Fitness

So hält Dodgeball Körper und Kopf fit

Veröffentlicht am:21.01.2026

5 Minuten Lesedauer

Das Mannschaftsspiel erinnert an Völkerball – nur mit mehreren Bällen. In Deutschland wird Dodgeball immer beliebter: Es erfordert kaum Ausrüstung und lässt sich flexibel an das Können der Mitspieler anpassen.

Zwei Teams bei einem Dodgebal-Spiel in einer Turnhalle. Beide Seiten laufen auf die in der Mitte liegenden Bälle zu und greifen danach.

© iStock / monkeybusinessimages

Dodgeball kann fast jede und jeder

Zwei Mannschaften – und wer von einem Ball getroffen wird, muss das Spielfeld verlassen. Das Grundprinzip hat Dodgeball mit dem Sportunterricht-Klassiker Völkerball gemeinsam. Und auch die Wurzeln: In alten Zeiten dienten beide als Training für kriegerische Auseinandersetzungen.

Von diesem Ursprung haben sich die Spiele aber längst weit entfernt. Während Völkerball in Deutschland seit langem üblich ist, wurde Dodgeball lange Zeit vor allem in Nordamerika gespielt. Seit einiger Zeit wächst auch in Deutschland die Zahl der Spielenden. Kein Wunder: Die Regeln sind leicht zu verstehen, spezielle Ausrüstung ist außer den Bällen nicht erforderlich. Und wer will, kann gleich loslegen und muss nicht erst spezielle Techniken erlernen.

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Wie spielt man Dodgeball?

Der größte Unterschied zwischen Dodgeball und Völkerball ist, dass Dodgeball mit mehreren Bällen gespielt wird, die in der Regel aus Stoff oder Schaumstoff bestehen, damit keine Verletzungen auftreten. Die World Dodgeball Federation (WDBF) verlangt in ihren Regeln fünf Bälle, wenn Exemplare aus Stoff verwendet werden, und sechs, wenn Schaumstoff im Spiel ist.

Bei der Größe des Spielfelds orientiert sich der Verband an einem Volleyballfeld. Das Spielfeld besteht aus zwei Hälften von je neun Metern Länge und Breite. Dabei gelten die ersten zwei Meter jeder Hälfte als neutrale Zone, aus der nicht geworfen werden darf. Ein Netz gibt es nicht. Jede Mannschaft besteht aus sechs Spielern.

Anders als beim Völkerball endet das Spiel nicht erst, wenn eine Mannschaft vollständig ausgeschieden ist – beim Dodgeball wird auf Zeit gespielt. In den Regeln des Verbands sind zwei Spielhälften à 20 Minuten festgelegt.

So läuft das Spiel ab:

  1. Zu Spielbeginn liegen alle Bälle auf der Mittellinie, die Spieler und Spielerinnen stehen an der hinteren Spielfeldbegrenzung. Auf ein Signal laufen alle zu den Bällen und versuchen, einen davon zu ergattern.
  2. Nun gilt es, Mitglieder der anderen Mannschaft mit dem Ball zu treffen. Geschieht das, scheidet der oder die Getroffene aus.
  3. Fängt ein gegnerischer Spieler oder eine Spielerin (auch noch nach einem Treffer) den Ball, bevor dieser den Boden oder eine Wand berührt, so scheidet der Werfer aus. Außerdem darf auch noch ein Mitglied des anderen Teams ins Spiel zurückkehren.
  4. Man kann sich auch vor einem Treffer schützen, indem man einen Ball mit einem anderen blockt.
  5. Gewonnen hat das Team, das am Ende noch die meisten Spieler auf dem Feld hat.
Drei weiche rote Schaumstoffbälle liegen auf dem Boden. Zwei Spieler greifen zwei von ihnen.

© iStock / Wei Ting Chang

Dodgeball wird mit mehreren Bällen gespielt. Sie bestehen aus weichem Gummi oder Schaumstoff, das beugt Verletzungen vor.

Für die Freizeit lässt sich Dodgeball leicht anpassen

Wer will, kann Dodgeball leistungsorientiert in Vereinen betreiben. Es gibt den Verband Dodgeball Deutschland e.V., einen Nationalkader und internationale Turniere bis hin zu Europameisterschaften.

Für die meisten dürfte aber vor allem reizvoll sein, dass sich Dodgeball leicht an die Mitspielenden anpassen lässt und dass man es fast überall spielen kann. Als Spielfeld kann jede ebene Fläche dienen, die Länge des Spiels und die Größe des Felds kann man individuell so wählen, dass alle Spaß an der Sache haben.

Auch Zusatzregeln sind möglich. So kann man zum Beispiel vereinbaren, dass Treffer gegen den Kopf nicht zählen, damit sich niemand wehtut. Außerdem reicht zum Spielen normale Sportkleidung aus. Die Bälle kosten pro Stück nur wenige Euro.

So eignet sich Dodgeball generell gut als Zeitvertreib – zum Beispiel im Park oder bei Kindergeburtstagen. Auch zum Aufwärmen für andere Sportarten kann man das Spiel nutzen.

Dodgeball ist gut für Körper und Geist

Fans schätzen Dodgeball dafür, dass der Sport auf verschiedene Weise gut tut und die Gesundheit fördert. So sieht der Schweizer Dodgeball-Verband in dem Spiel ein gutes Ganzkörpertraining, das durch Sprints, Drehungen und die vielen Aktionen mit dem Ball das Herz-Kreislauf-System und die Muskulatur stimuliert. Außerdem werden Reaktions- und Entscheidungsfähigkeit trainiert. Der Spaß und das Zusammenspiel mit anderen wiederum setzen Endorphine frei und helfen, Stress abzubauen. Auch das ist gut für Körper und Geist.

Da Dodgeball ohne Körperkontakt zur gegnerischen Mannschaft und mit weichen Bällen gespielt wird, sind die Verletzungsrisiken gering. Allerdings kann – wie bei jedem Sport – auch hier etwas passieren. So ergab eine Untersuchung in den USA, dass Dodgeball-Spieler dort am häufigsten mit Verstauchungen oder Zerrungen die Notaufnahme aufsuchten. Auch Brüche, Prellungen und Schürfwunden kamen vor. Eine britische Umfrage ergab, dass vor allem Fingerverletzungen auftreten, aber auch Blessuren an Knöchel, Knie, Schulter oder Kopf. Allerdings wurden hier vor allem Spieler und Spielerinnen befragt, die leistungsorientiert in den britischen Dodgeball-Ligen spielten.

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Beim Dodgeball gilt: Nicht zu ehrgeizig werden

Vor allem bei Spielen mit Kindern sollte man darauf achten, dass der Ehrgeiz nicht mit ihnen durchgeht. Da beim Dodgeball andere Mitspielende zielgerichtet mit dem Ball abgeworfen werden, fanden kanadische Forschende Anhaltspunkte dafür, dass das Spiel Mobbing fördern kann. Eltern, Lehrende, Trainer und Trainerinnen sollten diesen Aspekt im Hinterkopf behalten.

So lange jedoch der Spaß im Vordergrund steht, gilt: Dodgeball ist leicht zu verstehen, leicht zu lernen, macht Spaß und bringt Körper und Geist in Schwung. Probieren Sie das Spiel doch mal aus. Wer will, kann sich übrigens von einer Hollywood-Komödie inspirieren lassen. In dem Film „Dodgeball“ von 2004 setzten Vince Vaughn und Ben Stiller dem Spiel ein Denkmal.

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