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Bio oder Second Hand: Nachhaltige Shoppingtipps

Ein junger Mann stöbert durch nachhaltige Kleidung.

© iStock / RyanJLane

Lesezeit: 8 MinutenAktualisiert: 15.03.2021

Nachhaltige Mode ist für viele shoppingbegeisterte Menschen ein wichtiges Verkaufsargument. Kein Wunder, dass sich immer mehr Modehersteller einiges einfallen lassen, um ihre nachhaltigen Textilien an die umweltbewusste Frau oder an den Mann zu bringen. Von veganen Textilfasern, über Biobaumwolle bis hin zu Fairtrade-Textilien. Woran Sie nachhaltige Mode erkennen können, welche Mode-Siegel es mittlerweile auf dem Markt gibt und wie nachhaltig Second-Hand-Mode wirklich ist, erfahren Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Tipp 1: Fairtrade-Mode: Mit gutem Gewissen shoppen

    Unter Fairtrade-Mode versteht man, dass die Menschen, die Textilien herstellen, auch unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten können. Das betrifft nicht nur die Näherinnen, die in Textilfabriken Kleidung herstellen, sondern bedeutet auch, dass die verwendeten Rohstoffe unter fairen Bedingungen angebaut, geerntet und weiterverarbeitet werden.

    Natürlich ist es nicht immer leicht solche komplexen Produktionsketten zu durchschauen, aber immer mehr Organisationen haben sich bereits darauf spezialisiert.

    Tipp 2: Mode-Siegel: So gehen Sie auf Nummer sicher!

    In immer mehr Pullovern, Shirts und Hosen sind Label und Siegel zu finden, die auf faire Herstellungsprozesse hinweisen. Eine Auswahl der wichtigsten Siegel zeigen wir Ihnen hier, die Verbraucherzentrale (Quelle: www.verbraucherzentrale.de) verrät, welche Standards sich hinter dem jeweiligen Logo befinden:

    • IVN Best: Das Siegel IVN Best vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft garantiert die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen. Das heißt konkret, dass Mindestlöhne bezahlt wurden, keine Kinderarbeit und keine Zwangsarbeit stattfand und es bedeutet auch, dass das Verbot der Diskriminierung eingehalten wurde. Die Naturfasern sind außerdem zu 100 Prozent ökologisch zertifiziert.
    • Fairtrade Cotton: Das Fairtrade-Siegel für Baumwolle steht für fair angebaute und gehandelte Rohbaumwolle. Der sogenannte Fairtrade-Mindestpreis hilft den Bauern, die Kosten einer nachhaltigen Produktion zu decken. Es ist vorgesehen, dass alle Produzenten eine Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte erhalten. Die Standards sind hier besonders hoch, außerdem fördern sie den Biobaumwollanbau.
    • GOTS: Auch bei der Kennzeichnung GOTS (Global Organic Textile Standard) soll der Käufer davon ausgehen können, dass die ILO-Kernarbeitsnormen (siehe oben) in der Weiterverarbeitung der Baumwolle eingehalten wurde. Die Fasern sollen außerdem zu mindestens 70 Prozent Naturfasern aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft oder Tierhaltung bestehen. Bei dem Labelzusatz "organic" gilt dies für 95 Prozent der eingesetzten Fasern.
    • Cotton made in Africa: Im Rahmen von Cotton made in Africa sollen Kleinbauern dabei unterstützt werden, ihre Lebensbedingungen und die ihrer Kinder zu verbessern. Die Baumwolle würde demnach unter Ausschluss von Kinderarbeit, gefährlichen Pestiziden oder genveränderter Baumwolle angebaut. Die Kleinbauern würden nicht nur gerecht und rechtzeitig bezahlt, durch spezielle Schulungen könnten sie außerdem ihre Erträge steigern und ihr Einkommen erhöhen.

    Tipp 3: Achten Sie auf den „Grünen Knopf"

    Bei diesem Siegel, dem „Grünen Knopf“, handelt es sich um ein staatliches Textilsiegel, welches 26 soziale und ökologische Produktkriterien und 20 Unternehmenskriterien umfasst. Die Textilunternehmen unterziehen sich in den Bereichen „Nähen und Zuschneiden“ und „Färben und Bleichen“ einer speziellen Überprüfung.

    Es kommt durchaus vor, dass ein oben genanntes Mode-Siegel seine Textilien zusätzlich mit dem „Grünen Knopf“ bewerben darf. Zu finden sind Produkte mit diesem Siegel mittlerweile selbst bei Discountern oder in Supermärkten.

    Eine junge Frau stöbert durch nachhaltige Kleidung.

    © iStock / ArtMarie

    Tipp 4: Vegane Kleidung

    Kleidung bestand früher vor allem aus Wolle, Leder oder Pelz. Wer bei der Mode allerdings auf nicht-tierische, also vegane, Materialien setzen möchte, findet auch hier einen großen, stark wachsenden Markt. Nicht jeder modebewusste Mensch weiß, dass auch Seide, Perlmutt und Daunen tierischen Ursprungs sind, vor dem Kleidungskauf kann eine kurze Recherche Aufschluss geben.

    Vegane Mode besteht vor allem aus pflanzlichen Fasern wie Buchenholz und Eukalyptus oder aus recycelten Fasern die zum Beispiel aus alten PET-Flaschen gewonnen werden. Leder für Schuhe zu ersetzen, gestaltet sich allerdings eher schwierig. Auch ein verbindliches, veganes Mode-Siegel gibt es bisher nicht, denn das PETA-Siegel, das bisher für vegane Textilien vergeben wurde, beruht vor allem auf Vertrauensbasis.

    Tipp 5: Naturbewusste Bio-Mode

    Bio-Mode oder ökologische Kleidung hat vor allem ein Ziel: Die Natur soll bei der Produktion und Weiterverarbeitung der Mode so wenig wie möglich belastet werden. Aus diesem Grund besteht Bio-Kleidung aus pflanzlichen oder recycelten Fasern. Auch auf die Verwendung von Pestiziden wurde bei diesen Fasern grundlegend verzichtet, sie werden kontrolliert biologisch angepflanzt. Bei der Bio-Mode können Sie auf die oben genannten Textilsiegel vertrauen.

    Tipp 6: Der Klassiker der Nachhaltigkeit: Second-Hand-Mode

    Second-Hand-Mode erlebt einen neuen Boom, denn was kann nachhaltiger sein als gebrauchte Kleidung zu kaufen? Stimmt natürlich, trotzdem lohnt es auch hier darauf zu achten, dass es sich um natürliche Materialien handelt. Werfen Sie vor dem Kauf am besten einen Blick auf das Etikett, statt Polyester können Sie beispielsweise auf Kleidung aus Baumwolle, Leinen, Tencel oder Hanf zurückgreifen.

    Und noch ein Tipp für Second-Hand-Fans: Bei den Waren kleiner Boutiquen lässt sich besser nachvollziehen, ob die Kleidung auch wirklich aus „privater Hand“ stammt. Auch im Internet gibt es zahlreiche Angebote, gebrauchte Kleidung zu erstehen. Auch hier können Sie das Angebot für gewöhnlich nach langlebigen und natürlichen Materialen filtern.

    Tipp 7: Mehr Nachhaltigkeit im Mode-Alltag

    Im Durchschnitt kauft jeder Deutsche 12 bis 15 Kilogramm Kleidung pro Jahr. Diese Zahlen veröffentlichte die Bundesregierung im Januar 2020. Diese Tipps helfen Ihnen dabei, beim nächsten Kleiderkauf nachhaltigere Produkte zu erwerben:

    • Kaufen Sie Kleidung, die länger getragen werden kann, z. B. zeitlose Shirts, Hosen und Kleider.
    • Achten Sie auf gute Qualität und legen Sie Wert auf fair gehandelte und zertifizierte Mode (z. B. mit entsprechendem Siegel).
    • Gehen Sie schonend mit Ihrer Kleidung um. Kleine Reparaturen können Sie selber vornehmen, bei komplizierteren Dingen, z. B. beim Einnähen eines neuen Reißverschlusses, helfen Änderungsschneidereien weiter.
    • Verkaufen oder verschenken Sie Kleidung, die Sie selbst nicht mehr tragen.
    • Vermeiden Sie giftige Chemikalien. Kaufen Sie vor allem bei Outdoor-Kleidung PFC-freie Produkte. Finden Sie keine genauen Angaben, können Sie Textilien mit der App „Scan4Chem“ (vom Umweltbundesamt) überprüfen.
    • Gebrauchte, noch tragbare Kleidung können Sie in die Altkleidersammlung geben. Achten Sie hier auf das Siegel „FairWertung“, denn diese Organisation verfolgt keine wirtschaftlichen Zwecke.

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