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Krampfadern: Was tun?

An dem Bein einer jungen Frau zieht sich eine Krampfader entlang.

© iStock / Fertnig

Lesezeit: 6 MinutenAktualisiert: 02.09.2021

Krampfadern können Betroffenen zu schaffen machen. Sie sind dann nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern können auch Schmerzen und andere Beschwerden auslösen. Verschiedene Maßnahmen können helfen, den sogenannten Varizen vorzubeugen und bereits vorhandene Symptome zu lindern.

Inhalte im Überblick

    Varizen: Was sind Krampfadern?

    Krampfadern sind direkt unter der Haut liegende Venen, die dauerhaft erweitert sind. Sie bilden kleine Knoten in meist geschlängelter oder verästelter Form, schimmern bläulich und können nach außen durch die Haut hervortreten. Mediziner sprechen auch von „Varizen (lat. Varis: „Knoten“) sowie von einer Varikose, also einem Krampfaderleiden. Sogenannte „Besenreiser“ sind eine weniger stark ausgeprägte Form. Sie zeigen sich als kleine rötliche oder bläuliche Verästelungen unter der Haut.

    Übrigens: Mit einem Krampf hat die Bezeichnung „Krampfadern“ nichts zu tun. Die Bezeichnung kommt vom althochdeutschen „krimpfan“ für krümmen. Aus den „Krummadern“ entwickelte sich mit der Zeit das Wort „Krampfader“.

    Wo Krampfadern auftreten

    Prinzipiell können Krampfadern überall im Körper auftreten, zum Beispiel an der Speiseröhre, am Unterbauch oder am Hoden. Sie entwickeln sich aber vor allem an den Beinen, besonders an den Waden und den Beininnenseiten. Auch an den Oberschenkeln und in den Kniekehlen können sie vorkommen. Je älter man wird, desto häufiger sind Krampfadern. Rund 20 Prozent der Erwachsenen sind davon betroffen, Frauen etwas mehr als Männer.

    Welche Symptome sind typisch bei Krampfadern?

    Krampfadern können unterschiedliche Beschwerden auslösen.

    • Typisch ist das Gefühl schwerer und müder Beine, auch Schwellungen vor allem an den Knöcheln kommen häufig vor. Diese Symptome bessern sich in der Regel, wenn man die Beine hochlegt oder sich bewegt.
    • Nachts treten manchmal Fuß- oder Wadenkrämpfe auf.
    • Generell können sich Schwellungen, Schmerzen, Spannungs- und Schweregefühle im Laufe des Tages, bei warmem Wetter oder auch nach längerem Stehen oder Sitzen verstärken.
    • Chronische Venenstauung kann auch zu Hautveränderungen führen, so zeigen sich manchmal bräunliche Hautverfärbungen an den Unterschenkeln und am Fuß.
    • Betroffene berichten von übermäßig warmen Beinen und Juckreiz.
    • Zudem kann die Haut hart werden, spannen, dünn werden und glänzend schimmern.
    • Im schlimmsten Fall kann es sogar zu Komplikationen wie offenen Wunden kommen.

    Beschwerden durch Krampfadern

    Das Aussehen der Krampfadern lässt keinen Schluss darüber zu, wie stark die Beschwerden sind. Ausgeprägte Adern können zum Beispiel fast keine Probleme verursachen, während kaum sichtbare Varizen manchmal zu starken Beschwerden führen. Darüber hinaus stören Krampfadern einige betroffene Personen optisch so sehr, dass sie nur noch lange Hosen tragen oder sich nicht mehr ins Schwimmbad trauen. Der Leidensdruck kann so groß sein, dass eine Behandlung auch ohne starke körperliche Beschwerden infrage kommt.

    Wie entstehen Krampfadern?

    Venen haben grundsätzlich die Aufgabe, sauerstoff- und nährstoffarmes Blut zurück zum Herz zu bringen. Den Venenklappen sei Dank fließt das Blut auch nur in diese gewünschte Richtung. Sie funktionieren wie ein Ventil. Schließen sie nicht mehr vollständig, fließt das Blut in der betroffenen Beinvene Richtung Füße und staut sich.

    Mit der Zeit dehnen sich dadurch die Venenwände immer mehr aus, und es entwickelt sich eine Krampfader. Hauptursache dafür ist eine angeborene Schwäche der Venenwände oder -klappen. Mitunter wird auch zu wenig Druck auf die Venen ausgeübt, zum Beispiel durch langes Stehen oder Sitzen.

    Krampfadern: Welche Risikofaktoren gibt es?

    Verschiedene Faktoren können die Entstehung von Krampfadern begünstigen. Dazu gehören eine genetische Veranlagung, steigendes Lebensalter, starkes Übergewicht sowie bestimmte Gefäßerkrankungen wie etwa eine tiefe Beinvenenthrombose. Auch allgemeiner Bewegungsmangel sowie eine vorwiegend stehende oder sitzende Tätigkeit fördern die Entwicklung einer Varikose.

    Viele Frauen leiden zudem in der Schwangerschaft an Krampfadern. Denn die Hormonumstellung macht die Venenwände weicher, sodass es leichter zu einer Dehnung kommen kann. Daneben drückt die wachsende Gebärmutter auf die Venen im kleinen Becken, was den Blutrückstrom zum Herzen erschwert. In der Regel bilden sich diese Krampfadern aber in den Monaten nach der Geburt vollständig zurück.

    Wie werden Krampfadern behandelt?

    Wenn Sie unter Ihren Krampfadern leiden, ist Ihr erster Ansprechpartner für die Behandlung der Hausarzt. Falls nötig, kann dieser sie an Spezialisten für Gefäßerkrankungen (Angiologen) oder Venenerkrankungen (Phlebologen) weiterleiten. Generell stehen verschiedene Behandlungsmethoden zur Verfügung.

    Welche Maßnahme infrage kommt, hängt von Faktoren wie der Ausprägung der Beschwerden, Folgeerscheinungen, dem persönlichen Leidensdruck oder vorliegenden Begleiterkrankungen ab. Dementsprechend sollten der Patient und der behandelnde Arzt die Therapie ausführlich besprechen und gemeinsam planen.

    Ein erster Schritt ist, die Venen zu entlasten, um Symptome zu lindern. Die Krampfadern heilen dadurch allerdings nicht. Es gibt mehrere mögliche Behandlungsmethoden:

    Eine Frau betreibt Nordic Walking – dies kann Krampfadern vorbeugen.
    Mit Nordic Walking kann man Krampfadern effektiv vorbeugen.

    © iStock / SolStock

    Wann Krampfadern entfernt werden sollten

    Krampfadern bilden sich nicht von selbst wieder zurück. Sie verschlimmern sich in der Regel mit zunehmendem Lebensalter. Auch neue Krampfadern können hinzukommen. Es ist empfehlenswert, die Varizen zu entfernen, wenn sie Beschwerden verursachen, die sich durch andere Behandlungen nicht ausreichend lindern lassen. Ein Eingriff ist außerdem angezeigt, wenn es zu Komplikationen kommt oder wenn die Betroffenen unter dem Erscheinungsbild ihrer Beine sehr leiden.

    Ab wann sind Krampfadern gefährlich?

    Unbehandelt kann es bei etwa drei bis sechs Prozent der Betroffenen zu einer offenen Wunde (Beingeschwür) kommen. Weitere mögliche Komplikationen sind Venenentzündungen, Thrombosen oder Blutungen. Spätestens wenn offene Wunden im Bereich des unteren Unterschenkeldrittels auftreten, die nicht abheilen, die Venen gerötet sind, sich warm anfühlen und schmerzen, oder es zu Blutungen kommt, ist ein Arztbesuch dringend notwendig. Eine starke Schwellung der Beine sowie ein Hautausschlag können ebenfalls Hinweise auf Komplikationen sein, die schnell ärztlicher Hilfe bedürfen. Werden Varizen richtig behandelt, lassen sich solche ernsten Folgen aber in der Regel verhindern.

    Wie man Krampfadern vorbeugen kann

    Faktoren wie das Alter oder eine familiäre Veranlagung lassen sich nicht beeinflussen. Allerdings können verschiedene Maßnahmen helfen, die Gesundheit der Venen zu fördern:

    • Bewegung in den Alltag bringen und jede Gelegenheit dazu nutzen, also zum Beispiel lieber die Treppe nehmen statt den Fahrstuhl und mit dem Fahrrad fahren anstatt mit dem Auto. Versuchen Sie, langes Stehen und Sitzen zu vermeiden. Auch regelmäßiger Ausdauersport wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking hat eine positive Wirkung auf das Venensystem.
    • Hohe Temperaturen erweitern generell die Blutgefäße, deswegen sollte längere Wärmeexposition gemieden werden. Eine kühle Dusche kann sich zumindest auch auf Symptome bei bereits vorhandener Venenschwäche positiv auswirken.
    • Auch hohe Absätze sollten gemieden werden.
    • Übergewicht fördert das Entstehen von Krampfadern, eine Gewichtsabnahme kann zur Vorbeugung helfen.

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