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Gesundes Wohnen

Bettwanzen – So werden Sie sie wieder los

Veröffentlicht am:04.12.2023

4 Minuten Lesedauer

Bettwanzen sind schwer zu beseitigen. Sind die kleinen Blutsauger erst einmal in der Wohnung, müssen Profis in Sachen Schädlingsbekämpfung ran und die Parasiten vertreiben. Mit einfachen Maßnahmen können Sie einem Befall vorbeugen.

Eine Bettwanze von oben in Nahaufnahme.

© iStock / John-Reynolds

Was sind Bettwanzen?

Die Bettwanze (Cimex lectularius) ist ein kleines blutsaugendes Insekt. Die Parasiten haben platte, flügellose Körper und sind rötlich-braun gefärbt. Sie bevorzugen menschliches Blut, aber auch das von Haustieren, Fledermäusen und Vögeln. Bettwanzen, auch Hauswanzen genannt, galten lange als ausgerottet. Das Umweltbundesamt beobachtet jedoch, dass die Bettwanze in Europa wieder auf dem Vormarsch ist. Auch in Deutschland taucht sie immer öfter auf – vor allem dort, wo Betten in kurzen Abständen von unterschiedlichen Menschen genutzt werden: beispielsweise in Hotels, Gemeinschaftsunterkünften oder Wohnheimen. Leider entwickeln Bettwanzen auch in Deutschland zunehmend Resistenzen gegen gängige Insektizide, was ihre Bekämpfung erschwert.

Woher kommen Bettwanzen?

Meist sind die Parasiten ein Mitbringsel aus dem Urlaub. Insbesondere in den USA und Australien stellte man in den vergangenen Jahren eine erhöhte Ausbreitung von Bettwanzen fest. Die Insekten kriechen in Reisetaschen, Koffer und Kleider. Auch in Bus- oder Flugzeugsitzen, in Secondhand-Kleidung oder Möbelstücken können sie sich einnisten. Zu Hause machen sie es sich dann im Schlafzimmer gemütlich. Für eine Invasion braucht es nur ein einziges befruchtetes Weibchen – es kann Eier für bis zu 150 Nachkommen legen.

Sind Bettwanzen mit bloßem Auge zu sehen?

Bettwanzen sind lichtscheu und nachtaktiv. Sie verstecken sich tagsüber in Fugen und Spalten in der Nähe des Bettes, im Teppich oder hinter den Fußleisten und sind daher schwer zu finden. Die Weibchen werden in etwa so groß wie ein Streichholzkopf (4,5 bis 8,5 Millimeter), die Männchen bis zu 6,5 Millimeter. Die Eier und die blassen Jungtiere sind winzig und mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Meist weisen nur ihre Spuren auf einen Befall hin: ihr Kot – kleine dunkle Flecken – oder Blutflecken auf der Bettwäsche.

Eine Person in einem weißen T-Shirt zeigt ihren rechten, angewinkelten Arm, auf dem Bettwanzenbisse zu sehen sind.

© iStock / Joel Carillet

Bettwanzenbisse sind oft in einer ähnlichen Form angeordnet wie Flohbisse – man spricht von einer „Leiter“.

Bettwanzenstiche erkennen und behandeln

Es kann manchmal eine Weile dauern, bis ein Befall mit Bettwanzen bemerkt wird. Meistens fallen die Schädlinge erst auf, wenn sie zugebissen haben und sich typische Male auf der Haut zeigen.

Wie sehen Bettwanzenstiche aus?

Bettwanzenstiche können leicht mit Insektenstichen oder Flohbissen verwechselt werden: Sie zeigen sich als kleine rote, leicht geschwollene Flecken mit einem Durchmesser von wenigen Millimetern bis zu einigen Zentimetern. Sie treten hauptsächlich an Armen, Beinen, am Hals und im Gesicht auf. Oft finden sich mehrere Stiche an einer Körperstelle oder in einer Reihe. Rötungen und Juckreiz stellen sich erst ein paar Tage nach dem Stich ein. Manche Menschen reagieren gar nicht, andere stark allergisch, zum Teil mit Blasen oder Quaddeln.Meist klingen die Beschwerden von allein wieder ab. Tritt eine allergische Reaktion mit starkem Juckreiz auf, wird mitunter eine kortisonhaltige Salbe verschrieben.

Auswirkungen auf die Gesundheit

Das einzig Gute: Bettwanzen sind keine Kranheitsüberträger.

Sie saugen zwar Blut, Krankheiten übertragen sie jedoch nicht. Allerdings wird ein Bettwanzenbefall als äußerst belastend erlebt und kann zu Schlaflosigkeit oder Angstzuständen führen.

Was hilft bei Bettwanzenbissen?

Es kann schwierig sein, Bettwanzenbisse zu diagnostizieren, gerade in den Sommermonaten kommen eine Reihe anderer Insekten als Verursacher der Hautreaktion infrage, zum Beispiel Flöhe, Milben oder Mücken. Auch Allergien oder manche Infektionskrankheiten wie Windpocken führen zu geröteten Hautstellen mit Juckreiz. Eine sichere Diagnose kann eine Ärztin oder ein Arztes stellen.

Was kann man gegen Bettwanzen tun?

Hauswanzen lassen sich nicht selbst einfangen. Je eher die Tiere professionell bekämpft werden, desto besser. Ist eine Wohnung oder ein Haus von Bettwanzen befallen, müssen Schädlingsbekämpfer/-innen, umgangssprachlich Kammerjäger/-innen genannt, gerufen werden.

Was unternehmen Schädlingsbekämpfer und Schädlingsbekämpferinnen?

Fachleute für Schädlingsbekämpfung können die Insekten mit speziellen Chemikalien unschädlich machen. Alle Nester müssen besprüht werden, das Insektizid muss mehrere Stunden einwirken. In der Regel sind zwischen zwei und vier Anwendungen notwendig. Große, sperrige Gegenstände wie Koffer, Sofakissen oder Bettdecken kann der Kammerjäger oder die Kammerjägerin für einige Stunden in einem Wärmezelt mit Hitze behandeln. Ist der Befall zu stark, müssen die betroffenen Gegenstände entsorgt werden.

Vorsicht! Versuchen Sie nicht, den Bettwanzen mit Pestiziden aus dem Baumarkt zu Leibe zu rücken. Holen Sie sich frühzeitig die Hilfe eines Profis. Nur durch eine sachgemäße Anwendung kann das Risiko, das von den Insektengiften für die eigene Gesundheit und die Umwelt ausgeht, gering gehalten werden.

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So können Sie Bettwanzen selbst bekämpfen

Sind die Parasiten einmal im Haus, können nur Schädlingsbekämpfer und Schädlingsbekämpferinnen die gesamte Bettwanzen-Population vernichten. Trotzdem können Sie helfen, den Bettwanzen-Befall einzudämmen und eine Weiterverbreitung zu verhindern:

  • Bettwanzen können Hitze über 55 Grad nicht überstehen. Waschen Sie Kleidung, Bettwäsche und andere Textilien deshalb bei mindestens 60 Grad und stecken Sie sie, wenn möglich, anschließend in den Wäschetrockner. Auch der Backofen sorgt für ausreichende Temperaturen für eine Wärmebehandlung, die mindestens 60 Minuten dauern muss.
  • Kälte bei minus 18 Grad: Alternativ können Sie befallene Gegenstände oder Textilien für drei bis vier Tage ins Gefrierfach oder die Tiefkühltruhe legen.
  • Frei laufende Bettwanzen lassen sich zertreten oder mit der Fliegenklatsche zerquetschen. Wenn Sie die Tiere mit dem Staubsauger einsaugen, müssen Sie Staubsaugerbeutel und Inhalt gut verschlossen in einer Plastiktüte im Tiefkühlfach einfrieren, um die Insekten zu töten.

Wie beugen Sie einem Befall durch Bettwanzen vor?

Entgegen der weitverbreiteten Annahme löst mangelnde Hygiene keinen Bettwanzenbefall aus. Die Schädlinge können unabhängig von jeglichen hygienischen Umständen auftreten, selbst in sonst gepflegten Einrichtungen. Es genügt, wenn eine Wanze eingeschleppt wird.

Diese Tipps können dabei helfen, einen Bettwanzen-Befall zu vermeiden:

  • Gebraucht-Käufe überprüfen: Kleidung vom Flohmarkt oder Secondhand-Kaufhaus sorgfältig prüfen. Kot-Reste oder süßlicher Geruch können auf Bettwanzen hinweisen. Eine Lupe hilft bei der Untersuchung.
  • Hotelzimmer checken: Schauen Sie sich Ihr Hotelzimmer ganz genau an, werfen Sie einen Blick unter Bettlaken und Matratzen. Falls Sie verdächtige Spuren finden, verlangen Sie ein anderes Zimmer.
  • Wäsche verschlossen aufbewahren: Lassen Sie Koffer und Taschen nicht offen stehen. Untersuchen Sie den Schrank, bevor Sie Kleidungsstücke einräumen.
  • Gepäck zu Hause in der Badewanne auspacken: Wenn Sie fürchten, Sie könnten Bettwanzen im Gepäck haben, packen Sie Ihre Wäsche in der Badewanne aus und schlagen Sie sie aus. Auf weißem Untergrund lassen sich die Tiere gut erkennen.

Ganz gleich, welche Art der Bekämpfung Sie wählen: Nach etwa zwei bis drei Wochen sollten Sie kontrollieren, ob neue Spuren auf Bettwanzen hindeuten. Überlebt auch nur ein einzelnes Weibchen, geht alles wieder von vorne los.

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