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AOK – Die Gesundheitskasse

Der große Schmerzmittel-Check

Eine Person hält Tabletten in der Hand.

© iStock / mthipsorn

Lesezeit: 4 MinutenAktualisiert: 04.10.2021

Sie lassen sich in eigentlich jeder Hausapotheke finden: rezeptfreie Schmerzmedikamente. Viele kennen ein Mittel wahrscheinlich ganz gut, die Einnahme ist routiniert. Doch welche Schmerzmittel gibt es eigentlich noch und was gilt es bei der Einnahme zu beachten? Ein Überblick über die rezeptfreien Schmerzbanner.

Inhalte im Überblick

    Welche Schmerzmittel gibt es?

    Hier finden Sie eine Übersicht über gängige Schmerzmedikamente als erste Orientierung. Sie ersetzt nicht die Packungsbeilage sowie die Beratung durch den Arzt oder Apotheker. Von einer längeren Einnahme ohne ärztlichen Rat wird abgeraten. Unbedingt auch individuelle Besonderheiten wie Leber- und Niereneinschränkungen beachten.

    Nichtsteroidale Antirheumatika

    Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen zählen zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Diese werden in der Selbstmedikation zur Fiebersenkung und Schmerzlinderung eingesetzt. Diese Medikamentengruppe hat jedoch typische Nebenwirkungen: Übelkeit, Sodbrennen, Erbrechen, Magenschleimhautschädigungen und -blutungen, Nierenschäden, Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut und Beeinflussung der Blutgerinnung.

    Weitere Schmerzmittel

    Es gibt noch weitere rezeptfreie Schmerzmittel, die gut zur Behandlung entzündungsunabhängiger Schmerzen geeignet sind. Zum Beispiel Paracetamol, ein Wirkstoff gegen Schmerzen und Fieber aus der Klasse der Nicht-Opioide. Bei vielen Migränepatienten gehören hingegen Triptane in die Hausapotheke.

    Für Säuglinge, Kleinkinder und Kinder sollten nur Medikamente verwendet werden, die laut Beipackzettel ausdrücklich geeignet und zugelassen sind. Über geeignete Arzneimittel, Dosierung und Darreichungsform informieren und beraten Sie Ihr Arzt oder Apotheker.

    Der Schmerzexperte Professor Casser klärt auf

    Wie wirksam sind rezeptfreie Schmerzmittel?

    Bei akuten Schmerzen ist ihr Einsatz sehr wirkungsvoll. Vor allem, wenn man weiß, woher der Schmerz kommt. Patienten sollten Schmerzmittel aber nur über einen möglichst kurzen Zeitraum einnehmen, nicht länger als zwei Tage, und sie generell so niedrig wie möglich dosieren.

    Wann ist es ratsam, zum Arzt zu gehen?

    Bei sehr starken, nicht erklärbaren Schmerzen oder mehrere Tage anhaltenden Beschwerden ist ein Arztbesuch empfehlenswert. Auch bei Schmerzen, die mit Taubheitsgefühl, Lähmung, Schwindel oder Benommenheit einhergehen.

    „Bei akuten Schmerzen ist der Einsatz von rezeptfreien Schmerzmitteln sehr wirkungsvoll. Vor allem, wenn man weiß, woher der Schmerz kommt.“

    Prof. Dr. Hans-Raimund Casser
    Ärztlicher Direktor des DRK Schmerz-Zentrums Mainz

    Warum gibt es überhaupt verschiedene Schmerzmittel?

    Weil sich ihre unterschiedlichen Wirkstoffe für unterschiedliche Schmerzen eignen. Bei Zahnschmerzen erweisen sich antientzündliche Medikamente (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac als sehr wirksam, bei Regelschmerzen Naproxen. Sie haben neben der schmerzstillenden auch eine abschwellende Wirkung. Ebenso gibt es Schmerzmittel, die insbesondere bei Kopfschmerzen wirksam sind, etwa Acetylsalicylsäure (ASS).

    Welche Risiken gibt es?

    Wirkstoffe wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen können auch bei Einhaltung der Tagesdosis, erst recht bei längerer Anwendung und bei Überdosierung, Leber, Nieren und Magenschleimhaut schädigen. Deshalb äußerst vorsichtig dosieren.

    Andere Schmerzmittel wie ASS beeinflussen sehr stark die Blutgerinnung, besonders bei gleichzeitiger Einnahme von Gerinnungshemmern. Und eine zu häufige Einnahme von Kopfschmerzmitteln, etwa an mehr als der Hälfte aller Tage im Monat, kann selbst Kopfschmerzen auslösen, den medikamenteninduzierten Kopfschmerz.

    Ein Mann hält eine Tablette und ein Glas Wasser in der Hand und überlegt, ob er eine Schmerztablette nehmen soll.
    Schmerztabletten lindern unangenehme Schmerzen – doch sie können auch Nebenwirkungen haben. Informieren Sie sich vor Einnahme über mögliche Risiken.

    © iStock / PeopleImages

    Sind rezeptfreie Schmerzmittel auch für Kinder geeignet?

    Kinder benötigen andere Schmerzmittel als Erwachsene. Hier ist der Arzt der richtige Ansprechpartner. Denn selbst vermeintlich harmlose, rezeptfreie Arzneimittel können bei Kindern schwere Schäden verursachen. Am besten die Hausapotheke in einem abschließbaren Schrank oder Fach aufbewahren, sodass Kinder sie niemals erreichen können.

    Und wo ist der beste Ort dafür?

    Küche und Bad sind für die Hausapotheke keine geeigneten Aufbewahrungsorte. Denn die Feuchtigkeit, die beim Kochen oder Baden entsteht, kann von Medikamenten aufgenommen werden und macht sie unbrauchbar. Am besten bewahrt man diese an einem kühlen, trockenen Ort auf, zum Beispiel im Flur.

    Drei Hausmittel gegen Schmerzen

    Wenn Sie nicht direkt zu Schmerzmittel greifen wollen, können Sie bei Schmerzen auch erstmal diese drei einfachen Hausmittel ausprobieren:

    • Kühlpacks: Kühlen sorgt für eine schwächere Durchblutung der betroffenen Körperstelle, die Entzündung wird gebremst. Kälte hemmt zudem die Schmerzrezeptoren und hilft gut bei Sportverletzungen. Kühlpacks sollten jedoch niemals aus dem Tiefkühler kommen: Verbrennungsgefahr!
    • Wärmflasche: Wärme hat einen entspannenden Effekt und fördert die Durchblutung. Hilft bei Muskelverspannungen und Bauchschmerzen.
    • Zwiebeln: Die Zwiebel hat entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften. Legen sie eine zerhackte Zwiebel in einem Stoffsäckchen auf die schmerzende Stelle.

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