BGF – Gesund älter werden im Unternehmen

Die Lebensläufe von Beschäftigten werden bunter. Bildungs- und Berufswege ändern sich ebenso wie private Lebensformen. Unternehmen tun gut daran, ihre Arbeitsbedingungen an den Lebensphasen ihrer Beschäftigten zu orientieren.

Lebensphasen im Job abbilden und gestalten

Für Unternehmen egal welcher Größe wird es immer schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, sie zu motivieren und an den Betrieb zu binden. Darüber hinaus ist betriebsspezifisches Fachwissen zu sichern und weiterzugeben, wenn ältere Mitarbeiter ausscheiden. Darum gilt es, optimale Schnittstellen zwischen Nachwuchskräften und erfahrenen Mitarbeitern zu gestalten.

Lebensphasenorientiertes Personalmanagement versucht, die komplexen Veränderungen der Arbeitswelt wie Fachkräftemangel, Digitalisierung und Migration im Blick zu behalten – auch mit Betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF). Gefragt sind Gesundheitsprogramme, die auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Generationen und ihrer biografischen Situationen abgestimmt sind.

Altersgemischte Teams sind sehr erfolgreich und binden ältere Beschäftigte

Die Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter zwischen 60 und 64 Jahren hat sich von 2000 bis 2016 mehr als verdreifacht. Immer mehr Unternehmen erkennen den Wert älterer Beschäftigter und wissen ihre Erfahrungen zu schätzen.

Altersgemischte Teams sind ein Erfolgsfaktor, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim in einer Studie herausfand. Die Forscher untersuchten, welche Faktoren dazu beitragen, dass ältere Mitarbeiter bis zum Erreichen des Renteneintrittsalters im Job verbleiben. Ergebnis: Im Vergleich mit anderen Maßnahmen führten nur altersgemischte Teams zur gewünschten längeren Beschäftigungsdauer.

Die Stärken altersgemischter Teams sind:

  • Jüngere Arbeitnehmer sind oft schneller.
  • Ältere machen weniger Fehler und kennen auch Abkürzungen zum Ziel.
  • Nehmen mit steigendem Lebensalter zum Beispiel Sehfähigkeit und Körperkraft ab, bleiben Fertigkeiten und Fähigkeiten wie berufliches Wissen, soziale Kompetenz, Lebenserfahrung und Zuverlässigkeit erhalten.
  • Diese Fertigkeiten und Fähigkeiten können an Nachwuchskräfte weitergegeben werden.

Soft-Management für verschiedene Altersgruppen

Die Zusammenarbeit von Jung und Alt im Team benötigt ein besonderes Management. Führungskräfte brauchen viel Einfühlungsvermögen, Sensibilität und eine vorurteilsfreie Haltung gegenüber dem Älterwerden.

Vorgesetzte müssen individuell auf die Stärken und Schwächen der Teammitglieder eingehen und Altersunterschiede so managen, dass es nicht zu Kompetenzgerangel zwischen Jung und Alt kommt. Vielmehr gilt es, Kompetenzen wertschätzend miteinander zu verbinden. Das geht unter anderem durch:

  • Fairen Umgang mit allen Teammitgliedern
  • Beteiligung an Entscheidungen, auch zu Weiterbildungsangeboten
  • Frühzeitige Kommunikation von Veränderungen im Unternehmen
  • Die Möglichkeit, dass ältere Arbeitnehmer ihr Wissen weitergeben können (Mentoring- oder Patenprogramme)
  • Mehr und regelmäßiges Feedback, vor allem in Richtung der jüngeren Arbeitnehmer

Altersstrukturanalyse durchführen

Basis für Bildung und Entwicklung altersgemischter Teams kann eine Altersstrukturanalyse sein. Sie sollte neben der aktuellen Belegschaft auch die zukünftige Altersverteilung sowie die einzelnen Arbeitsbereiche im Betrieb berücksichtigen. Folgende Aspekte sind wichtig:

  • In welchen Bereichen ist das Unternehmen jugendzentriert?
  • Wo droht Überalterung? Wo stimmt die Mischung?
  • Wie wird sich dies in drei bis fünf Jahren verändert haben?
  • Was sind die zukünftigen Arbeitsanforderungen?
  • Welches Personal und welche Qualifikationen sind dafür erforderlich?
  • Wie kann der Bedarf durch die Personalplanung im Unternehmen berücksichtigt werden?
KOFA
Ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rekrutieren

Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) bietet Handlungsempfehlungen für Arbeitgeber, wie sie von der „Generation Erfahrung“ profitieren können.

Stand

Zuletzt aktualisiert: 15.05.2020

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