Haut & Allergie
Rubinflecken: Sind die kleinen roten Punkte auf der Haut gefährlich?
Veröffentlicht am:04.01.2022
aktualisiert am 03.08.2026
6 Minuten Lesedauer
Sie haben rote Punkte auf Ihrer Haut und fragen sich, was das ist? Vielleicht sind es Hämangiome, im Volksmund auch Rubinflecken genannt. Das sind harmlose Hauterscheinungen, die vermehrt im Alter auftreten. Wie sie entstehen und wann ein Besuch in der ärztlichen Praxis sinnvoll ist.

© iStock / thodonal
Was genau sind Rubinflecken?
Rubinflecken sind kleine, gutartige Gefäßerweiterungen der Haut. Sie sind hellrot bis dunkelrot gefärbt und sehen aus wie Flecken oder Knötchen. Ihre Größe reicht typischerweise von stecknadelkopfgroß bis erbsengroß.
Wegen ihrer Farbe nennt man sie auch Kirschangiome. In der Fachsprache heißen sie „Hämangiome“, da sie von Blutgefäßen ausgehen, manchmal auch „tardive Hämangiome“, weil sie nach und nach auftreten oder „senile Angiome“, da ihre Zahl mit dem Alter meist zunimmt.
Allerdings haben bereits 50 Prozent der über 30-Jährigen Rubinflecken. Bei den über 75-Jährigen sind es ungefähr 75 Prozent.
Wie entstehen Rubinflecken?
Rubinflecken entstehen auf der Haut, wenn sich in einem bestimmten Areal die kleinsten Blutgefäße (Kapillaren) erweitern. Diese werden dann als hell- bis dunkelrote, scharf abgegrenzte Punkte oder Knötchen sichtbar. Meist treten Kirschangiome am Rumpf, also an Brust, Bauch und Rücken auf. Seltener können sie sich auch an Armen und Beinen sowie im Gesicht bilden.
Rubinflecken können unterschiedliche Ursachen haben: Neben dem zunehmenden Alter spielt vermutlich auch eine genetische (erbliche) Veranlagung bei der Bildung von sogenannten senilen Hämangiomen eine Rolle.
Auch in der Schwangerschaft treten die Blutgefäßveränderungen manchmal neu auf.
Die AOK ist stets an Ihrer Seite
Egal, welche Beschwerden Sie haben – die AOK unterstützt Sie mit Leistungen und Angeboten für alle Lebenslagen.
Sind Rubinflecken gefährlich?
Rubinflecken verursachen weder Juckreiz noch Schmerzen und sind völlig harmlos. Allerdings kann es manchmal vorkommen, dass senile Hämangiome durch mechanische Reizung oder Verletzung der Haut bluten.
Mitunter bilden sich in den erweiterten Gefäßschlingen dann kleine Blutgerinnsel, die dazu führen, dass sich die Rubinflecken ganz oder teilweise schwarz verfärben. Dadurch kann ein Rubinfleck für das ungeübte Auge an schwarzen Hautkrebs erinnern.
Wenn Sie auffällige Flecken auf Ihrer Haut feststellen, sollten Sie diese Ihrer Haus- oder Hautärztin beziehungsweise Ihrem Haus- oder Hautarzt zeigen. Auch im Rahmen einer Hautkrebsvorsorge wirft die Ärztin oder der Arzt einen Blick auf die Hautveränderungen und ordnet sie genauer ein.
Passende Angebote der AOK
Hautkrebsvorsorge: Diese Leistungen übernimmt die AOK
Gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf einen kostenlosen Haut-Check. Dabei untersucht die Ärztin oder der Arzt die Haut am ganzen Körper. Bei Auffälligkeiten kann zur weiteren Abklärung eine Gewebeprobe entnommen werden.

© iStock / Andrey Maximenko
Was kann man gegen Rubinflecken tun?
Rubinflecken sind nicht bösartig. Daher müssen sie im Gegensatz zu verdächtigen Muttermalen auch nicht regelmäßig kontrolliert und überwacht werden.
Es besteht die Möglichkeit, Rubinflecken, die zu Blutungen neigen oder ästhetisch als störend wahrgenommen werden, beispielsweise mittels Laser oder sogenannter Elektrokoagulation entfernen zu lassen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine Kassenleistung.
Ein solcher Eingriff sollte gut überlegt sein, da durch die Entfernung von Rubinflecken sichtbare Narben zurückbleiben können. Versuchen Sie keinesfalls, sie selbst zu entfernen. Am besten ist es, die harmlosen Kirschangiome einfach anzunehmen – als normale Hautveränderung, die zum Lebensalter dazugehört.
Passende Artikel zum Thema
Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.
Plötz, S.G., Hein, R., Ring, J. (2012): Gefäßtumoren. In: Häufige Hauttumoren in der Praxis. Springer, Berlin, Heidelberg.
Qadeer, H. A. et al (2023): Cherry Hemangioma. In: StatPearls.
Klebanov, N., et al. (2019): Use of Targeted Next-Generation Sequencing to Identify Activating Hot Spot Mutations in Cherry Angiomas. In: JAMA dermatology, 155(2), 211–215.
Cleveland Clinic (2022): Cherry Angioma.







