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Allergie durch Hausstaubmilben: Was tun?

Ein Mann schnäubt sich die Nase wegen einer Hausstaubmilbenallergie.

© iStock / PeopleImages

Lesezeit: 6 MinutenAktualisiert: 28.05.2021

Hausstaubmilben befinden sich überall in der Wohnung. Für Menschen, die darauf allergisch reagieren, kann das zur Qual werden. Allerdings lassen sich die Beschwerden lindern: mit Medikamenten, einer Hyposensibilisierung und ein paar Handgriffen in der Wohnung.

Inhalte im Überblick

    Was löst die Hausstaubmilbenallergie aus?

    Medizinisch richtig heißt die sogenannte „Hausstauballergie“ eigentlich Hausstaubmilbenallergie. Denn nicht der Staub an sich ist für die Allergie verantwortlich, vielmehr befinden sich die allergie-auslösenden Stoffe (Allergene) im Kot von Hausstaubmilben. Diese winzigen Partikel trocknen aus und zerfallen in noch kleinere Teile. Sie vermischen sich mit dem Hausstaub und werden so im ganzen Raum ausgebreitet. Tatsächlich sind also die Milben die Verursacher und nicht der Staub an sich.

    Wo sind die Hausstaubmilben versteckt?

    Die etwa 0,1 Millimeter großen Milben sind mit dem bloßen Auge kaum zu sehen. Sie ernähren sich in erster Linie von Hautschuppen. Und Hautschuppen sind überall dort, wo Menschen sich aufhalten. Deshalb findet man die Hausstaubmilben im Bett und auf Polstermöbeln, aber auch in Teppichen und Vorhängen. Hausstaubmilben mögen es zudem gern warm und feucht. Sie kommen in jeder Wohnung vor und haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun.

    Hausstaubmilben überleben länger bei Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit. Wenn die Heizperiode im Winter wieder beginnt und die Luftfeuchtigkeit sinkt, stirbt ein großer Teil der Milben ab. Zuvor jedoch, im Spätherbst oder zu Beginn des Winters, hat sich die größte Menge Milben-Exkremente angesammelt, die dann auch noch durch die Heizungsluft im gesamten Raum verteilt wird. Allergiker leiden in dieser Zeit deshalb besonders unter ihrer Hausstaubmilbenallergie.

    Eine Frau schnäubt sich die Nase wegen einer Hausstaubmilbenallergie.

    © iStock / BakiBG

    Was passiert im Körper bei einer Allergie?

    Das Immunsystem schützt den Körper vor Schadstoffen, Krankheitserregern und krankmachenden Zellveränderungen. Leidet jemand unter einer Allergie, reagiert dessen Körper überempfindlich auf eigentlich harmlose Stoffe und bekämpft sie – so auch bei Hausstaubmilben. Das Immunsystem löst eine Art Kettenreaktion aus.

    Gelangen Allergene in den Körper, werden sie von bestimmten Zellen des Immunsystems, den sogenannten T-Zellen, entdeckt und fälschlicherweise als Bedrohung eingeordnet. Daraufhin geben T-Zellen anderen Zellen des Immunsystems (den B-Zellen) ein Signal, Antikörper zu produzieren. Bei einer Allergie sind das ganz bestimmte Antikörper: sogenannte IgE-Antikörper. Sie binden an das Allergen und markieren es als „körperfremd“.

    Die Antikörper dienen dann als Brücke, um sich an spezielle Immunzellen – wie die Mastzellen – zu binden, zum Beispiel in der Nase oder der Lunge. Dadurch sind diese Zellen dann für den nächsten Kontakt mit dem Allergen vorbereitet: Sie können chemische Stoffe wie Histamin freisetzen. Histamin wirkt als natürlicher Entzündungshemmer. Es sorgt für die Erweiterung der Blutgefäße, damit mehr Abwehrzellen die Kontaktstelle erreichen können. Histamin verursacht zudem Juckreiz als Warnsignal für den Körper. Es ist deshalb auch für allergische Reaktionen wie juckende Augen oder eine tränende Nase verantwortlich.

    Eine Allergie kann also als eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems verstanden werden. Die exakten Ursachen für Allergien sind jedoch nicht bekannt. Vermutlich handelt es sich um eine Kombination aus genetischer Vorbelastung sowie verschiedenen äußere Einflussfaktoren. So können zum Beispiel übertriebene Hygiene, unüberlegter Einsatz von Desinfektionsmitteln in der Wohnungsreinigung, Luftverschmutzung, Zigarettenrauch, eine ungesunde Ernährung oder auch Stress das Entstehen einer Allergie begünstigen.

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    Wie äußert sich eine Hausstaubmilbenallergie?

    Menschen, die auf Hausstaubmilben allergisch reagieren, können ganz unterschiedliche Symptome haben, vor allem:

    • häufiges Niesen
    • laufende oder verstopfte Nase
    • ständiges Räuspern
    • tränende und juckende Augen
    • allergische Hautreaktionen wie zum Beispiel deutlicher Juckreiz
    • Schlappheit und Müdigkeit
    • asthmatische Beschwerden wie Husten, pfeifende Atmung und Kurzatmigkeit
    • Schlafstörungen

    Typisch ist auch, dass die Beschwerden ganzjährig auftreten. Da die Milben vor allem in Matratzen, Kissen, Decken und Bettbezügen vorkommen, treten die Beschwerden vorwiegend nachts und morgens auf.

    Wie wird eine Hausstaubmilbenallergie festgestellt?

    Um eine Hausstaubmilbenallergie festzustellen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

    • An erster Stelle steht das Gespräch mit dem Arzt, der sich ausführlich die Symptome beschreiben lässt (Anamnese).
    • Dann erfolgt ein spezieller Allergietest, auch Pricktest genannt. Die Allergene werden dabei meistens auf dem Unterarm aufgebracht und die Haut an dieser Stelle leicht eingeritzt. Tritt eine Rötung oder eine Schwellung an der Stelle auf, zeigt das eine allergische Reaktion an. Als weitere Möglichkeit gibt es den Provokationstest. Dabei werden Auszüge des Allergens in Form eines Sprays oder Tropfen auf die Nasenschleimhaut oder die Augenbindehaut aufgetragen. Entsteht danach eine Schwellung oder fängt die Nase an zu laufen, deutet das stark auf eine allergische Reaktion hin.
    • Eine Blutuntersuchung kann ebenfalls eine Allergie nachweisen. Sie erfolgt aber nur nach einem nicht eindeutigen Pricktest oder als Alternative, wenn der Pricktest ungeeignet für den Patienten ist.

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    Gegen Milben: 10 Tipps zur Vermeidung von Staub

    Bei jeder Allergie – so auch bei einer gegen Hausstaubmilben – ist oberstes Gebot, die Auslöser der Allergie zu meiden. Aber wie entsteht Hausstaub überhaupt? Es handelt sich um winzige Partikel aus verschiedenen Quellen, die durch die Luft schweben und sich an bestimmten Stellen sammeln. Typische Bestandteile sind Fasern von Textilien, Hautschuppen, Haare und Bakterien. Vermeiden lässt sich Hausstaub also nicht. Es gibt allerdings ein paar hilfreiche Tipps, wie Sie die Belastung mit Milben-Allergenen in den Wohnräumen verringern können. Gerade im Schlafzimmer kann es auch sinnvoll sein, gewisse Maßnahmen zu kombinieren:

    1. Lüften Sie alle Räume gut.
    2. Glatte Böden sind für Allergiker eine gute Wahl. Diese sollten Sie regelmäßig, ruhig zweimal wöchentlich, feucht wischen.
    3. Wer Teppichboden hat, sollte den mehrmals pro Woche absaugen. Wenn möglich, sollten Sie ihn zumindest im Schlafzimmer entfernen.
    4. Bei Staubsaugern unbedingt auf einen speziellen Feinstaubfilter mit möglichst hoher Filterklasse, also 13 oder 14, achten (HEPA – steht für High Efficiency Particulate Air).
    5. Wischen Sie Staub immer feucht und tragen Sie dabei als Allergiker ruhig einen Mundschutz und eine Schutzbrille.
    6. Waschen Sie die Bettwäsche regelmäßig bei mehr als 60 Grad.
    7. Entfernen Sie Staubfänger wenn möglich aus der gesamten Wohnung, zumindest aber aus dem Schlafzimmer  – zum Beispiel Vorhänge, Sofakissen, Polstermöbel, Wolldecken, offene Bücherregale, Stofftiere. Ledermöbel sind eine gute Alternative.
    8. Gerade Kuscheltiere sollten möglichst bei 60 Grad waschbar sein. Alternativ lässt man sie mindestens 48 Stunden bei minus 15 Grad im Gefrierschrank und wäscht sie anschließend. Das gilt als gutes Hausmittel gegen Milben in Kuscheltieren.
    9. Es gibt Luftreiniger gegen Staub, die die Allergenbelastung senken.
    10. Verzichten Sie auf Pflanzen und Luftbefeuchter im Schlafzimmer – sie können das Milbenwachstum fördern.

    Häufig werden immer noch die sogenannten „Encasings“ bei Hausstaubmilbenallergien empfohlen. Dabei handelt es sich um Matratzenbezüge, die Milben abwehren sollen. Der Nutzen dieser Maßnahme ist umstritten, eine Analyse aller verfügbarer Studie zu diesem Thema konnte keinen messbaren Nutzen feststellen.

    Wie wird eine Hausstaubmilbenallergie behandelt?

    Es gibt verschiedene Medikamente, um die Beschwerden bei einer Hausstaubmilbenallergie zu behandeln. Dazu gehören:

    • Antihistaminika oder auch Histamin-Rezeptor-Blocker genannt, weil sie die Wirkung von Histamin hemmen und damit die Beschwerden abmildern. Sie sind eine gute Wahl bei leichten bis mittelschweren Allergiesymptomen.
    • Mastzellstabilisatoren (Chromone) sind in ihrer Wirkung etwas schwächer als Antihistaminika. Auch sie hemmen die Freisetzung von Botenstoffen, welche Entzündungen fördern. Sie müssen aber vorbeugend eingesetzt werden. Die genaue Wirkungsweise ist noch nicht vollständig geklärt.
    • Kortikosteroide sind Hormone, die der Körper selbst in der Nebennierenrinde bildet. In künstlich hergestellter Form werden sie als Medikamente bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben eingenommen und kommen bei mittelschweren bis schweren Beschwerden zum Einsatz, etwa in Form von Sprays bei allergisch bedingtem Asthma.
    • Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten funktionieren ähnlich wie Antihistaminika als Hemmstoffe.
    • Abschwellende Nasentropfen und -sprays können Symptome lindern.

    All diese Medikamente unterdrücken jedoch nur die Allergiesymptome, die von Milben ausgelöst werden. Die einzige Möglichkeit, eine Hausstaubmilbenallergie langfristig zu behandeln, ist eine sogenannte Hyposensibilisierung. Bei dieser spezifischen Immuntherapie bekommen die Betroffenen regelmäßig kleine Mengen des abgewandelten Allergens unter die Haut gespritzt (subkutanen Immuntherapie, SCIT) oder sie nehmen entsprechende Tropfen oder Tabletten ein (sublinguale Immuntherapie, SLIT). Ziel ist, dass der Körper sich an das Allergen gewöhnt.

    Eine solche Therapie dauert in der Regel etwa drei Jahre. Oftmals sind die Allergiker anschließend symptomfrei oder die Beschwerden haben sich zumindest stark verringert. Allerdings gibt es keine Erfolgsgarantie und es ist auch möglich, dass die Allergiesymptome zu einem späteren Zeitpunkt erneut auftreten. Dann lässt sich die Hyposensibilisierung gegebenenfalls wiederholen. Diese Behandlung hat aber auch den Vorteil, dass ein allergisches Asthma häufig verhindert werden kann.

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