Herz & Kreislauf
Wie erkennt man eine tiefe Beinvenenthrombose?
Veröffentlicht am:16.08.2022
aktualisiert am 04.08.2026
7 Minuten Lesedauer
Bei einer Thrombose ist ein Blutgefäß verstopft, wobei häufig die tiefen Beinvenen betroffen sind. Löst sich das Gerinnsel von der Venenwand ab, kann als Folge eine Lungenembolie entstehen. Früh erkannt, ist eine Thrombose gut behandelbar.

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Inhalte im Überblick
- Was ist eine tiefe Beinvenenthrombose?
- Welche Ursachen gibt es für eine tiefe Beinvenenthrombose?
- Was sind die Symptome einer tiefen Beinvenenthrombose?
- Wie wird eine Thrombose ärztlich festgestellt?
- Woran kann ich eine Thrombose selbst erkennen?
- Was sind die Gefahren und Folgen einer tiefen Beinvenenthrombose?
- Wie wird eine tiefe Beinvenenthrombose behandelt?
- Wie kann man einer tiefen Beinvenenthrombose vorbeugen?
Was ist eine tiefe Beinvenenthrombose?
Eine Thrombose ist eine Gefäßerkrankung, bei der sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Blutgefäß bildet und es dadurch verstopft. Bei einer tiefen Beinvenenthrombose entsteht das Gerinnsel in einer größeren Vene, die tief in den Muskelschichten der Unterschenkelvenen liegt.
Welche Ursachen gibt es für eine tiefe Beinvenenthrombose?
Ein Blutgerinnsel kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel wenn das Blut in den Venen zu langsam fließt, die Blutzusammensetzung verändert ist und das Blut dadurch schneller gerinnt oder Schäden an den Innenwänden der Gefäße vorliegen.
Es gibt Situationen oder Faktoren, die die Entstehung einer Thrombose in den Beinen begünstigen:
- Bettlägerigkeit und Bewegungsmangel (zum Beispiel nach einem Bruch oder bei längeren liegenden Aufenthalten im Krankenhaus), wodurch sich das Blut in den Beinen stauen kann. Dazu gehören auch lange Reisen im Sitzen.
- Vererbte Blutgerinnungsstörungen, die dazu führen, dass das Blut schneller gerinnt.
- Größere chirurgische Eingriffe (wie der Einsatz von Knie- oder Hüftgelenken), durch die der Körper vermehrt Gerinnungsfaktoren freisetzt.
Auch Personen im höheren Lebensalter (etwa ab 60 Jahren), mit einer familiären Veranlagung oder solche, die bereits früher eine Thrombose hatten, haben ein erhöhtes Risiko für eine tiefe Beinvenenthrombose.
Krebserkrankungen, eine Schwangerschaft, Rauchen, die Einnahme der Antibabypille oder eine Hormontherapie in den Wechseljahren sowie manche Erkrankungen (Adipositas, Herzschwäche oder Krampfadern) begünstigen ebenfalls die Entstehung von Blutgerinnseln.
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Was sind die Symptome einer tiefen Beinvenenthrombose?
Typische Symptome wie Beinschwellung, Schmerzen in der Wade beim Auftreten oder Draufdrücken, Spannungsgefühl, verstärkte Venenzeichnung und Blaufärbung des betroffenen Beins können auf eine tiefe Beinvenenthrombose hinweisen.
Meistens betreffen die Beschwerden nur ein Bein. Welche Symptome vorliegen und wo sie auftreten, hängt von der Lage der betroffenen Vene ab: Befindet sich die verschlossene Vene unterhalb des Knies, ist meist nur der Unterschenkel betroffen. Bei einer Thrombose oberhalb des Knies können auch Beschwerden im Oberschenkel und Becken auftreten.
Wenn Sie Anzeichen einer Thrombose bei sich bemerken, sollten Sie zur Sicherheit schnell eine Arztpraxis aufsuchen. Falls Sie zusätzlich neu aufgetretene Luftnot verspüren, ist dies ein Fall für den Notruf unter 112.
Wie wird eine Thrombose ärztlich festgestellt?
Besteht der Verdacht auf eine Thrombose, werden nach einer Erhebung der Krankengeschichte und einer Untersuchung des Beines eine Blutabnahme und ein Ultraschall durchgeführt.
In seltenen Fällen können eine Untersuchung der Venen mit Kontrastmittel (Phlebographie) und bei Verdacht auf Beteiligung der Beckenvenen und der unteren Hohlvene auch eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanz-Tomographie (MRT) notwendig sein.
Woran kann ich eine Thrombose selbst erkennen?
Folgende Symptome können auf eine verschlossene Vene in den Beinen hindeuten, vor allem nach Bettruhe, Bewegungsmangel, unter Einnahme von Hormonen oder nach operativen Eingriffen:
- Das Bein schwillt an und fühlt sich stark gespannt an.
- Das Bein ist druckempfindlich.
- Das Bein fühlt sich wärmer an als üblich und ist eventuell gerötet oder bläulich.
- Muskelkrämpfe und Schmerzen können auftreten.
Allerdings sind diese Symptome unspezifisch oder können sogar fehlen. Eine Thrombose muss nicht äußerlich sichtbar sein. Falls Sie eines oder mehrere dieser Anzeichen bemerken, wenden Sie sich baldmöglichst an einen Arzt oder eine Ärztin.

Was sind die Gefahren und Folgen einer tiefen Beinvenenthrombose?
Der Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel kann auf lange Sicht Folgen haben. Die häufigste Folge einer tiefen Beinvenenthrombose ist das erst nach einigen Wochen oder Monaten auftretende postthrombotische Syndrom. Eine seltenere, aber lebensgefährliche Folge ist die Lungenembolie.
Was ist ein postthrombotisches Syndrom?
Ein postthrombotisches Syndrom kann als Folge einer Thrombose entstehen, wenn die Venenklappen zu Schaden kommen. Diese verhindern als kleine Rückschlagventile das Versacken des Blutes nach unten.
Um das Blutgerinnsel aufzulösen, leitet der Körper Reparaturmechanismen ein. Dabei können die Venenklappen beschädigt werden. Staut sich das Blut über einen längeren Zeitraum in den Beinen, kann es zu einem Schweregefühl, Hautverfärbungen, Jucken, Ausschlägen, Schmerzen und offenen, chronischen Wunden kommen.
Was ist eine Lungenembolie?
Eine weitere und lebensgefährliche Komplikation ist die Lungenembolie. Sie entsteht meist innerhalb von zwei Wochen nach Auftreten der tiefen Beinvenenthrombose, wenn sich das Gerinnsel von der Gefäßwand löst und mit dem Blutstrom in die Lunge gelangt.
Wird dadurch ein Blutgefäß blockiert, kann die Situation lebensbedrohlich werden und zu Herzversagen führen.
Bei plötzlicher Atemnot, Brustschmerzen, Herzrasen, Schwindel, Benommenheit oder Ohnmacht ist schnelles Handeln erforderlich.
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Wie wird eine tiefe Beinvenenthrombose behandelt?
Bei einer akuten Thrombose sollte die Behandlung umgehend einsetzen. Je schneller sie beginnt, desto größer sind die Erfolgsaussichten. Sie beruht im Wesentlichen auf drei Prinzipien:
- die Vergrößerung des Blutgerinnsels zu verhindern,
- das Risiko für eine Embolie zu senken und
- die Langzeitfolgen zu minimieren.
Die wichtigste Therapie besteht in der Gabe von Gerinnungshemmern. Sie senken das Risiko für eine weitere Thrombose und das postthrombotische Syndrom. Die Medikamente sorgen dafür, dass Blutbestandteile nicht so leicht verkleben und das Gerinnsel nicht größer wird. Der Körper kann es dann mit den eigenen Reparaturmechanismen abbauen. Die Einnahme dauert in der Regel drei bis sechs Monate.
Kompressionsstrümpfe können das Risiko für ein postthrombotisches Syndrom senken. Solche Strümpfe üben von außen Druck auf das Bein aus und verbessern so den Blutfluss. Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt wird Sie dazu näher beraten.

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Wie kann man einer tiefen Beinvenenthrombose vorbeugen?
Die beste Vorbeugung gegen Thrombose ist Bewegung. Beispielsweise Wanderungen oder Radtouren stärken die Wadenmuskulatur und damit den Blutfluss nachhaltig. Für Menschen mit Risikofaktoren und nach Operationen ist eine gezielte Thromboseprophylaxe wichtig.
Vorsorglich verabreichte Gerinnungshemmer können einer Thrombose vorbeugen. Wer durch eine Vorerkrankung wie ausgeprägte Krampfadern belastet ist, kann medizinische Kompressionsstrümpfe in Situationen wie Flugreisen oder bei langem Stehen tragen.
Bei Krankenhausaufenthalten und Bettruhe wird als Basismaßnahme Wert auf Frühmobilisation, angeleitete Bewegungsübungen und Eigenübungen wie die Fußwippe gelegt.
Thrombose im Alltag vorbeugen
- Pflegen Sie einen aktiven Lebensstil und sorgen Sie im Alltag für Bewegung.
- Trinken Sie ausreichend Wasser, um den Blutfluss in den Gefäßen zu fördern.
- Legen Sie ab und zu die Beine hoch.
- Richten Sie bei sitzender Tätigkeit Bewegungspausen ein und stehen Sie vom Schreibtisch auf.
- Vermeiden Sie enge Kleidung, die die Durchblutung beeinträchtigen kann.
- Falls Sie rauchen, verzichten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe darauf.
- Achten Sie auf ein gesundes Gewicht.
Trinken: So viel Flüssigkeit braucht unser Körper
Rauchen: Rauchstopp – die Gesundheit in die eigenen Hände nehmen
Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.
Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin (DGA):
Thrombose und Lungenembolie (Stand Juni 2025).
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen:
Gegipstes Bein: Wann sind Anti-Thrombose-Spritzen sinnvoll?
AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften): Prophylaxe der venösen Thromboembolie (VTE). S3-Leitlinie, AWMF-Register-Nr. 003-001, Version 4.1, 2026.
Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (Österreich): Venenthrombose.









