Best Practice BGF: autogena stahl

Ein Drittel der Belegschaft bei der autogena stahl GmbH in Hannover ist älter als 50. Auf ihre wertvolle Berufserfahrung möchte das hochspezialisierte Unternehmen für Stahlzuschnitte nicht verzichten. Die AOK Niedersachsen hat den Betrieb daher beim Aufbau eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) begleitet, das die gesundheitlichen Bedürfnisse der Best Ager besonders berücksichtigt.

Best Ager fördern und halten

Nach den Werten der sogenannten Best Ager gefragt, muss Thomas Wengler nicht lange überlegen: „Sie zeichnen sich durch hohe Loyalität gegenüber dem Unternehmen und ihrer Arbeit aus“, sagt der Geschäftsführer der autogena stahl GmbH. Auch ihre Berufs- und internen Betriebserfahrungen möchte er nicht missen. Hinzu kommt: Von den 120 Mitarbeitenden des hochspezialisierten Unternehmens für Stahlzuschnitte in Hannover stellt die Generation 50 plus etwa ein Drittel. Gründe genug, die Gesundheit dieser Altersgruppe mit ihrer fachlichen und sozialen Kompetenz zu erhalten. Denn bei autogena stahl werden an fünf bis sechs Tagen die Woche im Drei-Schicht-Betrieb Präzisionsprodukte hergestellt. Das zehrt an den Kräften und zeigte sich vor einigen Jahren in einem steilen Anstieg an Ausfalltagen.

Professionelle Begleitung

Vor diesem Hintergrund setzte das Unternehmen auf einen professionellen Präventionspartner im Bereich Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF): die AOK Niedersachsen. „Ich war schon immer der Meinung, dass Konzepte einer externen Begleitung eine andere Verbindlichkeit haben“, sagt Wengler.

Grundlage für den Aufbau eines nachhaltigen und strukturierten Betrieblichen Gesundheitsmanagements bildete eine Mitarbeitendenbefragung mit anschließender Analyse durch die AOK. Sie hatte unter den Best Agern die höchsten gesundheitlichen Belastungen und meisten Ausfalltage gezeigt. Gemeinsam mit der AOK Niedersachsen wurden daher besondere Gesundheitskonzepte, etwa zum Thema „Gesundheitsförderliche Führung von Best Agern“ entwickelt. Das Ziel: „Gesundes Altern und Arbeiten bis zum regulären Renteneintrittsalter“, so Dr. Volker Kirschbaum, zuständiger BGM-Berater der AOK.

Altersgerecht und gesundheitsförderlich führen

Ein Anspruch, mit dem der Betrieb aufgrund der demografischen Entwicklung nicht allein ist. Immer mehr Führungskräfte stehen vor der Aufgabe, die individuellen Potenziale von Best Agern zu erkennen, zu fördern und gleichzeitig altersbedingten Belastungen konstruktiv zu begegnen.

Erfahrung stärken – Gesunde Führung von Best Agern

Zu diesem Thema bietet die AOK Niedersachsen einen dreistündigen Workshop an. Er richtet sich an Vorgesetzte mit Führungsverantwortung für Beschäftigte ab 50 Jahren.

Inhalte sind unter anderem:

  • Grundlagen altersgerechter Führung
  • Körperliche und psychische Veränderungen ab 50 – Chancen und Herausforderungen
  • Motivation und Leistungsfähigkeit älterer Mitarbeitender erhalten
  • Arbeitsgestaltung und Kommunikation anpassen
  • Mit gesundheitlichen Einschränkungen, Fehlzeiten und Wiedereinstieg umgehen

BGM-Fachkräfte der AOK führen die kostenfreie Schulung wahlweise in Präsenz, digital oder hybrid durch.

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Workshops und verbesserte Ergonomie

Bei autogena stahl wurden die acht teilnehmenden Führungskräfte in speziell zugeschnittenen Schulungen für die Gesundheit der über 50-Jährigen sensibilisiert. André Jantzen, BGM-Beauftragter des Unternehmens, nennt als Beispiele: „Mit zunehmendem Alter kann die Regeneration länger dauern, die Sensibilität für Belastungen wie Lärm und Vibrationen am Arbeitsplatz steigt.“

Viele weitere BGF-Maßnahmen richteten sich an alle autogena-Beschäftigten. Darunter Workshops zu Ernährungsberatung, Bewegung und Stressbewältigung bis hin zu Suchtprävention – kostenfrei durchgeführt von der AOK Niedersachsen im Betrieb. Zusätzlich erhalten die Mitarbeitenden von ihrem Arbeitgeber Zuschüsse zum Fitnessstudio und ein Fahrradleasing. Eine Optimierung der internen Kommunikation über die Unternehmensentwicklung verbesserte die Transparenz und das Vertrauen in die Jobsicherheit. Wichtig war der Geschäftsführung auch, in die Ergonomie zu investieren, sagt Jantzen und nennt als Beispiele unter anderem höhenverstellbare Schreibtische, Arbeitsblöcke, die unterschiedliche Körpergrößen berücksichtigen, oder sogenannte Easy Flipper, die das Wenden schwerer Werkstücke erleichtern.

Langfristige Wirkung

Der Erfolg lässt sich sehen: Um 35 Prozent sank der Krankenstand innerhalb der Lohnfortzahlung im Zeitraum von drei Jahren. Außerdem zeigte eine zweite Mitarbeitendenbefragung eine deutliche Reduzierung der Belastungen und eine gestiegene Zufriedenheit unter den Beschäftigten. „Insbesondere unter den Best Agern ergab die Evaluation messbare Gesundheitseffekte“, so Dr. Kirschbaum. Für ihn steht fest: „Wenn die Geschäftsführung ein BGM-Projekt so intensiv unterstützt wie bei autogena stahl, lässt sich etwas bewirken, auch im Mindset zu gesundheitsbewusstem Verhalten.“

Nach Abschluss der Begleitung durch die AOK sind weitere Maßnahmen geplant. Denn Geschäftsführer Wengler weiß: „Es gibt nicht den einen Schalter, der einmal umgelegt wird. Gesundheitsförderung muss langfristig wirken, aber es lohnt sich, am Ball zu bleiben.“

Betriebliche Gesundheitsförderung mit der AOK Niedersachsen

Sämtliche Leistungen der AOK Niedersachsen in der Betrieblichen Gesundheitsförderung sind für Ihr Unternehmen und alle Beschäftigten kostenfrei. Unsere Fachkräfte für Betriebliches Gesundheitsmanagement beraten Sie gern persönlich zum Aufbau nachhaltiger gesundheitsförderlicher Strukturen und begleiten Sie bei der Umsetzung eines BGM-Projekts. Wie die individuelle Beratung Ihres Unternehmens für ein auf Sie zugeschnittenes Betriebliches Gesundheitsmanagement abläuft, erfahren Sie hier.

Die AOK Niedersachsen unterstützt Unternehmen mit vielen kostenfreien Checks und Workshops. Eine Angebotsübersicht finden Sie hier.

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