Gesunder Arbeitsplatz im Büro und in der Dienstleistung

Büroarbeit findet meist im Sitzen statt. Außerdem sind viele Beschäftige in Großraumbüros tätig. Arbeitgeber können viel tun, um diese Arbeitsplätze gesundheitsgerecht zu gestalteten und so zum Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter beizutragen.

Gesunder Arbeitsplatz im Dienstleistungsbereich

In Deutschland arbeiten über 33 Millionen Beschäftigte im Dienstleistungssektor (Stand 2018). Das sind bei rund 44 Millionen Erwerbstätigen insgesamt Dreiviertel der Arbeitnehmerschaft. Viele von ihnen verbringen ihre Arbeitszeit sitzend in Büros

Die krankheitsbedingten Fehlzeiten der vergangenen Jahre zeigen aber auch: Es lohnt sich, im Dienstleistungssektor vermehrt auf die gesundheitsgerechte Gestaltung der Arbeitsplätze zu achten. Laut AOK Fehlzeiten-Report 2020 Muskel- und Skeletterkrankungen ein Fünftel der krankheitsbedingten Fehlzeiten. Psychische Erkrankungen, die zudem oft sehr langwierig sind, nehmen stetig zu.

Wichtige Eckpfeiler einer gesunden Arbeitsplatzgestaltung im Dienstleistungssektor:

  • Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung bei überwiegend sitzender Tätigkeit
  • Entlastungsmöglichkeiten bei überwiegend stehender Tätigkeit
  • Gute Beleuchtung
  • Angenehmes Raumklima

Sitzende Tätigkeit am Computer

Ein großer Teil der Beschäftigten arbeitet im Büro. Das bedeutet: langes Sitzen, sich konzentrieren, auf den Bildschirm schauen. Computerarbeit belastet den Rücken, den Schulter- und Nackenbereich. Auch die Augen werden stark beansprucht. Kommt es dadurch zu Überlastungen, melden sich viele Arbeitnehmer krank. Deshalb ist es ein sehr sinnvoller präventiver Schritt, Büroarbeitsplätze ergonomisch zu gestalten.

Zu einem gesundheitsgerechten Bildschirmarbeitsplatz gehören

  • optimales Licht,
  • das richtige Raumklima und
  • möglichst wenig Lärm.
  • Ebenfalls wichtig: regelmäßig Pausen einlegen. Ideal sind fünf bis zehn Minuten pro Stunde Bildschirmarbeit.

Für Jobs mit starker PC-Bindung, wie beispielsweise im Callcenter oder bei der Dateneingabe, werden sogar bis zu 15 Minuten pro Stunde empfohlen. Wer selbstbestimmt arbeitet, kann sich durch Apps oder einen Wecker an die nächste Pause erinnern lassen.

Generell haben mehrere kurze Pausen über den Tag verteilt einen größeren Erholungswert als eine lange und sollten in geeigneten Pausenräumen oder – wenn möglich – an der frischen Luft verbracht werden. Für eine gesunde Pause sind Ausgleichsübungen für den Rücken, Entspannungsübungen für die Augen oder ein nettes Gespräch mit Kollegen sinnvoll.

Arbeiten im Großraumbüro

Viele Unternehmen wollen modernes Arbeiten auch durch die Gestaltung der Arbeitsumgebung fördern und setzen dabei auf das Großraumbüro. Das soll Kommunikationswege verkürzen und teamübergreifende Zusammenarbeit erleichtern. Mit diesen Tipps lässt sich die Arbeit gesund gestalten:

Je größer ein Büro ist und je mehr Menschen darin zusammenarbeiten, desto höher ist auch die Keim- und Virenbelastung. Die Sensibilität für dieses Problem ist besonders durch die Corona-Pandemie gewachsen. Zum Schutz vor Infektionen sollten Oberflächen und Objekte – vor allem wenn sie gemeinschaftlich genutzt werden – regelmäßig gereinigt werden. Und ganz wichtig: immer wieder Lüften. Denn gerade in schlecht gelüfteten großen Räumen haben Viren ideale Verbreitungsmöglichkeiten. Das Fenster dreimal am Tag für ein paar Minuten offen stehen zu lassen, hilft bereits. Falls das Büro klimatisiert ist, sollte ein Sitzen direkt an den Lüftungsschächten vermieden werden.

Der hohe Geräuschpegel, der entsteht, wenn sich viele Menschen in einem Raum unterhalten, telefonieren, hin und her laufen oder auf die Tastatur tippen, wird schnell als belastend und konzentrationsstörend empfunden. Eine Studie des Marktforschungsinstituts Ipsos zeigt, dass Büroarbeiter pro Tag bis zu 86 Minuten produktiver Arbeitszeit wegen Lärm einbüßen. Abhilfe können etwa Trennwände oder Schränke zwischen den Tischen schaffen. Auch schallabsorbierende Möbel, Wände und Teppiche können hilfreich sein. Holz- und Kunststoffmöbel sind dabei etwa besser als Glas und Stahl.

Für längere Telefonate oder Besprechungen sollten den Beschäftigten separate Räume zur Verfügung stehen. Hierhin können sich auch die Kollegen zurückziehen, die gerade ungestört arbeiten möchten. Wichtig ist, dass sich diese Räume leicht buchen lassen und die Belegung für alle Mitarbeiter einsehbar ist.

Tageslicht und der Blick ins Freie sind wichtig für die Gesundheit – auch während der Arbeitszeit. Natürlich kann nicht jeder in einem Großraumbüro direkt am Fenster sitzen. Entsprechend platzierte Pausenecken oder Besprechungsbereiche ermöglichen es aber jedem Mitarbeiter, den Blick auch mal nach draußen schweifen zu lassen.

BGF in Kleinbetrieben

40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten in Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern, und 95,5 Prozent aller Betriebe sind Kleinst- (unter zehn Mitarbeiter) und Kleinbetriebe (unter 50 Mitarbeiter). Sie müssen mit geringen Ressourcen auskommen und schnell pragmatische Ergebnisse erzielen. Aufgrund der großen Bedeutung der Kleinbetriebe stellt die AOK verschiedene Angebote zur Verfügung, die kontinuierlich ausgebaut werden.

Das Forum KMU (kleinere und mittlere Unternehmen) des Deutschen Netzwerkes für Betriebliche Gesundheitsförderung (DNBGF) hat ein Positionspapier verfasst, in dem die Bedeutung der Betrieblichen Gesundheitsförderung unterstrichen wird. So kann jeder Kleinbetrieb die Gesundheit der Beschäftigten verbessern und erhalten.

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BGF in der Pflege

Pflegekräfte stehen in ihrer täglichen Arbeit oft unter hoher physischer und psychischer Belastung. In die Betriebliche Gesundheitsförderung in der Pflege zu investieren, ist angesichts dieser Belastungen notwendig und sinnvoll, um die Pflegekräfte gesund und motiviert im Beruf zu halten. Welche Maßnahmen sinnvoll und hilfreich sind, erfahren Arbeitgeber hier.

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Stand

Zuletzt aktualisiert: 22.10.2020

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