Betriebliche Gesundheit im September
Lesen Sie im AOK-Arbeitgeber-Newsletter: Softdrinks als Gesundheitsrisiko * Homeoffice-Studie: Das Büro als Ort der Verbindung * Positive Psychologie im Betrieb: Auf die Stärken setzen * Einsamkeit: Was Arbeitgeber dagegen tun können
Softdrinks als Gesundheitsrisiko: So reduzieren Sie den Konsum
Gerade im Arbeitsalltag greifen viele Menschen als schnellen Energie-Kick gerne zu Limonade, Cola oder Energydrinks. Diese enthalten allerdings große Mengen an Zucker und Kalorien, liefern dem Körper jedoch kaum wertvolle Nährstoffe. Im Durchschnitt nehmen wir in Deutschland täglich 23 Gramm Zucker allein über süße Getränke zu uns. Das entspricht beinahe acht Stück Würfelzucker.
Das Tückische daran ist, dass flüssige Kalorien kaum sättigen. So steigt die tägliche Energieaufnahmemenge oft unbemerkt an. Auf Dauer begünstigt der regelmäßige Konsum Übergewicht und damit verbundene Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wer täglich “nur” eine Dose eines zuckerhaltigen Getränks konsumiert, trägt zudem ein deutlich höheres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.
Die gute Nachricht ist, dass sich der Konsum leicht und in kleinen Schritten reduzieren lässt. Mit diesen Tipps gelingt die Umgewöhnung:
- Etiketten prüfen: Ein kurzer Blick auf die Nährwerttabelle entlarvt versteckte Zuckerfallen sofort.
- Smarte Alternativen wählen: Ersetzen Sie Softdrinks nach und nach durch Wasser und ungesüßten Tee.
- Natürlichen Geschmack hinzufügen: Frischte Zutaten wie Zitrone, Gurke, Minze oder Basilikum machen einfaches Wasser zu einer echten Erfrischung
- Süßstoffe mit Bedacht einsetzen: Light-Getränke können die Umgewöhnung anfangs erleichtern, sind jedoch keine Lösung für den dauerhaften Durst.
Wussten Sie, dass oft bereits ein einziges Glas Softdrink die empfohlene Tagesmenge an Zucker überschreitet? Welche weiteren Tricks beim Umstieg auf gesunde Alternativen helfen, erfahren Sie im AOK-Gesundheitsmagazin.
Homeoffice-Studie: Das Büro als Ort der Verbindung
Das Homeoffice hat die Rolle des Büros grundlegend verändert. Für Arbeitgeber stellt sich damit zunehmend die Frage: Wie lässt sich die Arbeitszeit so gestalten, dass sie für Beschäftigte einen erkennbaren Mehrwert bieten? Aufschluss gibt eine neue Sonderauswertung der Homeoffice-Studie der Universität Konstanz.
Mehr als 1.000 Beschäftigte mit Homeoffice-Möglichkeit wurden 2025 dazu befragt, wie ihr Arbeitsalltag im Büro ganz konkret aussieht: Die meisten arbeiten weiterhin an einem festen eigenen Arbeitsplatz. Gleichzeitig vermisst mehr als ein Drittel der Befragten Orte im Unternehmen, an denen sie sich begegnen und informell austauschen können.
Moderne, aktivitätsorientierte Bürokonzepte mit Lounges oder Sesseln und gut ausgestatteten Räumen für Zusammenarbeit schneiden in der Studie im Vergleich zu traditionellen Büroumgebungen deutlich besser ab. Sie werden von den Befragten breiter akzeptiert. Zudem können sie dazu beitragen, Erschöpfung und Einsamkeit zu reduzieren. Auch bei der subjektiv wahrgenommenen Leistung zeigt sich ein kleiner Unterschied: Beschäftigte in flexibel-aktivitätsorientierten Büros schätzen ihre Leistung zwei Prozentpunkte höher ein als Beschäftigte in anderen Büroformen. Bei der kollegialen Unterstützung liegt der Unterschied bei vier Prozentpunkten.
Allerdings zeigt sich bei der konkreten Arbeitsplatzorganisation ein anderes Bild: Desksharing und Großraumbüros erhöhen den Wunsch nach Arbeit im Homeoffice. Während sich Beschäftigte mit Desksharing im Schnitt 3,4 Tage Homeoffice pro Woche wünschen, liegt die Zahl bei Beschäftigten mit festem Arbeitsplatz im Büro bei nur 2,59 Tagen. Für Arbeitgeber bedeutet das: Bürogestaltung, Arbeitsorganisation und Homeoffice-Regelungen sind optimalerweise aufeinander abgestimmt. Das Büro kann vor allem dort seine Stärken ausspielen, wo Zusammenarbeit, Kreativität und persönlicher Austausch gefragt sind, sollte aber auch Rückzugsorte ermöglichen, damit Mitarbeitende konzentriert arbeiten können.
Wie Arbeitgeber ihre Mitarbeitenden im Homeoffice unterstützen können und welche Angebote zu einer guten Homeoffice-Kultur beitragen, lesen Arbeitgeber hier.
Positive Psychologie im Betrieb: Auf die Stärken setzen
Die Kommunikation zu einem Projekt hat gut geklappt, das Timing wurde gehalten, die Kunden sind zufrieden. Statt den Blick darauf zu richten, was in Teams nicht funktioniert, lohnt sich der Fokus auf Erfolgserlebnisse. Wie sich im Rahmen von Betrieblicher Gesundheitsförderung vorhandene Stärken im Team gezielt nutzen und ausbauen lassen, darüber spricht Patricia Lück auf dem kostenfreien Onlinekongress „Mind at Work“ am 23. September 2026.
Die Diplom-Psychologin und Expertin für Betriebliche Gesundheitsförderung im AOK-Bundesverband stellt in ihrem Vortrag „BGF meets Positive Psychologie – wie kann Ressourcenstärkung im Unternehmen gelingen?“ neue Denkanstöße vor. Denn wer individuelle Stärken und Zusammenarbeit gezielt fördert und Arbeitsbedingungen gesundheitsgerecht weiterentwickelt, unterstützt Beschäftigte wirksam. Der Vortrag zeigt, wie mit einem konsequenten Blick auf vorhandene Ressourcen ein positives Mindset, eine optimistische Denkweise, im Team und Unternehmen entsteht und sich Freude und Erfolg in der Arbeit systematisch und wissenschaftlich fundiert verbindet.
Der Onlinekongress „Mind at Work“ findet am 23. September 2026 statt. Der Veranstalter „Pioniere der Prävention“ versteht sich als Netzwerk für Fachleute aus der betrieblichen Prävention. Initiatorin und Leiterin ist die Arbeitspsychologin Veronika Jakl, die für Kongresse und Veranstaltungen Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenbringt. Das Basis-Ticket berechtigt zur Teilnahme und ist kostenfrei. Ein All-Inklusive-Ticket enthält neben der Teilnahme die Aufzeichnungen aller Sessions sowie Tagungsunterlagen und kostet 99 Euro. Interessierte finden weitere Informationen zum Programm und die Anmeldung hier.
Einsamkeit: Was Arbeitgeber dagegen tun können
Einsamkeit wird eine zunehmende Herausforderung der Gesellschaft. Singlehaushalte nehmen zu, Ältere leben nicht mehr mit mehreren Generationen unter einem Dach. Während sich die öffentliche Debatte lange auf ältere Menschen konzentriert hat, zeigen Studien, beispielsweise das Familiendemografische Panel FReDA, dass besonders junge Erwachsene vermehrt von Einsamkeit betroffen sind.
Arbeit kann einen Gegenpol schaffen und ein soziales Miteinander fördern. Für Arbeitgeber wird das eine Herausforderung, da immer häufiger im Homeoffice gearbeitet wird und auch Führung über Distanz erfolgen muss. Zugehörigkeitsgefühl, eine positive Teamkultur und starke soziale Beziehungen am Arbeitsplatz wirken aber gegen Einsamkeit und haben einen gesundheitsförderlichen Einfluss auf die Beschäftigten.
Für Betroffene kann, so eine Studie der Europäischen Union, soziale Einsamkeit negative gesundheitliche Folgen haben: Das Risiko für Herzerkrankungen und Herzinfarkte steigt, Betroffene schlafen schlechter, sind häufiger krank und suchtanfällig. Chronische Einsamkeit kann also nicht nur physische, sondern auch psychische Erkrankungen bedingen und damit unmittelbar zu gesundheitlichen Ausfällen führen.
Worauf Betriebe achten können, um ihre Beschäftigten sozial einzubinden: Eine kooperative Führung mit offenen Türen, regelmäßigem Feedback und Partizipation.
- Regelmäßige Teamevents, persönlich und digital
- Kommunikationstools und Plattformen für den Austausch im Homeoffice
- Möglichkeiten, neue und ältere Mitarbeitende über beispielsweise Patenschaften und Mentoring-Programme zum Wissenstransfer einbinden
Unternehmen finden passende Unterstützung im AOK-Fachportal für Arbeitgeber, zum Beispiel in den Bereichen „Psychische Gesundheit“ und „Gesund führen“.
Stand
Erstellt am: 17.09.2026
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