Überblick: Psychische Gesundheit

Berufstätige Erwachsene verbringen circa ein Drittel ihres Tages mit der Arbeit. Die Arbeit hat daher einen erheblichen Einfluss auf unsere körperliche und psychische Gesundheit. Mit Betrieblicher Gesundheitsförderung können Unternehmen ihren Beschäftigten Strategien für einen gesunden Umgang mit Stress mit auf den Weg geben.

Dauerhafter Stress kann krank machen

Belastend sind in der modernen Arbeitswelt vor allem die steigenden Anforderungen an Beschäftigte (Lärm, steigender Zeit- und Leistungsdruck, Konflikte mit Kollegen, Vorgesetzten oder Kunden oder körperliche Anstrengung). Die Bewältigung dieser Anforderungen führt bei Beschäftigten immer häufiger zu Stress – und dadurch langfristig zu psychischen Erkrankungen.

Stress ist eigentlich eine nützliche Aktivierung des ganzen Organismus – also eine durchaus positive Reaktion des Körpers auf eine Anforderung. Zu stressbedingten Veränderungen gehören Anspannung der Muskulatur, schnellere Atmung, erhöhter Blutdruck, Ausschüttung von Stresshormonen: Der Körper ist in höchster Reaktionsbereitschaft. Kurzfristig kann eine Stressreaktion dabei sogar positiv sein – sind wir doch für eine bestimmte Zeit hoch konzentriert und leistungsfähig.

Hält sie jedoch an, schadet die Veränderung des Stoffwechsels zunehmend der Gesundheit und kann von Verspannungen, Bluthochdruck und Schlafstörungen bis zu Erschöpfung und Depressionen führen.

Unterschiedliche Stresstypen

Stress wirkt bei jedem anders. Was dem einen zu viel ist, stresst den anderen überhaupt nicht und wird vielleicht sogar als eine interessante Herausforderung betrachtet. Was bei wem Stress auslöst – Stressoren genannt –, ist also sehr individuell: Lärm, hoher Zeitdruck oder körperliche Anstrengungen werden nicht von jedem gleich als Belastung empfunden. Auch mit Monotonie, Unterforderung oder Konflikten mit Chef oder Kollegen geht der eine gut, der andere weniger gelassen um.

Unternehmen in Balance

Um Stress vorzubeugen beziehungsweise zu bewältigen, kann im Unternehmen als erster Schritt eine Analyse potenzieller Stressfaktoren erfolgen. Anschließend können potenzielle psychische Belastungsfaktoren reduziert werden – Stressmanagement ist eine der möglichen präventiven Maßnahmen.

Führungskräfte können die Mitarbeiter vielfältig dabei unterstützen, gute Strategien zum gesunden Arbeiten zu entwickeln. Wer unter großen psychischen Belastungen leidet, sollte Techniken kennenlernen (Entspannungskurse zum Beispiel), um sie zu bewältigen, und den Fokus auf eine ausgewogene Life-Balance legen. Vor allem in Berufen, in denen Mitarbeiter häufig psychischen Belastungen wie Lärm, Zeitdruck, Konflikten mit Vorgesetzten oder Kollegen ausgesetzt sind, können gezielt eingesetzte Techniken aus dem Stressmanagement hilfreich sein.

Gesundheitsgefährdende Arbeitsbelastungen

Der iga.Report 31 der Initiative Gesundheit und Arbeit nennt gesundheitsgefährdende Arbeitsbelastungen beim Namen. Möglichst vermieden werden sollten:

  • Hohe Arbeitsintensität
  • Geringer Handlungsspielraum, insbesondere in Kombination mit hoher Arbeitsintensität bei gleichzeitig geringer sozialer Unterstützung
  • Ungleichgewicht zwischen erlebter beruflich geforderter Leistung und dafür erhaltener Belohnung oder Wertschätzung
  • Zeitbezogene Arbeitsbelastungen – durch Überstunden, Formen von Schichtarbeit
  • Geringe soziale Unterstützung
  • Rollenstress
  • Aggressives Verhalten am Arbeitsplatz

Psyche und Gesundheit im Erwerbsleben

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) hat einen elektronischen Leitfaden zum Umgang mit arbeitsbedingtem Stress erstellt. Er hilft Unternehmen, effektiv mit arbeitsbedingtem Stress umzugehen.

Der Leitfaden

  • erläutert, was genau unter Stress und psychosozialen Risiken zu verstehen ist,
  • beschreibt, was Arbeitgeber dagegen tun können,
  • nennt konkrete Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen können,
  • schlägt Instrumente vor, die Unternehmen nutzen können, und
  • weist auf weitere nützliche Quellen hin.
iga
Psyche und Gesundheit im Erwerbsleben

Stress, psychische Belastung, psychisch krank ... Wenn es um die Themen Psyche und Gesundheit geht, herrscht oft Verwirrung. Die iga.Fakten 10 helfen bei der Orientierung. Sie beleuchten psychische Anforderungen bei der Arbeit, gesundheitliche Folgen für Beschäftigte und Präventionsmöglichkeiten im Betrieb.

Stand

Erstellt am: 01.07.2019

Alle Artikel im Thema
Zurück zum Thema

Weiteres zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Passende Informationen zum Thema Überblick: Psychische Gesundheit

Gesund führen

Führungskräfte haben eine besondere Verantwortung für die Gesundheit ihrer Beschäftigten. Erfahren Sie, wie Sie gesund führen und eine gesunde Life-Balance in Ihrem Team unterstützen.

Mehr erfahren
Suchtprävention am Arbeitsplatz

Suchtprobleme am Arbeitsplatz führen zu Gesundheitsschäden, Fehlzeiten, wirtschaftlichen Kosten und Sicherheitsrisiken. So werden Sie in der betrieblichen Suchtprävention aktiv.

Mehr erfahren
Fehlzeiten

Arbeitgeber vermeiden krankheitsbedingte Fehlzeiten der Beschäftigten auch durch gesunde Führung, eine gute Arbeitsorganisation und wertschätzenden Umgang miteinander.

Mehr erfahren
Ihr persönlicher Ansprechpartner bei der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland AOK/Region ändern

Bei Fragen rund um das Thema Betriebliche Gesundheit

Finden Sie Ihren persönlichen Ansprechpartner

Ihre PLZ
Land
Kontakt zur AOK Rheinland-Pfalz/Saarland AOK/Region ändern
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Haben Sie Fragen? Gerne setzen wir uns mit Ihnen in Verbindung.