Achtsamkeit als Fundament
Wie moderne Arbeitswelten von Kulturwandel statt „Add-ons“ profitieren
Die Universität Leipzig zeigt mit dem Projekt „Achtsamkeit in der Bildung und Hochschulkultur“ (ABiK), wie ein strategischer Gegenentwurf aussieht. Was 2021 in Kooperation mit der AOK PLUS begann, hat sich mittlerweile zum bundesweit größten Projekt seiner Art entwickelt. Das Besondere daran: Das Programm richtet sich explizit auch an die Verwaltung und die Führungsebene.
Für Entscheider und Arbeitgeber liefert dieses Best-Practice-Beispiel wertvolle Impulse, wie gesundheitsfördernde Strukturen im Unternehmen tief verankert werden können.
Gesundheit ist kein Bonus, sondern die Basis
In vielen Unternehmen wird betriebliches Gesundheitsmanagement noch immer als nettes Extra – als sogenanntes „Add-on“ – verstanden. Das ABiK-Projekt bricht mit diesem Denken.
„Gesundheitsförderung sollte kein Add-on sein, sondern Grundlage von Lern- und Arbeitsstrukturen.“ — Susanne Krämer, Projektleiterin
Mitarbeiter aus unterschiedlichsten Berufsfeldern und Hierarchieebenen teilen dieselben Kernziele: Sie wollen ihre eigene Resilienz (die psychische Widerstandskraft) stärken und die Qualität ihrer Arbeit sichern – selbst in Phasen von Mehrarbeit und hoher Belastung. Achtsamkeit bildet hier das Fundament, um Überlastung proaktiv zu steuern, statt erst beim akuten Burnout zu reagieren.
„Besonders schön finde ich, dass Menschen aus unterschiedlichen Berufsfeldern der Universität zusammenfinden und vergleichbare Ziele teilen: Einerseits mehr auf die eigene Resilienz zu achten, andererseits die Qualität der Arbeit durch einen gesünderen Umgang mit Mehrarbeit und Überlastung zu sichern“, beschreibt eine Mitarbeiterin der Universität Leipzig das „Mindful Employees“-Programm.
Wissenschaftlich belegt: Der messbare Nutzen für Organisationen
Die Kursformate des Programms verzahnen konkrete Übungen und Meditationen direkt mit der Reflexion eigener Denk- und Handlungsmuster im Alltag. Das Ziel ist klar definiert: Stressbewältigung fördern, die Selbststeuerung im Alltag stärken und sogar pro-ökologisches Handeln aktivieren.
Dass dieser Ansatz funktioniert, ist mittlerweile wissenschaftlich fundiert und praktisch erprobt. Eine aktuelle Studie von Blanke et al. (2026) sowie die Evaluationen aus der Praxis zeigen klare, messbare Effekte:
- Reduktion von Burnout-Symptomen: Die psychische Belastung sinkt nachweislich.
- Stärkung der Selbststeuerung: Mitarbeiter können Prioritäten im Alltag besser setzen und resilienter mit Stress umgehen.
- Verbesserte Beziehungskompetenz: Führungskräfte und Teams gewinnen an Präsenz, agieren in Gesprächen offener und aufmerksamer.
- Positiver Nebeneffekt: Die Studien belegen sogar, dass achtsamkeitsbasierte Ansätze pro-ökologisches Handeln im Alltag aktivieren.
„Lehrkräfte gewinnen an Präsenz und können in Gesprächen offener und aufmerksamer agieren“, Dr. Elisabeth Blanke, Leiterin der Evaluation.
Skalierbarkeit und Netzwerk: Ein Modell für die Zukunft
Der Erfolg des Leipziger Modells strahlt bereits auf andere große Institutionen aus. Die TU Dresden, die Westsächsische Hochschule Zwickau und die HTW Dresden haben die Konzepte bereits übernommen. Um den steigenden Bedarf zu decken, wurde das System über Train-the-Trainer-Schulungen erfolgreich multipliziert.
Um die Vernetzung weiter voranzutreiben, lädt ABiK gemeinsam mit dem AVE Institut und der AOK PLUS zur zweiten Konferenz „Achtsamkeit in der Bildung“ ein. Mitte September diskutieren rund 500 Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis Lösungen für eine alarmierende Lage: Ein Viertel der Schülerinnen und Schüler fühlt sich psychisch belastet, 44 Prozent der Studierenden leiden unter Dauerstress. Die Botschaft für Entscheider ist deutlich: Wer zukunftsfähig bleiben will, muss jetzt in neue, achtsamkeitsbasierte Ansätze investieren.
Fazit und Handlungsempfehlung
Wer als Arbeitgeber zukunftsfähig und attraktiv bleiben will, muss auch neue, achtsamkeitsbasierte Ansätze in Betracht ziehen. Achtsamkeit ist kein reines Wohlfühlthema, sondern ein strategisches Werkzeug zur Sicherung der Arbeitsqualität und Mitarbeiterbindung.
Weiterführende Informationen
- Zum Projekt ABiK: Direkt zur Projektseite der Universität Leipzig
- Zur Fachkonferenz: Im September diskutieren rund 500 Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis über die Zukunft der Achtsamkeit in Organisationen. Alle Details finden Sie auf der Konferenzwebsite.


















Viertägiger Inkubationsworkshop (oder Intensivworkshop) für Hochschullehrende und Führungskräfte im Klosterhof Meißen
Gemeinsame Achtsamkeitsübungen von Kollegium, Schulleitung und Schüler:innen in der Zukunftswerkstatt durch geführt von ABiK
Gemeinsame Achtsamkeitsübungen von Kollegium, Schulleitung und Schüler:innen in der Zukunftswerkstatt durch geführt von ABiK
Gemeinsame Achtsamkeitsübungen von Kollegium, Schulleitung und Schüler:innen in der Zukunftswerkstatt durch geführt von ABiK
Gemeinsame Achtsamkeitsübungen von Kollegium, Schulleitung und Schüler:innen in der Zukunftswerkstatt durch geführt von ABiK
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