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Körperliche Veränderungen im Alter: Kann man etwas dagegen tun?

Ein älteres Ehepaar versucht, durch Freizeitaktivitäten an der frischen Luft den körperlichen Veränderungen im Alter entgegenzuwirken.

© iStock / ProfessionalStudioImages

Lesezeit: 4 Minuten05.07.2022

Mit dem Alterungsprozess gehen körperliche Veränderungen einher, die oft als unerwünscht empfunden werden. Verschiedene Maßnahmen können dabei helfen, gesund älter zu werden und eine gute Lebensqualität zu erhalten.

Inhalte im Überblick

    Welche körperlichen Veränderungen im Alter sind normal?

    Körperliche Veränderungen gehören zum Altern dazu: Die allgemeine Leistungsfähigkeit nimmt ab, zahlreiche körperliche Prozesse funktionieren nicht mehr so einwandfrei wie in jüngeren Jahren. Viele Prozesse des Älterwerdens sind noch unerforscht, bekannt ist allerdings, dass sich die Körpersysteme sich – vereinfacht gesagt – mit der Zeit abnutzen. Unter anderem dürfte das daran liegen, dass sich Zellen nicht unbegrenzt teilen können. Schädliche Einflüsse, denen der Körper das ganze Leben lang ausgesetzt ist, kann er immer schlechter kompensieren. Das macht sich im ganzen Organismus bemerkbar, Folgen sind unter anderem:

    • Die Muskelkraft schwindet.
    • Die Haut kann Schäden (etwa durch UV-Licht) nicht mehr so gut reparieren.
    • Knochen werden spröde und Knorpelgewebe verliert an Elastizität.
    • Die Leistungsfähigkeit des Herzens sinkt.
    • Die Aktivität des Immunsystems nimmt ab.
    • Die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses sinkt.

    Der Alterungsprozess verläuft allerdings bei jedem Menschen unterschiedlich. Dabei spielt zum einen die Veranlagung eine Rolle, also die Vererbung. Zum anderen bestimmen Umweltfaktoren und unser individueller Lebensstil, wie wir altern. Sie können unerwünschte körperliche Veränderungen im Alter verstärken oder abschwächen. Wir können also bereits in jungen Jahren den Alterungsprozess positiv beeinflussen, um gesund zu altern und unsere Leistungsfähigkeit möglichst lange zu erhalten.

    Altersprozess beeinflussen: Welche Tipps helfen, gesund zu altern?

    Es gibt kein Anti-Aging-Wundermittel oder eine bestimmte Anti-Aging-Ernährung, die das Altern stoppt. Aufhalten lässt es sich nicht. Eine gesunde Lebensführung ist die zuverlässigste und wirksamste Maßnahme, um möglichst beschwerdefrei älter zu werden. Je mehr Sie über die Faktoren wissen, die für gesundes Altern wichtig sind, desto besser können Sie sich entsprechend verhalten.

    Ausgewogene Ernährung

    Wer sich bereits in jungen Jahren ausgewogen ernährt, also viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte zu sich nimmt, senkt das Risiko für verschiedene langfristige Folgeerkrankungen, unter anderem für einen gestörten Zuckerstoffwechsel (Diabetes mellitus Typ 2), im Volksmund auch Altersdiabetes genannt, sowie für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wer beim Abschmecken von Speisen weniger Salz verwendet und stattdessen lieber auf Gewürze oder frische Kräuter zurückgreift, kann damit langfristig einen Risikofaktor für die Entstehung von Bluthochdruck vermeiden.

    Sowohl Übergewicht als auch Untergewicht wirken sich ungünstig auf die Gesundheit aus. Darauf sollten Sie Ihr Leben lang achten, denn das gilt im jungen wie im höheren Alter. Vor allem bei älteren Menschen kommt es häufig zu schädlichem Untergewicht, weil sie zum Beispiel weniger Appetit oder Probleme beim Kauen haben und dadurch weniger essen. Eine Mangelernährung kann im Alter aber nicht nur zu einem Verlust an Muskelmasse führen und dadurch die Sturzgefahr erhöhen. Sie kann auch anfälliger für Infektionen machen, weil dem Organismus wichtige Nährstoffe für die normale Funktion des Immunsystems fehlen. Zudem beeinträchtigt Mangelernährung die kognitive Leistungsfähigkeit.

    Ältere Frau bespricht ihre körperlichen Veränderungen im Alter mit ihrer Ärztin.
    Tipps für gesundes Älterwerden und eine geeignete Sportart in jedem Alter, haben Hausarzt oder Hausärztin parat.

    © iStock / Drazen Zigic

    Regelmäßige Bewegung

    Menschen, die sich regelmäßig und lebenslang bewegen, halten ihre Gelenke fit und erhalten ihre Mobilität. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mindestes 150 bis 300 Minuten Bewegung pro Woche bei moderater bis hoher Intensität. Das gilt für jedes Alter – um den Alterungsprozess positiv zu beeinflussen und länger gesund zu bleiben. Gegebenenfalls sollten Sie Art und Intensität der Bewegung mit dem Älterwerden anpassen. Neben gezieltem Training für Seniorinnen und Senioren ist Ausdauertraining eine gute Wahl, etwa Nordic Walking oder Radfahren. Zudem kann Aktivität im Alltag (wie etwa Zu-Fuß-Gehen, Treppensteigen) die körperlichen Veränderungen verzögern.

    Im Alter ist Bewegung eine wichtige Voraussetzung dafür, selbständig zu bleiben. Viele Sportvereine bieten zum Beispiel Seniorensportstunden an, auch in einigen Fitnessstudios gibt es Angebote speziell für ältere Menschen. Wichtig ist, vorab bei einer Ärztin oder einem Arzt klären zu lassen, ob es Einschränkungen gibt, auf die man achten sollte,

    Seelische Gesundheit

    Auch das seelische Wohlbefinden ist wichtig, um gesund zu altern. Faktoren, die dazu beitragen, sind beispielsweise:

    • ein stabiles soziales Netzwerk
    • eine positive Lebenseinstellung
    • die Fähigkeit, Probleme zu lösen
    • eine erfüllende Rolle in der Gemeinschaft

    Eine gute Möglichkeit, auch nach der Rente neue Kontakte zu knüpfen und Wertschätzung zu finden, ist zum Beispiel, ein Ehrenamt zu übernehmen und andere Menschen von der eigenen Lebenserfahrung profitieren zu lassen. In& vielen Städten gibt es etwa Freiwilligendienste, an die man sich wenden kann.

    Gesund älter werden: Risikofaktoren vermeiden

    Bereits geringe Beeinträchtigungen im Organismus können im höheren Alter zu Krankheiten führen und auch bei akuten Beschwerden sind die Folgen oft schwerwiegender als bei jungen Menschen. Mit zunehmendem Lebensalter steigt daher das Risiko für chronische Erkrankungen wie etwa Diabetes, Arteriosklerose oder Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie für Krebserkrankungen wie Lungen- oder Dickdarmkrebs.

    Umso wichtiger ist es, schon in jungen Jahren regelmäßig zu den empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen zu gehen und auch bekannten Risikofaktoren möglichst entgegenzuwirken. Dazu gehören neben den oben bereits aufgezeigten unter anderem:

    Je früher Krankheiten erkannt werden, desto besser kann man sie in vielen Fällen behandeln. Für bestimmte chronische Erkrankungen wie etwa Diabetes, Koronare Herzkrankheit oder Brustkrebs stehen auch sogenannte Disease-Management-Programme (DMP) zur Verfügung. Dabei handelt es sich um strukturierte Behandlungsprogramme, die chronisch Kranken helfen sollen, besser mit ihren Beschwerden zurechtzukommen sowie ihre Lebensqualität langfristig zu erhalten oder sogar zu verbessern. Sie helfen auch dabei, gesund älter zu werden und mit körperlichen Veränderungen im Alter besser fertig zu werden.

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