Guter Schlaf zahlt sich aus
Guter Schlaf ist nicht nur ein privates Thema. Er wirkt sich direkt auf Leistungsfähigkeit, Sicherheit und Gesundheit aus – auch im Betrieb. Die gute Nachricht: Unternehmen können etwas gegen schlechten Schlaf tun. Flexible Arbeitszeiten, gute Schichtplanung und ein offenes Gesprächsklima tragen aktiv dazu bei, dass Ihr Team ausgeruht und konzentriert arbeitet. Das Ziel für Ihre Mitarbeitenden ist klar: Hellwach in den Tag starten, statt hellwach auf den Morgen warten. Hier erfahren Sie, wie Sie das Thema Schlaf sinnvoll in Ihre Betriebliche Gesundheitsförderung integrieren.
Augen auf: Wie die Nacht den Arbeitsalltag bestimmt – und umgekehrt
Was Beschäftigte mit in den Schlaf nehmen, entscheidet sich tagsüber. Dabei spielt der Arbeitsalltag eine große Rolle: Wenn nach Feierabend noch Nachrichten auf dem Diensthandy aufleuchten, die Schicht den gewohnten Rhythmus durcheinanderbringt oder der Kopf nach einem anstrengenden Tag nicht zur Ruhe kommt. Arbeitgeber können solche Bedingungen beeinflussen.Mit guter Führung und einer Arbeitskultur, die Pausen und Erholungen ernst nimmt, tragen sie dazu bei, dass Beschäftigte besser abschalten und ausgeruht zur Arbeit kommen.
Hätten Sie‘s gewusst?
Die Antworten auf diese Fragen werden Sie vielleicht überraschen oder neue Einblicke in das eigene Unternehmen bringen:
Was hat Schlaf mit Arbeit zu tun?
Gesunder und erholsamer Schlaf kann die Leistungsfähigkeit ihrer Beschäftigten verbessern. Ihr Team kann sich auf die Arbeit konzentrieren und macht dadurch weniger Fehler. Und wer gut schläft, ist seltener krank.
Wie ausgeruht jemand in den Arbeitstag startet, macht einen Unterschied. Beschäftigte, die zu wenig oder schlecht schlafen, spüren das während der Arbeitszeit: Aufgaben dauern länger, die Konzentration lässt nach, Fehler passieren leichter und Beschäftigte fallen häufiger aus.
Wer dagegen erholt zur Arbeit kommt, kann seine Fähigkeiten besser einsetzen und auch in fordernden Situationen konzentriert entscheiden. Wie gut Beschäftigte schlafen, ist für Unternehmen deshalb alles andere als nebensächlich.
Und auch die Gründe für guten Schlaf sind vielfältig. Nicht alle hängen unmittelbar mit der Arbeit zusammen. Manche aber schon, und da können Arbeitgeber ansetzen.
Wie viel Schlaf ist eigentlich nötig?
Sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht sind ideal, möglichst zu regelmäßigen Zeiten. Die Praxis sieht oft anders aus: Zwei Drittel der Beschäftigten in Deutschland kennen schlechten Schlaf, ein Drittel leidet unter Schlafstörungen und rund 10 bis 15 Prozent haben chronische Schlafprobleme.
Jede Nacht mit unter sechs Stunden Schlaf mindert die kognitive Leistungsfähigkeit, das heißt, die Konzentration sinkt, das Risiko für Fehler und Arbeitsunfälle steigt.
Was sind die größten Risiken von Schlafmangel?
Zu wenig Schlaf macht kurzfristig müde und langfristig krank. Bleibt wenig Schlaf keine Ausnahme, begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und Übergewicht. Dauer-Zu-wenig-Schläfer können auch anfälliger für Infekte sein. Die Folge sind Fehlzeiten bei der Arbeit.
Nicht jede kurze Nacht führt zu einer Krankheit. Aber zu wenig Schlaf beeinträchtigt unter anderem auch Aufmerksamkeit und Reaktionsgeschwindigkeit. Besonders kritisch ist das bei Tätigkeiten, bei denen schnelle Entscheidungen oder hohe Präzision gefragt sind. Müdigkeit kann deshalb nicht nur die Produktivität, sondern auch die Arbeits- und Verkehrssicherheit betreffen.
Welche Rolle spielen Arbeitszeiten, Schichtarbeit und der eigene Chronotyp?
Nacht- und wechselnde Schichtarbeit können die innere Uhr aus dem Takt bringen, ebenso wie sehr frühe Arbeitszeiten. Permanente berufliche Erreichbarkeit beeinträchtigt zusätzlich die notwendige Abgrenzung und Erholung nach Feierabend.
Ob jemand gerne früh oder spät arbeitet und wann sich Beschäftigte im Leistungs-Peak befinden, ist individuell. Dahinter steckt der sogenannte Chronotyp. Oft ist von „Lerchen“ und „Eulen“ die Rede, doch so eindeutig ist die Einteilung nicht: Die meisten Menschen liegen irgendwo zwischen ausgeprägtem Früh- und Spättyp. Der Chronotyp beeinflusst, wann wir bevorzugt schlafen und zu welchen Tageszeiten wir besonders wach und leistungsfähig sind.
Arbeitgeber, die leistungsfähige Beschäftigte wünschen, tun also gut daran, auf flexible Arbeitszeiten zu setzen. Sofern es die Aufgaben erlauben.
Fördern wir mit unserer Führungskultur Erholung oder ständige Verfügbarkeit?
Hohe Arbeitsintensität, Überstunden, wechselnde Arbeitszeiten oder kurzfristige Dienstplanänderungen erschweren die Regeneration. Unternehmen sollten deshalb prüfen, welche Arbeitsbedingungen ausreichend Erholung ermöglichen und welche sie erschweren.
Regelmäßigkeit, bessere Planbarkeit oder eine andere Aufgabenverteilung: Was konkret nützt, sollten Sie im Austausch mit Ihren Beschäftigten sondieren. Führungskräfte setzen dabei wichtige Signale. Wer spätabends Nachrichten verschickt oder selbstverständlich schnelle Antworten erwartet, kann unbeabsichtigt eine Kultur ständiger Verfügbarkeit schaffen. Von klaren Regeln zur Erreichbarkeit können profitiert also auch der Schlaf.
Was sollten Unternehmen zum Thema Schlaf wissen?
Auch Führungskräfte- und Gesundheitsprogramme können Wissen über Schlaf und Erholung vermitteln. Denn Führungskräfte entscheiden mit darüber, wann und wie lange gearbeitet wird, wie Pausen eingeplant werden und welche Prioritäten gelten.
Wissen sie außerdem, wie Arbeitszeiten den Schlaf beeinflussen und woran sich starke Müdigkeit erkennen lässt, können sie Belastungen früher wahrnehmen und bei der Arbeitsplanung berücksichtigen. Das hilft ihnen dabei, zum Beispiel Zeitpläne, Schichten und Aufgabenzuteilungen neu zu bewerten.
Was können Arbeitgeber konkret tun?
Wie Beschäftigte schlafen, können Arbeitgeber nicht steuern. Oft sind es aber Entscheidungen im Arbeitsalltag und gemeinsam vereinbarte Regeln, die einen Unterschied machen können. Diese Ansatzpunkte helfen dabei, hilfreiche Rahmenbedingungen zu schaffen:
Fünf Tipps für ausgeruhte Mitarbeitende:
- Arbeitszeiten möglichst flexibel gestalten, um individuelle Schlafbedürfnisse zu berücksichtigen
- Arbeit so strukturieren, dass sie schaffbar ist und ausreichend Pausen möglich sind
- Grenzen für die digitale Erreichbarkeit im rechtlichen Rahmen nach Feierabend gemeinsam verabreden, späte Anrufe und E-Mails vermeiden
- Führungskräfte sensibilisieren und soziale Unterstützung leben (beispielsweise je nach Möglichkeit einen Raum für Powernaps anbieten)
- Beschäftigten Wissen über gesunden Schlaf und Schlafhygiene vermitteln, zum Beispiel zum Umgang mit Licht, Koffein oder festen Schlafzeiten
- Gesunde Ernährung im Arbeitsalltag erleichtern, etwa durch passende Kantinenangebote und im Schichtdienst durch geeignete Verpflegungsmöglichkeiten
- Mit Weiterbildungen zu Bewegung, Entspannung, Zeitmanagement und Resilienz dabei unterstützen, Belastungen und Stress besser zu bewältigen

Unsere Broschüre „Starke Unternehmen – Seelisch gesund im Arbeitsleben“ vermittelt Grundlagen, Handlungsmöglichkeiten und praktische Tipps für Arbeitgeber und BGF-Verantwortliche: Wissenswertes zum Stressabbau, zum Umgang mit Zeitdruck und vieles mehr, das auf einen erholsamen Schlaf Ihrer Beschäftigten einzahlt.
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Frau Dr. Blume, wann wird Schlafmangel am Arbeitsplatz gefährlich?
Schlafforscherin und Psychologin Dr. Christine Blume untersucht, wie unser Alltag die innere Uhr beeinflusst. Im Video spricht sie darüber, welchen Anteil Arbeit und Stress haben. Und wo Unternehmen ansetzen können.
Gesunder Schlaf hat viele Facetten
Ob Beschäftigte mit dem falschen Fuß aufgestanden sind, oder voller Tatendrang in den Tag starten, ist ein Zusammenspiel von Raum, Zeit und Licht. So hat das Schlafzimmer selbst einen großen Einfluss: Dunkel und ruhig sollte es sein, die Temperatur angenehm und eher kühl. Denn Licht, Lärm und Wärme können den Schlaf stören. Auch Verhaltensweisen und Gewohnheiten vor dem Schlafen spielen eine Rolle. Alles zusammen nennen wir Schlafhygiene.
Außerdem zählt nicht nur, wie viele Stunden jemand schläft. Auch ein- und durchschlafen und wie tief und wie regelmäßig die Schlafzeiten sind, macht einen Unterschied. Beschäftigte spüren den am nächsten Morgen: Sie sind wach und aufmerksam, statt sich müde durch den Tag zu kämpfen.
Tipps für Arbeitgeber auf einen Blick:
Powernaps: Was Arbeitgeber möglich machen können
Wie sich ein Powernap im Arbeitsalltag ermöglichen lässt, hängt von den Voraussetzungen ab: Größere Betriebe können Ruheräume einrichten, kleinere brauchen andere Lösungen. Wichtig ist zudem eine Arbeitskultur, die kurze Auszeiten akzeptiert.

Gesunde Schichtpläne gestalten
Arbeit gegen die eigene innere Uhr ist anstrengend und bedarf einer guten Planung, um Langzeitfolgen zu vermeiden. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Beschäftigten unterstützen, so dass sie leistungsfähig bleiben und sich wieder gut erholen.

Die richtige Ernährung
Was und wann wir essen, beeinflusst, wie wach wir uns fühlen und wie gut wir schlafen. Gesunde Mahlzeiten, passende Snacks und genug Flüssigkeit liefern wichtige Nährstoffe. Dabei gilt: nicht zu viel, nicht zu wenig.

Arbeit und Freizeit im Einklang
Work-Life-Balance gelingt, wenn Berufliches und Privates im Einklang sind. Ausgeglichene Menschen leisten mehr. Flexible Arbeitgeber unterstützen dabei, Familie, Freizeit und private Herausforderungen zu bewältigen.

Stand
Erstellt am: 28.09.2026
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