Schlaf
Schlafphasen: von der Einschlafphase bis zum REM-Schlaf
Veröffentlicht am:19.08.2020
aktualisiert am 17.02.2026
4 Minuten Lesedauer
Frisch, ausgeruht und fit: Ein gesunder Schlaf ist wichtig für Körper und Gehirn. Während einer Nacht durchlaufen wir mehrere Schlafphasen, die sich in wiederkehrenden Schlafzyklen abwechseln. Was dabei konkret passiert.

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Was passiert im Körper während des Schlafs?
Guter Schlaf ist neben sportlicher Aktivität und ausgewogener Ernährung einer der Grundpfeiler für einen fitten Körper und Geist. Er läuft in verschiedenen Phasen ab und betrifft alle Funktionssysteme des Körpers. Dabei verändern sich unter anderem Atmung, Blutdruck, Muskeltonus und Gehirnströme.
Während wir schlafen, kommen wir zur Ruhe und geben unserem Körper Zeit, sich zu regenerieren. Das Gehirn nutzt den Schlaf, um „auszumisten“ und Sinneseindrücke zu verarbeiten. Die Körpertemperatur sinkt über Nacht ab und erreicht ihren tiefsten Punkt. Wenn der Schlaf endet, wird das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet und wir erwachen.
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Wie laufen die Schlafphasen ab?
Schlaf ist kein einheitlicher Vorgang. Er besteht aus mehreren Schlafphasen, die auch als Schlafstadien bezeichnet werden, und einen Schlafzyklus bilden. Diese Phasen wechseln sich in wiederkehrenden Zyklen ab und haben unterschiedliche Funktionen.
Ein Schlafzyklus dauert etwa 90 bis 110 Minuten. Während einer Nacht durchlaufen wir vier bis sechs dieser Zyklen. Zwischendurch ist ein kurzes Aufwachen völlig normal, auch mehrmals. Meist erinnern wir uns morgens nicht mehr daran.
Ein Schlafzyklus umfasst die Einschlafphase, den Leichtschlaf, den Tiefschlaf und die REM-Phase. Die einzelnen Schlafphasen unterscheiden sich unter anderem durch Veränderungen der Gehirnaktivität, der Atmung, des Herzschlags und der Muskelspannung.
Was passiert beim Einschlafen?
Der Übergang vom Wachzustand in den Schlaf erfolgt nicht plötzlich, sondern geht mit körperlichen Veränderungen einher. Wir beginnen, uns zu entspannen, unsere Atmung und unser Puls werden ruhiger.
Unser Gehirn entspannt sich dabei so weit, dass wir leise Geräusche und sanfte Berührungen nicht mehr wahrnehmen. In diesem Stadium können wir noch leicht aufschrecken. Auch kurze, plötzliche Zuckungen der Muskeln sind möglich.
Was ist der Leichtschlaf?
Im Leichtschlaf lässt die Muskelanspannung nach. Herzschlag und Atmung werden langsamer, während sich der Körper zunehmend entspannt.
Auch in dieser Phase kann es noch zu Muskelzuckungen kommen. Das Gehirn und die Muskeln kommen unterschiedlich schnell zur Ruhe.
Wie gestaltet sich der Tiefschlaf?
Im Tiefschlaf sind Herzschlag und Atmung deutlich verlangsamt. Der Blutdruck und die Körpertemperatur sinken. Das Gehirn arbeitet aber weiter.
Erinnerungen wandern vom Hippocampus in den Neokortex, wo sie langfristig gespeichert werden. Gleichzeitig werden wichtige synaptische Verbindungen abgeschwächt. Dadurch spart das Gehirn Energie und macht Platz für neue Informationen.
Im Tiefschlaf regeneriert sich zudem der Körper. Er nutzt die Zeit für Zellteilung, Ausbesserung von Gewebsschäden und für Reparaturmechanismen. Bei Kindern und Jugendlichen werden in dieser Schlafphase Wachstumshormone ausgeschüttet. Aus dem Tiefschlaf schrecken wir nicht so leicht hoch.
Was geschieht in der REM-Phase?
REM steht für „Rapid Eye Movement“ und beschreibt die schnellen Augenbewegungen unter geschlossenen Lidern, die sich in dieser Phase beobachten lassen. Die REM-Phase wird auch als Traumschlaf bezeichnet.
Während in den anderen Schlafphasen die Aktivität des Gehirns reduziert ist, ist sie in der REM-Phase wieder sehr hoch. In dieser Phase werden beispielsweise neue Erinnerungen gespeichert.
Der REM-Schlaf spielt außerdem eine wichtige Rolle bei der emotionalen Verarbeitung und beim Lernen. Wir erleben in der Phase die meisten Träume. Warum Menschen träumen, ist unklar. Träume helfen uns vermutlich dabei, Gefühle und Eindrücke des Tages zu verarbeiten.
Wie viel Schlaf brauchen wir?
Wie viel ein Mensch schläft, ist individuell unterschiedlich. Die amerikanische National Sleep Foundation empfiehlt Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren eine Schlafdauer von 7 bis 9 Stunden pro Nacht. Abweichungen von diesem Richtwert sind in der Regel normal.
Auch Faktoren wie Alter, Gene und Lebensstil beeinflussen den Schlafbedarf. Im Laufe des Lebens verändert sich die Schlafdauer: Neugeborene schlafen bis zu 16 Stunden täglich, im Kindesalter nimmt die Schlafdauer leicht ab und in der Pubertät nimmt sie wieder leicht zu. Ältere Menschen schlafen in der Regel nicht weniger, haben aber weniger Tiefschlaf und wachen dadurch leichter auf.
Wie verändern sich die Schlafphasen im Laufe der Nacht?
Die Schlafphasen wechseln sich während der Nacht in unterschiedlichen Anteilen und zeitlichen Abständen ab. Nach dem Einschlafen dominiert der Tiefschlaf. Im weiteren Verlauf nehmen die REM-Phasen zu.

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Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.
Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Schlaf & Schlafstadien.
Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM): Ein- und Durchschlafstörungen.
UniPress / Forschung und Wissenschaft an der Universität Bern: Schlaf fürs Gehirn.
T. Penzel, H. Peter, J. H. Peter: Schlafstörungen. Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 27, Robert Koch-Institut (Hrsg.).






