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Gemüse selbst anbauen: Startschuss für Hobbygärtner und Selbstversorger

Frau beim Gemüse anbauen im eigenen Zuhause.

© iStock / mapodile

Lesezeit: 4 MinutenAktualisiert: 18.03.2021

Sie wollen Ihr eigenes Gemüse anbauen? Eine tolle Idee, denn spätestens im März startet die Gartensaison. Jetzt werden Tomaten und Gurken vorgezogen und viele andere leckere Gemüsesorten ausgesät. Was Sie beim Gemüseanbau beachten sollten und warum sich eigener Anbau doppelt lohnt.

Inhalte im Überblick

    Selbst Gemüse anbauen: Viele Gründe dafür, keiner dagegen

    Eine Aktuelle Studie der Hochschule Geisenheim zeigt: Gartenbesitzer sind die glücklicheren Menschen, gerade in Pandemiezeiten. Bei der Studie handelt es sich um eine Umfrage, die 2020 während des ersten Corona-Lockdowns stattfand. Gefragt wurden 500 Personen mit und ohne Garten, wie wichtig der eigene Garten oder öffentliche Grünflächen für Ihr Wohlbefinden sind. Natürlich kommen weitere Faktoren hinzu, fest steht aber: Wer im Garten an der frischen Luft ist, profitiert auf viele Arten. So wirkt sich beispielsweise Gartenarbeit nicht nur auf die Fitness, sondern auch auf die Psyche aus. Sie sorgt für mehr Zufriedenheit und bietet einen guten Ausgleich zum Alltag. Zudem steckt im selbst angebauten Gemüse viel mehr drin als nur die Liebe des Gärtners. 

    Gemüse aus eigenem Anbau enthält keine Pestizide, dafür mehr Vitamine und noch viel mehr Geschmack. Jeder Selbstversorger trägt außerdem dazu bei, das Klima aktiv zu schützen. Das betont auch der Naturschutzbund Deutschland (NABU), der sich klar für mehr  Nutzgärten ausspricht. 

    Wer keinen eigenen Garten hat, braucht nun kein Trübsal zu blasen, auch auf dem Balkon oder mit Unterstützung spezieller "Sonnenlicht-Glühbirnen" für drinnen lassen sich viele Gemüsearten erfolgreich anpflanzen. Zudem gibt es mittlerweile im städtischen Bereich mietbare Gärten, die Hobbygärtner allein oder im Kollektiv bewirtschaften können. Weitere Informationen dazu finden Sie ebenfalls auf den Seiten des NABU.

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    Gemüseanbau: einpflanzen, säen oder doch lieber vorziehen?

    Beim Anbau von Gemüse gibt es mehrere Möglichkeiten: Hartgesottene heimische Gemüsesorten, wie Zwiebeln, können Sie ab März direkt in die Erde säen. Andere Gemüsearten brauchen hingegen etwas mehr Zuwendung, bevor sie bei unseren klimatischen Verhältnissen raus ins Freie können. Hier spricht man davon, Gemüse vorzuziehen – auch bei Gemüse, das direkt gesät werden darf, kann eine Anzucht zu mehr Ertrag führen. Wer keine Lust hat, Gemüse vorzuziehen, kann auf Jungpflanzen zurückgreifen, die in der Pflanzsaison zum Beispiel im Gartencenter angeboten werden. Diese können dann direkt ins Feld gesetzt werden.

    Beliebte Gemüsesorten, die zum Beispiel schon im März direkt im Freien gesät werden können: 

    • Zwiebel
    • Frühlingszwiebel
    • Schalotte
    • Lauch
    • Spinat
    • Rettich
    • Radieschen
    • Karotte

    Diese Gemüsesorten werden jetzt vor dem Aussetzen Ende März vorgezogen:

    • viele Salate
    • Tomate
    • Gurke
    • Paprikaschote
    • Peperoni
    • Aubergine
    • Zucchini
    • Kürbis
    • Melone
    • Kohlsorten, wie Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl (hier ist die Keimdauer etwas länger)

    Warum Tomaten, Gurken und Co. vorziehen?

    Gemüse, das groß und ertragreich wachsen soll, braucht Licht, Wärme und gleichmäßige Feuchtigkeitsverhältnisse – beides ist in unseren Gefilden im Frühjahr nicht garantiert. Frost ist beispielsweise eine große Gefahr für die zarten Wurzeln und Keimlinge. Eine Anzucht bietet sich an, damit das Gemüse vor dem Auspflanzen im Spätfrühling robust und groß genug ist, um etwaiger Witterung trotzen zu können. Gemüsearten, die Wärme brauchen, keimen und wachsen zudem schneller im Haus als im kalten Garten. Sorten wie Sellerie, die erst im Herbst geerntet werden, benötigen die Anzucht, damit sie überhaupt auswachsen können.

    Im Gewächshaus kann Gemüse nur vorgezogen werden, wenn es ausreichend warm ist und Frost ausgeschlossen ist. Die meisten Hobbygärtner nutzen das Gewächshaus eher als zweite Station nach der Anzucht, bevor die Jungpflanzen nach den Eisheiligen ins Beet gesetzt werden. Es gibt auch Mini-Gewächshäuser mit integriertem Wärmesystem, diese benötigen allerdings viel Strom. 

    4 Vorteile bei der Anzucht auf der Fensterbank:

    1. Es herrschen optimale Bedingungen (Licht, Wärme, Feuchtigkeit, Nährstoffe).
    2. Die Pflanzen kommen erst nach draußen, wenn sie robust genug sind.
    3. Die Anzucht kann den Ertrag erhöhen.
    4. Wer zum Beispiel Salate vorzieht, kann auch früher ernten.

    Wann kann ich welches Gemüse vorziehen? 

    Kleine Keimlinge mögen es warm, feucht und schön hell. Selbst wenn es im Wohnzimmer auf der Fensterbank über der Heizung stets kuschelig warm ist, bringt es nichts, im tiefsten Winter mit der Anzucht zu beginnen. Genügend Licht, das Pflanzen zum Wachsen benötigen, ist erst ab Ende Februar, Anfang März ausreichend vorhanden. Sorten mit längerer Keimdauer, wie Auberginen oder Paprika, können auch schon im Februar vorgezogen werden. Empfehlungen zu Beginn, Temperatur und Lichteinflüssen finden Sie oft auf dem jeweiligen Samentütchen. 

    Es gibt aber auch Gemüsesorten, die zur Anzucht nicht geeignet sind. Diese gedeihen besser, wenn sie direkt ausgesät werden. Dazu zählen zum Beispiel Erbsen und Bohnen sowie Rote Bete. Lassen Sie sich im Zweifel von Ihrem Gärtner des Vertrauens beraten. 

    Welche Erde benutze ich bei der Gemüseanzucht?

    Für die Anzucht gibt es extra Anzuchterde. Das Besondere an Anzuchterde ist der geringe Nährstoffanteil. Dieser sorgt dafür, dass die Wurzeln angeregt werden, schneller und robuster zu wachsen. Als Standort für die zarten Keimlinge bietet sich zum Beispiel eine Fensterbank an. Je nach Gemüsesorte sollte die Raumtemperatur passen. Auch hierzu finden Sie Hinweise auf den Samentütchen. 

    Beim Gemüseanbau kann die Anzucht in Eierschalen gedeihen.

    © iStock / ThitareeSarmkasat

    Worin kann ich Gemüse vorziehen?

    Der Naturschutzbund rät beim Vorziehen von Gemüse zu Eierschalen, um Plastikschalen zu vermeiden. Zudem sind Eierschalen in den meisten Haushalten vorhanden. Ein weiterer Vorteil: Sie können ganz einfach mit den Keimlingen eingepflanzt werden, da sie ökologisch abbaubar sind und gleichzeitig als Dünger dienen. Im Sinne des Klimaschutzes sollte beim Gärtnern zudem stets torffreie Erde verwendet werden. Beim Torfabbau werden Moore vernichtet, die wichtig sind beim Kampf gegen CO2

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