regelmäßig in den Alltag zu integrieren. Erste Ergebnisse sind bereits nach acht bis zwölf Wochen messbar. Wer regelmäßig trainiert, steigert langfristig seinen Kalorienverbrauch pro Einheit.
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Für wen ist Jumping Fitness auf dem Trampolin geeignet?
Grundsätzlich können alle, die Freude an dieser Sportart haben, Jumping Fitness betreiben. Das Springen ist leicht zu erlernen und die Intensität kann langsam gesteigert werden. Damit ist Jumping Fitness sowohl für Einsteigerinnen und Einsteiger als auch für Fortgeschrittene geeignet. Man kann damit leicht in Form kommen, die Ausdauer trainieren und ihren Körper kräftigen. Für Menschen mit Übergewicht ist Trampolinspringen eine gute Sportart, um abzunehmen, da es die Fettverbrennung unterstützt, ohne die Gelenke zu stark zu belasten.
Das Alter spielt beim Jumping Fitness ebenfalls keine Rolle. Wer sich jedoch erst im Erwachsenenalter für das Trampolin interessiert, sollte sich vorsichtig an die Sportart herantasten. Kinder lernen beim Springen auf dem Trampolin, ihr Gleichgewicht auszubalancieren, verschiedene Bewegungsabläufe einzustudieren und ihre Körperkoordination zu stärken. Auch ältere Menschen profitieren von Jumping Fitness. Eine Studie der Universität Cascavel in Brasilien zeigt, dass Seniorinnen, die an einer Vorstufe von Osteoporose und Sturzneigung leiden, durch ein 14-wöchiges Training auf einem Mini-Trampolin mobiler, kräftiger und beweglicher wurden. Sie konnten ihr Gleichgewicht besser halten und hatten weniger Angst zu fallen.
Trampolinspringen in der Rehabilitation
Jumping Fitness kann auch die Genesung nach Erkrankungen wie einem Bandscheibenvorfall oder Schlaganfall unterstützen. Anders als häufig angenommen, ist nicht jede Form des Springens nach einem Bandscheibenvorfall schädlich. Durch die sanfte Federung des Trampolins kann das Springen den Druck auf die Wirbelsäule minimieren. Gleichzeitig stärkt es die Rückenmuskulatur, fördert die Durchblutung und verbessert die Koordination. Wichtig ist jedoch, das Training vorab ärztlich oder physiotherapeutisch abklären zu lassen. Auch sollten Betroffene mit leichten Übungen beginnen und auf die korrekte Technik achten.
Medizinerinnen und Mediziner setzen das Mini-Trampolin auch in der Rehabilitation von Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten ein – mit positiven Effekten: Das Training verbesserte die Kontrolle über ihre Körperhaltung.
Sicher trainieren: Welche Risiken gibt es beim Jumping Fitness?
Jumping Fitness ist ein dynamisches und effektives Training, birgt jedoch wie jede Sportart Risiken, die man kennen und minimieren sollte. Eine sorgfältige Vorbereitung, die richtige Technik und die Berücksichtigung von körperlichen Voraussetzungen sind entscheidend für ein sicheres Training.
Verletzungen vorbeugen und Gelenke schonen
Beim Trampolinspringen kann man sich verletzten, vor allem, wenn man Übungen nicht korrekt ausführt oder das Trampolin unsachgemäß nutzt. Am häufigsten treten Verletzungen an den Sprunggelenken, den Knien oder am Rücken auf. Obwohl Trampolinspringen im Vergleich zu anderen Sportarten gelenkschonender ist, kann es dennoch die Gelenke belasten. Die richtige Technik ist entscheidend: Beim Landen sollten die Knie gebeugt werden, um den Aufprall zu reduzieren. Anfängerinnen und Anfänger sollten zudem langsam beginnen und sich schrittweise steigern. Wichtig ist auch eine angemessene Dämpfung des Trampolins. Eine rutschfeste Matte verhindert, dass das Trampolin wegrutscht.
Bei Herzproblemen: Trampolinspringen ärztlich abklären
Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck ist beim Trampolinspringen besondere Vorsicht geboten. Ein zu intensives Training kann den Blutdruck erhöhen und das Risiko für Schlaganfälle und Herzerkrankungen erhöhen. Betroffene sollten vor Trainingsbeginn ärztlich klären lassen, ob diese Sportart für sie geeignet ist. Ein Beginn mit niedriger Intensität und eine langsame Steigerung ist entscheidend, um Überanstrengung zu vermeiden.
Schutz vor Überlastung: Beckenboden stärken
Beim Trampolinspringen wirken starke Kräfte auf den Beckenboden. Dieser sollte daher ausreichend und gezielt trainiert werden, da es sonst zu gesundheitlichen Problemen kommen kann. Dies bestätigen die Ergebnisse einer im Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports veröffentlichten Studie. Die Forschenden befragten dafür 163 Amateur- und Nichtsportlerinnen zu Beckenbodenproblemen. Die Sportlerinnen, insbesondere diejenigen, die Kunstturnen und Trampolinspringen ausübten, litten deutlich häufiger unter Harninkontinenz als die Nichtsportlerinnen. Frauen, die bereits Kinder bekommen haben, sollten beim Jumping Fitness besonders vorsichtig sein, da Schwangerschaft und Geburt den Beckenboden zusätzlich schwächen.
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Jumping Fitness nach der Geburt: Ab wann kann man wieder einsteigen?
Frauen sollten während der Schwangerschaft eine Trampolin-Pause einlegen. Die Erschütterungen, die durch das Springen entstehen, können die Schwangerschaft und das ungeborene Kind gefährden. Zusätzlich schwächen der Druck durch das Kind und die Schwangerschaftshormone den Beckenboden stark. Darum gilt es, jeglichen zusätzlichen Druck auf dieses Muskelgebilde zu vermeiden. Eine vaginale Geburt, mit oder ohne Dammschnitt, kann den Beckenboden sogar verletzen.
Um Verletzungen und Überbeanspruchungen vorzubeugen, sollten sich Frauen nach der Geburt mindestens sechs bis acht Wochen schonen, bevor sie wieder mit dem Sport beginnen. Und auch dann sollten sie nicht direkt mit Jumping Fitness starten. Eine spezielle Rückbildungsgymnastik ist der ideale Einstieg in den Sport. Sie kräftigt die Muskeln und stärkt den Beckenboden. Nach und nach können Frauen nach der Rückbildung wieder sanften Sport ausüben. Bevor sie wieder auf das Trampolin steigen, sollte der Beckenboden ausreichend gefestigt sein. Frauen können dies herausfinden, indem sie mit voller Blase unter der Dusche auf der Stelle laufen. Wenn die Blase dabei hält, deutet das auf einen stabilen Beckenboden hin – die Grundvoraussetzung für den Wiedereinstieg ins Jumping Fitness.
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