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Winterliche Sportverletzungen

Jungem Mann wird nach einem Unfall beim Wintersport aufgeholfen.

© iStock / Nadasaki

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 17.02.2021

In Zeiten der Corona-Pandemie ist leider auch der Wintersport stark eingeschränkt. Wer in höheren Lagen lebt, hat zum Glück vor Ort die Möglichkeit, den Winter zu genießen. Was beim Wintersport jedoch alles passieren kann und worauf Sie in Zukunft achten sollten, erfahren Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Erhöhte Unfallgefahr auf Skipisten

    Die häufigste Ursache für Verletzungen beim Skifahren und Snowboarden sind vor allem selbst verursachte Stürze. Oft liegt es daran, dass viele Sportler ihren Urlaub zu ehrgeizig beginnen oder zu schnell und zu riskant fahren. Häufig fehlt aber auch die Zeit, um sich und auch seinen Körper an den Sport, an die Höhe und vor allem an die Witterungsverhältnisse zu gewöhnen.

    Laut der Stiftung „Sicherheit im Skisport“ mussten sich in der Saison 2019/2020 zwischen 36.000 bis 38.000 deutsche Skifahrer und Snowboarder ärztlich behandeln lassen. Dazu zählen stationäre und ambulante Behandlungen, nicht aber Bagatellunfälle. Vergleicht man die Zahl mit der Vorsaison dann hat sie sich um rund 6.000 Personen verringert. Auch wenn in der Saison 2020/2021 Corona bedingt weiter mit einem Rückgang der Zahlen zu rechnen ist, zeigen sich doch typische Verletzungsmuster.

    Körperregionen, die besonders verletzungsgefährdet sind

    Betrachtet man die Zahlen der Stiftung aus der Saison 2018/2019, sind folgende Verletzungen am häufigsten:

    1. Knieverletzungen: 32,4 Prozent (Männer 26,6 Prozent, Frauen 43,3 Prozent)
    2. Schulterverletzungen: 18,6 Prozent (Männer 22,9 Prozent, Frauen (10,8 Prozent)
    3. Kopfverletzungen: 11,1 Prozent (Männer 11,3 Prozent, Frauen 10,6 Prozent)
    4. Verletzungen der Hüfte und der Oberschenkel: 10,4 Prozent (Männer 9,6 Prozent, Frauen 11,5 Prozent)
    5. Verletzungen des Rumpfbereichs: 8,9 Prozent (Männer 12,1 Prozent, Frauen 3,6 Prozent)
    6. Verletzungen des Unterschenkels: 6,2 Prozent (Männer 5,4 Prozent, Frauen 7,6 Prozent)
    7. Verletzungen des Sprunggelenks und des Fußes: 4,2 Prozent (Männer 4,6 Prozent, Frauen 3,7 Prozent)
    8. Verletzungen des Handgelenks und der Hand: 2,2 Prozent (Männer 2,0 Prozent, Frauen 2,8 Prozent)
    9. Verletzungen des Oberarms: 2,0 Prozent (Männer 1,6 Prozent, Frauen 2,7 Prozent)
    10. Verletzungen des Ellenbogens und des Unterarms: 1,5 Prozent (Männer 1,6 Prozent, Frauen 1,3 Prozent)
    11. Halsverletzungen: 1,3 Prozent (Männer 1,5 Prozent, Frauen 1,0 Prozent)
    12. Verletzungen des Daumens: 1,1 Prozent (Männer 1,0 Prozent, Frauen 1,4 Prozent)

    Bei welchen Verletzungen muss ich zum Arzt?

    Auch wenn die meisten Skiunfälle glimpflich ablaufen und man meistens mit einer leichten Prellung davonkommt, gibt es doch einige Verletzungen, bei denen der Arzt aufgesucht werden sollte. Bei Verletzungen des Rumpfes (Rippen- oder Schlüsselbeinbrüche) und bei Knieverletzungen (Bänderriss oder Meniskus-Verletzung) ist ein Besuch im Krankenhaus unerlässlich. Der Arzt entscheidet dann vor Ort, ob eine Operation oder eine konservative Therapie, zum Beispiel mit einer Schiene, erforderlich ist. Kommt es zum Ober- oder Unterschenkelbruch, ist ein Gipsverband nötig. Im Schulterbereich sind ausgekugelte Gelenke, Sehnenrissen oder Knochenabsplitterungen möglich. Selten treten Knöchelbrüche oder verschobene Rückenwirbel auf.

    So lassen sich Unfälle vermeiden

    Grundsätzlich verletzen sich Sportler vor allem dann, wenn sie sich und ihre Fähigkeiten überschätzen. Das gilt natürlich nicht nur fürs Skifahren, sondern ist ganz allgemein gültig. Vor allem beim saisonalen Wintersport fehlt häufig die nötige Kondition und Kraft, so steigt auch die Sturzgefahr. Auch Sportler, die aufgrund des fehlenden Trainings eine eher schwache Muskulatur haben, sollten beachten, dass sie deshalb auch ihre Bewegung auf der Piste schlechter kontrollieren können, ein erhöhtes Sturzrisiko kann die Folge sein.

    Das lässt sich besonders gut beim alpinen Skifahren beobachten. Nach einem langen und kräftezehrenden Tag auf der Skipiste verletzen sich die meisten Fahrer. Sie schaffen es dann nicht mehr, kontrolliert zu fahren. Fehlt die Kraft, sind sie häufig nicht mehr in der Lage das Gleichgewicht zu halten, gegenzusteuern oder sich richtig aufzufangen. Es sind vor allem diese unkontrollierten Stürze, die dann leicht zu Verletzungen führen.

    Aus diesem Grund ist eine gute Vorbereitung auf den Wintersport wichtig. Ideal ist es deshalb, das ganze Jahr über sportlich aktiv zu sein und an seiner eignen Fitness zu arbeiten. Wer zweimal die Woche seine Kraft und Ausdauer trainiert und vor dem Urlaub einen Skigymnastik-Kurs besucht, ist optimal vorbereitet. Kurzfristig lässt sich die eigene Fitness allerdings in den seltensten Fällen optimieren, da sich erste Erfolge der Skigymnastik meistens erst nach sechs Wochen zeigen.

    Die perfekte Ausrüstung für den Wintersport

    Das Wichtigste beim alpinen Skisport ist ein gut sitzender Helm. Kommt es zum Sturz, kann er einen Teil des Aufpralls dämpfen. Tödliche Unfälle können so vermieden werden. Tatsächlich gehen Experten mittlerweile davon aus, dass 80 Prozent aller Kopfverletzungen durch Helme verhindert werden könnten und fordern deshalb eine generelle Helmpflicht in Deutschland. Ganz wichtig: Lassen Sie sich beim Helmkauf im Fachhandel beraten, denn nur ein Helm, der optimal sitzt und nicht drückt, bietet einen optimalen Schutz.

    Auch sogenannte Rückenprotektoren bieten Skifahrern und Snowboardern einen guten Schutz, denn sie mildern Stürze ab und verringern das Risiko für Verletzungen im Rücken- und Rumpfbereich. Auch Handgelenkschützer sind sinnvoll. Trotzdem sollte auch die modernste Ausrüstung nicht dazu verleiten, riskanter zu fahren und sich selbst zu überschätzen.

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