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Sport nach einem Schlaganfall: Mobilität und Prävention

Ein Mann macht nach einem Schlaganfall zu Hause Sport.

© iStock / Koldunov

Lesezeit: 3 MinutenAktualisiert: 03.12.2021

Nach einem Schlaganfall kann regelmäßiger Sport dazu beitragen, schnell wieder mobil zu werden sowie langfristig Fitness, Kraft und damit auch die Lebensqualität zu erhalten. Zudem trägt Bewegung dazu bei, weiteren Schlaganfällen vorzubeugen.

Inhalte im Überblick

    Warum ist Sport nach einem Schlaganfall wichtig?

    Nach einem Schlaganfall sind körperliche Einschränkungen leider keine Seltenheit. Oft kommt es dabei zu vorübergehenden oder dauerhaften Lähmungen bestimmter Körperregionen. An Sport wollen viele Betroffene daher nicht denken. Sie haben oftmals eher das Bedürfnis, sich zu schonen.

    Oder sie unterschätzen ihre Leistungsfähigkeit. In der Folge schränken sie ihre Aktivität weiter ein und verzichten teilweise sogar auf Übungen, die zur Kräftigung und damit zur Genesung beitragen könnten. Das ist ein Teufelskreis. Denn die mangelnde Bewegung lässt die Fitness weiter sinken. Die Aktivität im Alltag nimmt ab und mit ihr die Lebensqualität.

    Durch den Schlaganfall verloren gegangene Fähigkeiten können durch Sport und Bewegung zum Teil wiedererlangt werden. Das Gehirn hat eine große Lernfähigkeit. Diese Vorteile hat Sport nach einem Schlaganfall:

    • Patienten können mit Sport ihre Ausdauer erhöhen sowie die Muskelkraft und die Koordinationsfähigkeit trainieren.
    • Körpergefühl und Wahrnehmung verbessern sich.
    • Neurologische Folgen lassen sich zum Teil abfedern.
    • Die Kräftigung der Muskeln ermöglicht mehr Aktivität im Alltag – das erhält nicht nur die Lebensqualität, sondern verringert auch das Risiko für Stürze.

    Sport als Prävention

    Sport beugt weiteren Schlaganfällen vor

    Bewegung hat positiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System. Sie senkt den Blutdruck und ist eine wichtige Unterstützung, um den Zucker- und Fettstoffwechsel zu regulieren. Damit beugt sie einer Arterienverkalkung (Arteriosklerose) vor beziehungsweise verlangsamt deren Fortschreiten – was wiederum das Risiko für Blutgerinnsel erheblich senkt. Gleichzeitig wird die Elastizität der Gefäße erhalten. Gerade nach einem Schlaganfall ist Sport daher eine wichtige Maßnahme, um erneute Herz-Kreislauf-Probleme zu vermeiden.

    Welche Sportarten eignen sich nach einem Schlaganfall?

    So viele Vorteile Sport auch für Schlaganfall-Patienten hat: Selbst nach einem leichten Schlaganfall sollten Betroffene keinesfalls in Eigenregie mit Sport beginnen, sondern den Wunsch mit ihrem Arzt besprechen. In der Regel ist Rehabilitationssport (Rehasport) ein guter Einstieg. Im Anschluss kann dann allein oder in einer Gruppe weiter gemacht werden.

    Rehasport nach einem Schlaganfall

    Rehasport wird von einem Arzt verschrieben. Dafür gibt es in jeder Region spezielle Rehasportgruppen. In der Regel umfasst der Rehasport 50 Übungseinheiten für einen Zeitraum von 18 Monaten oder 120 Einheiten in 36 Monaten bei starker Beeinträchtigung. Wie genau der Rehasport nach einem Schlaganfall abläuft, hängt von den individuellen Möglichkeiten und Bedürfnissen der Teilnehmenden ab. Gymnastikübungen und Bewegungsspiele können genauso dazugehören wie Schwimmen.

    Ausdauersport nach einem Schlaganfall

    Darf man nach einem Schlaganfall joggen oder Rad fahren? Das fragen sich viele Betroffene. Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, Ihr Herz-Kreislauf-System nicht zu stark zu belasten. Ein Pulsmesser ist daher beim Sport nach einem Schlaganfall eine gute Wahl. Ansonsten gilt: Ausdauersport verbessert Herz- und Lungentätigkeit. In Studien hat sich gezeigt, dass er zudem die Mobilität und die Belastbarkeit erhöht. Geeignete Ausdauersportarten sind zum Beispiel:

    Beginnen Sie zunächst mit wenigen Minuten Sport und steigern Sie sich nach und nach. Bei Sport im Freien sollten Schlaganfallpatienten auch darauf achten, starke Hitze und direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

    Gymnastik nach einem Schlaganfall

    Zu den Rehabilitationsmaßnahmen nach einem Schlaganfall gehört in der Regel eine umfangreiche Physiotherapie. Dabei lernen Sie auch Übungen für zu Hause, die Sie langfristig in Ihr Sportprogramm integrieren können.

    Personen machen Wassergymnastik in einer Rehasport-Gruppe.
    Wassergymnastik kann auch Teil des Rehasports nach einem Schlaganfall sein.

    © iStock / FatCamera

    Sport im Fitnessstudio nach einem Schlaganfall

    Wenn der Blutdruck gut eingestellt ist und der Arzt grünes Licht gibt, dürfen Schlaganfallpatienten durchaus an Geräten trainieren. Sie sollten sich aber nicht zu stark belasten und regelmäßig den Puls messen.

    Plötzliche Drehbewegungen des Kopfes sowie Übungen mit nach unten geneigtem Kopf sollten Sie vermeiden. Tabu ist zudem starkes Pressen. Geräte sollten Sie also mit niedriger Intensität beziehungsweise mit wenigen Gewichten verwenden.

    Bewegung im Alltag

    Nach einem Schlaganfall können Sie das leichte Sportprogramm um mehr Bewegung im Alltag ergänzen, zum Beispiel:

    • Gehen Sie häufiger mal ein Stück zu Fuß.
    • Verzichten Sie auf den Fahrstuhl und nehmen stattdessen die Treppen.
    • Gehen Sie beim Telefonieren auf und ab.
    • Gehen Sie mehrmals, um Geschirr und Lebensmittel zum Esstisch zu tragen, statt ein Tablett zu benutzen.

    Wenn Sie nach einem Schlaganfall regelmäßig Sport treiben, wird Ihnen Bewegung im Alltag auch zunehmend leichter fallen.

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