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AOK – Die Gesundheitskasse

10 Gründe fürs Impfen

Ein Arzt verabreicht einem Mädchen eine Impfung, in Anwesenheit der Mutter.

© iStock / FatCamera

Lesezeit: 4 MinutenAktualisiert: 27.10.2021

Nicht zuletzt durch Corona wird das Thema „Impfen“ öffentlich recht kontrovers diskutiert. Tatsache ist: Impfungen können Infektionskrankheiten bekämpfen und unerwünschte Folgeschäden verhindern. Die folgenden zehn Gründe helfen dabei, Entscheidungen zu treffen.

Inhalte im Überblick

    1. Eine Impfung schützt die eigene Gesundheit

    Impfen schützt vor Infektionen mit Krankheitserregern, die kaum oder gar nicht behandelt werden können. Beispielsweise sterben noch immer 10 bis 20 Prozent an einer Infektion mit dem Tetanus-Erreger. Und auch wenn eine Maserninfektion meist ohne Folgen verläuft, so kann sie doch zu weiteren Infektionen wie einer Mittelohrentzündung oder Lungenentzündung führen. Selten kommt es auch zu einer Hirnhautentzündung, die tödlich verlaufen kann.

    Erkrankung trotz Impfung?

    Manchmal erkranken Menschen, obwohl sie geimpft sind, denn keine Impfung führt zu 100-prozentigem Schutz bei allen Geimpften.

    Allerdings können Impfungen die Erkrankungswahrscheinlichkeit senken oder auch einen schweren Erkrankungsverlauf sowie Komplikationen verhindern.

    2. Eine Impfung schützt die Gesundheit der anderen

    Nicht jeder Mensch kann sich impfen lassen. Manche Impfstoffe sind beispielsweise nicht für Säuglinge oder Kinder zugelassen, sodass eine Impfung nicht infrage kommt. Auch Menschen, die aufgrund von Krankheit, Medikation oder Alter immungeschwächt sind, erreichen oft keinen ausreichenden Impfschutz.

    Diese Personen sind darauf angewiesen, dass möglichst viele Menschen in ihrem Umfeld geimpft sind. Haben sehr viele Menschen die Impfung gegen eine Krankheit erhalten, profitieren so gegebenenfalls auch Ungeimpfte von der Impfung der anderen.

    3. Impfen hilft, Krankheiten auszurotten

    Noch bis vor einigen Jahrzehnten waren Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Keuchhusten oder Kinderlähmung in Deutschland weit verbreitet und vor allem für Kinder gefährlich. Neben einer verbesserten Hygiene haben besonders umfassende Impfprogramme dazu geführt, dass viele oft sehr ansteckende Erkrankungen ihren Schrecken verloren haben.

    Ende der 1940er-Jahre etwa starben in Deutschland jedes Jahr noch mehrere Tausend Menschen an Diphtherie, Keuchhusten oder Kinderlähmung. Kinderlähmung kommt seit vielen Jahren in Deutschland nicht mehr vor und eine Diphterieerkrankung stellt ein seltenes Ereignis dar. Bei Keuchhusten wurde im Jahr 2013 eine Meldepflicht wegen erneut ansteigender Fallzahlen eingeführt.

    4. Eine Impfung birgt weniger Risiken als das Durchleben einer Krankheit

    Bietet eine Infektion einen besseren Immunschutz als die Impfung? Fakt ist, dass beides, also sowohl die Erkrankung als auch die Impfung, das Immunsystem aktivieren und einen Schutz aufbauen. Der Vorteil der Impfung: Das Immunsystem hat es mit einem ungefährlichen Gegner zu tun, an dem es trainieren kann. Infektionen dagegen können zum Teil lebensbedrohliche Komplikationen verursachen.

    5. Für die Entwicklung von Impfstoffen gelten strenge Regeln

    Ein Impfstoff wird in Deutschland nur dann zugelassen, wenn er nachweislich wirkt, wenn er sicher und außerdem verträglich ist. Dafür muss der Impfstoff eine ganze Reihe von Untersuchungen durchlaufen und auch an Probanden getestet werden. Die Ergebnisse dieser Studien wiederum werden von offiziellen Stellen geprüft.

    Erst wenn die Ergebnisse bestimmte Kriterien erfüllen, kann eine Zulassung bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) oder auch beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) beantragt werden. Dann beginnt die Arbeit der Ständigen Impfkommission (STIKO), die vom Robert Koch-Institut koordiniert wird.

    Die STIKO ist eine unabhängige Gruppe von Experten, die Impfempfehlungen für bestimmte Impfungen aussprechen kann. Wird eine Impfung von der STIKO empfohlen, werden die Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet. Bei der Bewertung steht das öffentliche Interesse an einer Schutzimpfung neben dem Nutzen für den Einzelnen im Vordergrund.

    Eine Krankenschwester setzt eine Spritze mit Impfstoff am Oberarm eines Babys an.
    Es gibt einige Infektionskrankheiten, an denen ohne Impfung der Großteil aller Kinder erkranken würde. Impfungen schützen vor schwerwiegenden Folgen und helfen dabei, die Ansteckung im Zaum zu halten.

    © iStock / ArtMarie

    6. Moderne Impfungen sind gut verträglich

    In Deutschland gibt es ein umfangreiches Überwachungssystem, das Impfkomplikationen erfasst. Mithilfe von gesetzlich geregelten Meldesystemen wird jeder Verdacht auf eine unübliche oder außergewöhnlich starke Impfreaktion analysiert und untersucht. Die meisten anerkannten Impfkomplikationen wurden durch Impfungen verursacht, die heute nicht mehr empfohlen werden.

    Immer noch weit verbreitet ist die Annahme, Impfungen könnten Autismus auslösen. Verfügbare Studien sprechen jedoch gegen diesen Zusammenhang – zu diesem Schluss kamen auch unabhängig voneinander mehrere Behörden, darunter die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Europäische Arzneimittelbehörde EMA.

    7. Leichte Impfreaktionen sind ungefährlich

    Nach einer Impfung kommt es immer wieder zu leichten Beschwerden wie etwa Rötungen oder Schwellungen an der Impfstelle. Diese sind kein Anzeichen dafür, dass die Impfung gefährlich ist, sondern zeigen lediglich, dass der Körper beziehungsweise das Immunsystem auf die Impfung reagiert.

    In der Regel klingen diese Symptome nach wenigen Tagen wieder ab. Bei Impfungen mit Lebendimpfstoffen wie der Masern-, Mumps-, Röteln-Impfung kann mitunter eine leichte Form der Masern auftreten, die weder ansteckend noch mit einer echten Masernerkrankung vergleichbar ist.

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    8. Die Wirksamkeit von Impfungen ist wissenschaftlich erwiesen

    Auch nach der Zulassung eines Impfstoffes wird dessen Wirksamkeit und Sicherheit von unabhängigen Wissenschaftlern fortlaufend untersucht. Anhand dieser Daten lässt sich die Wirksamkeit von Impfungen nachweisen. Beispiel Kinderlähmung (Poliomyelitis): Anfang der 1960er-Jahre wurde in Deutschland die Schluckimpfung eingeführt.

    Was dies gebracht hat, zeigen folgende Zahlen: Während sich 1961 noch fast 4.700 Kinder mit dem Polio-Erreger infizierten und erkrankten, waren es 1965 bereits weniger als 50 Kinder. Seit 1990 kam es in Deutschland zu keiner Infektion mit Wildpolio-Viren.

    9. Kinderkrankheiten sind nicht harmlos

    Viele Infektionskrankheiten werden als Kinderkrankheiten bezeichnet. Nicht etwa, weil sie besonders harmlos sind, sondern weil ohne Impfung fast alle bereits im Kindesalter daran erkranken würden. Auch Erwachsene, die keinen Immunschutz haben, können sie bekommen. Oft ist der Krankheitsverlauf bei ihnen sogar noch schwerer oder birgt zusätzliche Risiken.

    Eine Infektion mit dem Rötelvirus etwa kann bei Schwangeren, die nicht immun sind, zu schweren Fehlbildungen beim ungeborenen Kind führen. Eine vollständige Impfung schützt zu fast 100 Prozent vor dieser unerwünschten Krankheitsfolge.

    10. Auch Babys profitieren von einer Impfung

    Die werdende Mutter überträgt verschiedene Antikörper auf das ungeborene Kind. Auch über die Muttermilch nimmt der Säugling Abwehrstoffe auf, die es vor Infektionen schützen. Dieser sogenannte Nestschutz hält allerdings nur einige Monate und hilft bei Weitem nicht gegen alle Infektionskrankheiten. Deshalb gelten bestimmte Impfempfehlungen auch schon für kleine Babys.

    Eltern müssen übrigens keine Angst haben, das Immunsystem der Kleinen dadurch zu überfordern. Denn im Alltag ist ihr Körper viel mehr Erregern ausgesetzt, als es durch die Impfung gegen einen oder mehrere Erreger (etwa durch Mehrfachimpfungen) der Fall ist.

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