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Gesunde Ernährung

Die Wirkung von Spirulina & Co.: Sind Algen gesund?

Veröffentlicht am:04.02.2022

aktualisiert am 18.09.2026

6 Minuten Lesedauer

Algen in Sushi, als Salat und Nahrungsergänzungsmittel: Spirulina, Nori und andere Algen nehmen in unserer Ernährung einen immer größeren Stellenwert ein. Doch wie gesund sind Algen wirklich und können wir sie unbedenklich verzehren?

Auf einem Tisch stehen Spirulina-Algen-Produkte.

© iStock / pilipphoto

Wie gesund sind Algen?

Algen werden häufig als gesundes Lebensmittel mit vielen wertvollen Nährstoffen, Ballaststoffen und Vitaminen beworben – und als wichtige Proteinquelle bezeichnet. Algenpulver wie Spirulina und Chlorella können einen Proteingehalt von bis zu 60 Prozent haben. Aber: Mit wenigen Tabletten als Nahrungsergänzungsmittel lässt sich der Proteinbedarf nicht wesentlich beeinflussen.

Eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen wie Magnesium und Zink ist auch ohne Algen möglich. Ebenso kann der Jodbedarf durch Jodsalz gedeckt werden und wertwolle Pflanzenstoffe und Vitamine liefern auch andere grüne Gemüsesorten wie Spinat oder Grünkohl.

Nori und Chlorella-Algen enthalten erhebliche Mengen Vitamin B12 und werden als Nährstoffquelle für Veganer und Veganerinnen angepriesen. Dabei handelt es sich jedoch meist um Formen, die für Menschen kaum verwertbar sind. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Algen vor Erkrankungen wie Krebs, Herpes, AIDS, Grippe und Windpocken schützen.

Welche Algen kann man essen?

Algen spielen als Nahrungs- und Lebensmittel vor allem im asiatischen Raum eine große Rolle. Auch hierzulande werden sie in der Küche immer häufiger eingesetzt. Bei Speisealgen handelt es sich meist um großblättrige Makroalgen, in Nahrungsergänzungsmitteln finden sich vor allem Mikroalgen.

Algenverzehr: Das empfiehlt die DGE

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt aufgrund des hohen Jodgehalts in Algen nur eine Verzehrmenge von einem Gramm pro Tag.

Welche Speisealgen sind weit verbreitet?

Zu den weitverbreiteten Speisealgen gehören:

  • Nori: Die Rotalgen dienen in Form von getrockneten Blättern typischerweise der Ummantelung von Sushi-Rollen. Nori haben einen vergleichsweise niedrigen Jodanteil.
  • Wakame: Die Braunalge wird als Würzmittel verwendet und ist Zutat der japanischen Misosuppe.
  • Hijiki: Diese Braunalgenart dient häufig als Beilage zu Gemüse- oder Fischgerichten.
  • Kombu: Die sehr jodhaltige Braunalge kann mehrere Meter lang werden und wird in der japanischen Küche vor allem als Suppengrundlage eingesetzt. Kombu hat einen hohen Jodanteil: Bereits 150 Gramm decken den Jahresbedarf an Jod eines Erwachsenen.
  • Zuckertang: Als weitere Braunalge schmeckt Zuckertang durch ihren Zuckeranteil leicht süßlich und wird daher gerne in der kreativen Küche eingesetzt.
  • Ulva: Die Grünalge wird wegen ihres Aussehens, das an grünen Salat erinnert, auch Meersalat genannt und ist vor allem in Frankreich als Delikatesse geschätzt. Auch hier ist der Jodanteil niedrig.

Welche Algen sind als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich?

Mikroalgen werden vor allem in Form von Tabletten, Presslingen, Pulver oder Flocken als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Zu den bekanntesten Vertretern dieser Süßwasseralgen gehören:

  • Spirulina: Sie ist eine gute Eiweiß-, Eisen- und Vitamin-A-Quelle. Spirulina besitzt anders als Mikroalgen wie Chlorella keine Zellulosewände. Dadurch können wir die Inhaltsstoffe besser aufnehmen und verwerten.
  • Chlorella: Wie alle grünen Kulturgemüsesorten, beispielsweise Grünkohl, Spinat und Rucola, verfügen auch Chlorella-Algen aufgrund ihrer tiefgrünen Farbe über einen hohen Chlorophyll-Gehalt. Ihnen wird eine (bisher nicht belegte) entgiftende Wirkung zugeschrieben.
  • Aphanizomenon flos-aquae (AFA-Algen): Sie werden wild aus Bergseen geerntet und gelten als natürliche und reichhaltige Quelle für Vitamin B12, das allerdings in einer für Menschen nicht nutzbaren Form vorliegt.

Welche Wirkung hat Spirulina?

Studien weisen nach, dass Nahrungsergänzungsmittel aus Spirulina bei übergewichtigen Erwachsenen mit Stoffwechselstörungen das Körpergewicht, die Blutfettwerte und den Blutdruck verbessern können – vor allem in Verbindung mit Sport. Auch Herz-Kreislauf-Werte wie Cholesterin und Blutdruck zeigen positive Veränderungen, obwohl umfassende Langzeitstudien hier noch ausstehen. Neben der Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln, kommt Spirulina auch in Smoothies, Softdrinks, Chips, Nudeln, Algenölen, Gewürzen und Chips vor.

Wie werden Algen verarbeitet und zum Verzehr zubereitet?

Algen können Sie in der Küche vielfältig einsetzen. Sie sind meist als getrocknete Blätter erhältlich und müssen gewaschen und eingeweicht werden. Dadurch können Sie auch die teilweise hohen Jodgehalte senken.

Nori-Rotalgen-Blätter können Sie neben der Misosuppe auch für Sushi-Rollen (Sushi Maki) verwenden oder sie zu einem gesunden Algensalat verarbeiteten. Das Gleiche gilt für Meersalat.

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Welche Risiken sind beim Algenverzehr zu beachten?

Gegen einen gelegentlichen Verzehr von Algenprodukten wie Sushi ist nichts einzuwenden. Allerdings sollten Sie Algen nicht im Übermaß verzehren, denn sie nehmen häufig Schadstoffe wie Schwermetalle aus der Umwelt auf.

Wie viel Algen darf man essen?

Bei Untersuchungen wurden hohe Gehalte an Cadmium, Blei, Arsen und Aluminium in getrockneten Algenblättern nachgewiesen. Beispielsweise besteht für das Schwermetall Cadmium ein gesetzlicher Höchstgehalt von 3,0 Milligramm pro Kilogramm getrocknete Algen zur Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln. In jeder zehnten untersuchten Probe wurde dieser Wert überschritten.

Getrocknete Meeresalgen enthalten von Natur aus viel Jod. Die Lebensmittelüberwachung der Bundesländer fand in beanstandeten Algenprodukten bis zu 6.500 Mikrogramm Jod pro Kilogramm Trockengewicht. Laut Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) können Lebensmittel mit mehr als 20 mg Jod pro Kilogramm Trockenmasse die Gesundheit schädigen.

In Nahrungsergänzungsmitteln werden maximal 100 Mikrogramm Jod pro Tag empfohlen, insgesamt nicht mehr als 500 Mikrogramm. Kaufen Sie daher nur Meeresalgenprodukte mit eindeutigen Angaben zu Jodgehalt und Verzehrmenge. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, jodreiche Algenerzeugnisse (10 bis 20 Milligramm pro Kilogramm) mit einem Warnhinweis zu versehen. Diese Angaben fehlen jedoch häufig – vor allem bei Produkten aus Asien.

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Dürfen Schwangere Algen essen?

In der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Jod. Bereits eine leichte Unterversorgung mit dem Spurenelement kann die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen. Schwangeren wird daher empfohlen, zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung ein Nahrungsergänzungsmittel mit einer Tagesdosis von 100 bis 150 Mikrogramm Jod einzunehmen.

Seien Sie als werdende Mutter dennoch mit Meeresalgen und entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln vorsichtig, da die enthaltenen Schwermetalle Ihnen und Ihrem Kind schaden können. Um den Jodbedarf zu decken, können Schwangere zu herkömmlichen Lebensmitteln wie Fisch, Milch und Milchprodukten sowie Jodsalz greifen.

Aber Achtung: Salz in größeren Mengen kann zu Wassereinlagerungen im Körper führen.

Eine Frau steht in der Küche mit zubereitetem Sushi.

© iStock / AleksandarNakic

Sushi nur in Maßen: Da Algen häufig Schwermetall-belastet sind, sollten Sie Algen nur in geringen Mengen verzehren.

Wie nachhaltig sind Algen?

Dr. Nils Wieczorek, Oberingenieur am Institut für Ressourcenwirtschaft an der TU Hamburg, forscht seit Jahren zu Algen. Er sagt: „Algen verbrauchen deutlich weniger Ressourcen als gängige landwirtschaftliche Produkte. Algenfarmer benötigen keine Pestizide und können das Nährmedium, in dem Algen wachsen, mehrfach recyceln. So hinterlassen sie keine schädlichen Rückstände im Erdboden.“

Algen haben einen guten ökologischen Fußabdruck, denn:

  • Se sind anspruchslos: Algen gedeihen lediglich mit Wasser, CO₂ und Sonnenlicht.
  • Die Ernte der Biomasse erfolgt ohne schädliche Rückstände und ist somit umweltfreundlich.
  • Algen wachsen je nach Art und Kultivierungsbedingungen 10- bis 20-mal schneller als Landpflanzen und brauchen kein Ackerland.

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