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Hexenschuss: Wenn es urplötzlich in den Rücken schießt

Mann fasst sich an den unteren Rücken, weil er einen Hexenschuss hat.

© iStock/PeopleImages

Lesezeit: 3 MinutenAktualisiert: 16.02.2021

Starke, blitzartig auftretende Rückenschmerzen sind typisch für einen Hexenschuss. Lesen Sie, wie es zum Hexenschuss kommt, wie Sie die Schmerzen selbst behandeln können und wann ein Besuch beim Arzt unumgänglich ist.

Inhalte im Überblick

    Was ist ein Hexenschuss?

    Volkstümlich werden plötzlich auftretende Schmerzen im Bereich der unteren Lendenwirbel beziehungsweise über dem Kreuzbein Hexenschuss genannt. Oft verspannen sich auch die Muskeln in dieser Region. Ärzte sprechen von einer Lumbago oder einem lokalen Lumbalsyndrom. Solche Beschwerden sind nicht selten. Nach Befragungsstudien sind 74 bis 85 Prozent aller Menschen einmal im Leben – oder öfter – von derartigen Beschwerden betroffen. Die Häufigkeit chronischer Rückenschmerzen steigt mit dem Lebensalter, Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. 

    Wie kommt es zu den plötzlichen, heftigen Rückenschmerzen?

    Der Begriff „Hexenschuss“ geht auf das medizinische Verständnis im Mittelalter zurück. Als Erklärung für diesen Schmerz aus heiterem Himmel blieb nur, dass übernatürliche Wesen, wie Hexen, unsichtbare Pfeile abgefeuert haben. Erst ab dem 15. Jahrhundert erlebte die wissenschaftliche Anatomie einen Aufschwung. Ärzte begannen, Krankheiten mit Strukturen des Körpers in Verbindung zu bringen. Der Name „Hexenschuss“ hat sich dennoch bis heute gehalten. Die Gründe für einen Hexenschuss sind dabei vielfältig. Meist gibt es keinen nachvollziehbaren Auslöser. Fest steht: Eine starke Rückenmuskulatur schützt vor Rückenschmerzen wie Hexenschuss. Wer sich hingegen wenig bewegt und selten Sport treibt, läuft eher Gefahr, Rückenschmerzen zu entwickeln.

    Weitere Ursachen für einen Hexenschuss können zum Beispiel sein:

    • eine vorübergehende oder chronische Überlastung bzw. Fehlbelastung des Rückens
    • eine erzwungene Körperhaltung über längere Zeit
    • eine Vibrationsbelastung
    • Stress
    • Unzufriedenheit mit dem Arbeitsplatz oder Angst um diesen

    Unspezifische und spezifische Rückenschmerzen

    In den allermeisten Fällen liegen bei Patienten sogenannte unspezifische Rückenschmerzen vor. Das bedeutet, dass es keine eindeutigen Hinweise auf eine bestimmte zu behandelnde Ursache gibt. Die Schmerzen, so auch beim Hexenschuss, führen zu einer Verspannung der starken Rückenmuskeln. Diese Verspannung führt zu einer Fehlhaltung und Fehlbelastung der Muskulatur, was die Nervenreizung und Rückenschmerzen weiter verstärkt – ein Teufelskreis, der durchbrochen werden muss. 

    Nur selten liegt den Rückenschmerzen eine spezifische Ursache zugrunde – dann spricht man von spezifischen Rückenschmerzen. Diese können ausgelöst werden durch eine Verletzung der Wirbelkörper, zum Beispiel nach einem Unfall. Weiter können spezifische Schmerzen im Rücken auftreten bei Patienten, die an starker Osteoporose leiden oder bei denen, die dauerhaft Kortison einnehmen müssen. Ferner kommen Infektionen, ein Wirbelgleiten oder Tumorerkrankungen als Auslöser von spezifischen Rückenschmerzen in Frage. Bei einem Bandscheibenvorfall kommt es meist zusätzlich zu einer Ausstrahlung des Schmerzes ins Bein.

    Wie wird ein Hexenschuss am besten behandelt?

    Akute Rückenschmerzen klingen glücklicherweise meist von selbst wieder ab. Studien haben gezeigt, dass dies schneller geht, wenn man in Bewegung bleibt. Schweres Heben sollte man dennoch vermeiden und beim Bücken vorsichtig sein. Ärzte raten bei Rückenschmerzen von Bettruhe ab und zu einer möglichst baldigen Wiederaufnahme der körperlichen Aktivität. Schmerzmittel können den Teufelskreis der Rückenschmerzen vorübergehend durchbrechen. 

    Bessern sich die Schmerzen nicht innerhalb weniger Tage, kann ein Besuch beim Arzt sinnvoll sein. Er kann behandlungsbedürftige Erkrankungen ausschließen, Sie beraten oder eine Bewegungstherapie beim Physiotherapeuten verschreiben. Bei langanhaltenden Rückenschmerzen kann es auch hilfreich sein, zusätzlich eine Psychotherapie durchzuführen oder Entspannungstechniken, wie Progressive Muskelrelaxation, anzuwenden. So lange kein konkreter Verdacht auf spezifische Rückenschmerzen vorliegt – was zum Glück sehr selten der Fall ist, werden Hausarzt oder Orthopäde in den meisten Fällen zunächst keine Röntgenbilder oder andere bildgebende Verfahren veranlassen.

    Mann fasst sich an den unteren Rücken, weil er einen Hexenschuss hat.

    © AOK

    Schnelle Hilfe bei akuten Schmerzen im unteren Rücken

    Wer von einem auf den anderen Tag Rückenschmerzen bekommt, kann zunächst versuchen, die Beschwerden selbst in den Griff zu bekommen. Viele Patienten schätzen Wärmflaschen oder Wärmekissen bei Verspannungsschmerzen im Rücken. Auch ein entspannendes Bad oder eine heiße Dusche können die Muskeln etwas lockern. Eine spezielle Liegeposition, die sogenannte Stufenlage, sorgt für eine Entlastung des unteren Rückens: Legen Sie sich dazu auf den Boden. Ein Kissen und eine Yoga-Matte machen dies angenehmer. Im nächsten Schritt legen Sie die Unterschenkel auf eine Ablage, die etwa so hoch ist, dass Ober- und Unterschenkel einen 90-Grad-Winkel bilden.

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