Beitragspflichtige Einnahmen

Für die Beitragsberechnung in der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Höhe des Arbeitsentgelts entscheidend. Zum Arbeitsentgelt zählen alle Einnahmen aus laufenden oder einmaligen Zahlungen an den Arbeitnehmer. Für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge ist die Unterscheidung sehr wichtig, weil elementar verschiedene Regelungen zu beachten sind.

Laufendes Arbeitsentgelt

Laufendes Arbeitsentgelt wird in einem bestimmten Abrechnungszeitraum gezahlt. Das gilt zum Beispiel für Lohn, Gehalt, Mehrarbeitszuschläge oder Schichtzulagen. Um laufendes Arbeitsentgelt handelt es sich immer, wenn die Zuwendungen für die Arbeit einem einzelnen Entgeltabrechnungszeitraum zugeordnet werden können.

Dabei wird das Entgelt dem Abrechnungszeitraum zugeordnet, in dem es erzielt worden ist. Dies gilt unabhängig davon, dass die Abrechnung von laufendem Arbeitsentgelt in größeren Abständen als monatlich erfolgen kann – zum Beispiel bei Mehrarbeitsvergütungen oder Provisionen.

Das könnte nützlich sein
Broschüre Arbeitsentgelt

Weitere Fachinformationen für Arbeitgeber zum Thema Arbeitsentgelt finden Sie in der AOK-Broschüre.

Zuordnung von Einmalzahlungen

Einmalig gezahltes Arbeitsentgelt wird aus einem besonderen Anlass gezahlt, wie etwa das Weihnachts- und Urlaubsgeld. Es wird also ohne konkreten Bezug zu einem Abrechnungszeitraum gezahlt (§ 23a SGB IV).

Eine Einmalzahlung wird dem Monat der Auszahlung zugeordnet. Zahlt der Arbeitgeber die Einmalzahlung nach dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses, wird es dem letzten Entgeltabrechnungszeitraum im laufenden Kalenderjahr zugeordnet.

Beispiel: So werden Einmalzahlungen zugeordnet
Ende des Beschäftigungsverhältnisses am31.5.2019
Krankengeld11.4. bis 31.5.2019
EinmalzahlungJuli 2019

Die Einmalzahlung wird nach dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses ausgezahlt. Sie wird dem letzten Monat der Beschäftigung, Mai 2019, zugeordnet. Dabei spielt es keine Rolle, dass der Mai beitragsfrei war, weil Krankengeld bezogen wurde.

Die korrekte Zuordnung einer Einmalzahlung ist sehr wichtig, weil nur bis zum Ende des Zuordnungsmonats die anteiligen Beitragsbemessungsgrenzen zu ermitteln sind. Zu beachten sind die Beitragssätze, die Beitragsgruppen und die Beitragsbemessungsgrenzen des Zuordnungsmonats. Die Beiträge aus einer Einmalzahlung führt der Arbeitgeber an die Krankenkasse ab, die im Zuordnungsmonat zuständig war.

Anteilige Beitragsbemessungsgrenzen

Einmalzahlungen sind zu berücksichtigen, soweit das bisher gezahlte beitragspflichtige Arbeitsentgelt die anteilige Bemessungsgrenze für Sozialversicherungsbeiträge nicht erreicht. Die anteilige Beitragsbemessungsgrenze orientiert sich an Beschäftigungszeiten des Arbeitnehmers beim Arbeitgeber, der die Einmalzahlung leistet.

Die Bemessungsgrenze für Sozialversicherungsbeiträge wird durch die beitragspflichtigen Tage, die „Sozialversicherungstage“, ermittelt:

  • Volle Kalendermonate werden mit 30 Tagen angesetzt. Teilmonate mit den tatsächlichen Tagen.
  • Beiträge sind grundsätzlich für jeden Tag der Mitgliedschaft zu zahlen. Dabei beginnt die Beitragszeit mit dem Eintritt in das versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis.
  • Für die Berechnung der anteiligen Bemessungsgrenze für Sozialversicherungsbeiträge ist die Jahresbeitragsbemessungsgrenze zunächst durch 360 zu dividieren und das ungerundete Ergebnis mit den festgestellten Sozialversicherungstagen zu multiplizieren.
  • Die Differenz zwischen den anteiligen Beitragsbemessungsgrenzen und dem für den Zeitraum beitragspflichtigen Arbeitsentgelt legt fest,  in welchem Umfang die Einmalzahlung beitragspflichtig ist. 

Ermittlung der beitragspflichtigen Einnahmen

Überschreitet das laufende Arbeitsentgelt zusammen mit dem einmaligen Arbeitsentgelt in einer Beschäftigung die monatliche Beitragsbemessungsgrenze, so wird in drei Schritten geprüft (§ 23a Abs. 3 SGB IV):

  1. Ermittlung der für die Dauer des Beschäftigungsverhältnisses geltenden anteiligen Beitragsbemessungsgrenze: Dabei ist laufendes monatliches Entgelt nur bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze zu berücksichtigen, weil von dem darüber hinausgehenden Entgelt keine Beiträge berechnet wurden. Die aktuell zu beurteilende Einmalzahlung wird nicht zu dieser Summe addiert.
  2. Dieser Ermittlung wird das auf diese Beschäftigungszeit entfallende beitragspflichtige Arbeitsentgelt gegenübergestellt. Der beitragspflichtige Teil ergibt sich erst aus der aktuellen Vergleichsberechnung. Das bisher beitragspflichtige Entgelt wird von der jeweiligen anteiligen Beitragsbemessungsgrenze abgezogen.
  3. Die einmalige Zuwendung ist entweder vollständig oder bis zum Differenzbetrag beitragspflichtig: Ist der sich so ergebende Differenzbetrag größer als die zu beurteilende Einmalzahlung, ist die Einmalzahlung in voller Höhe beitragspflichtig.

Einmalzahlungen im ersten Jahresquartal

Werden Einmalzahlungen im ersten Quartal eines Jahres gezahlt, müssen Arbeitgeber immer prüfen, ob die sogenannte Märzklausel anzuwenden ist.

Dabei werden einmalige Zuwendungen, die vom 1. Januar bis 31. März gezahlt werden, dem letzten Entgeltabrechnungszeitraum des Vorjahres (in der Regel Dezember des Vorjahres) hinzugerechnet. Voraussetzung dafür ist, dass auch im Vorjahr das Arbeitsverhältnis bei diesem Arbeitgeber bestanden hat und die anteilige Beitragsbemessungsgrenze überschritten ist.

Erfolgt die Zuordnung zum Vorjahr, gelten für die Berechnung der Beiträge die Rechengrößen des Vorjahres (zum Beispiel Beitragssätze sowie die Beitragsbemessungsgrenzen).

Die Zuordnung erfolgt generell in allen Versicherungszweigen (auch für die Insolvenzgeldumlage). Eine Ausnahme bildet die Unfallversicherung. Hier werden die Beiträge generell in dem Monat berechnet, in dem die Einmalzahlung gezahlt wurde.

Die Höhe des beitragspflichtigen Anteils der Einmalzahlung ermittelt der Arbeitgeber wie unter dem Punkt „Ermittlung der beitragspflichtigen Einnahmen“ beschrieben.

Stand

Erstellt am: 01.07.2019

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