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Kräuterbeet auf dem Balkon

Eine Frau schneidet frische Kräuter aus einem Balkonbeet.

© iStock / Darwel

Lesezeit: 5 Minuten28.04.2022

Grün, gesund und vielseitig: Kräuter aus eigenem Anbau liefern wertvolle Inhaltsstoffe und bereichern die Küche mit mediterranen Aromen. Für eine erfolgreiche Ernte ist kaum mehr nötig als ein paar Töpfe, Erde und eine Gießkanne.

Inhalte im Überblick

    Kräuter lassen sich gut auf dem Balkon anpflanzen

    Der aromatische Duft von gerebeltem Oregano liegt in der Luft, die gerade eben gezupften Basilikumblätter verströmen einen Hauch von mediterranem Flair. Frische Kräuter sind ein Hochgenuss für die Sinne – der längst nicht nur Gartenbesitzern vorbehalten ist. Auch auf der Fensterbank oder dem Balkon gedeihen sie prächtig. Dort sind sie nicht nur ein Hingucker und in der Blütezeit eine kleine Oase für Bienen. Sie liefern auch eine Menge gesunder Nährstoffe und verfeinern jedes Gericht.

    Was macht Kräuter so gesund?

    Kräuter enthalten hohe Mengen an Bitter-, Gerb- und Scharfstoffen. Diese fördern die Verdauung und haben zudem eine desinfizierende und entzündungshemmende Wirkung. Außerdem sind Kräuter reich an Vitaminen und Mineralstoffen.

    Der Aufwand für das eigene kleine Kräuterparadies ist nicht besonders groß. Ob man ausgewachsene Pflanzen kauft oder zum Saatgut greift, ist eine Geduldsfrage. In beiden Fällen ist jedoch die Gärtnerei oder der Baumarkt der beste Anlaufpunkt. Küchenkräuter aus dem Supermarkt verkümmern häufig, da sie in Treibhäusern zu schnellem Wachstum angetrieben werden.

    Ab Mitte März geht es dann los. Damit die getopften Kräuter die ganze Gartensaison überstehen, sollten sie in einen größeren Topf oder Kasten mit nährstoffreicher Kräutererde umgesetzt werden. Was es dabei genau zu beachten gilt, ist je nach Sorte verschieden. Die folgenden sechs Kräuter-Porträts enthalten die wichtigsten Tipps zur Pflege und Verwertung der Pflanzen.

    1. Basilikum – sensibles Multitalent

    Mehr als 60 verschiedene Sorten von Basilikum sind bekannt – sie unterscheiden sich vor allem in Farbe und Größe der Blätter. Da diese recht kälteempfindlich sind, nimmt die Pflanze ihren Platz im Freien am besten erst Ende Mai ein. Drinnen freut sie sich ganzjährig über einen hellen Standort. Bei zu viel Sonne droht allerdings „Sonnenbrand“. Basilikum braucht viel Wasser, verträgt jedoch keine Staunässe. Damit die Pflanze schön buschig wird, erntet man die aromatischen Blätter am besten nicht einzeln, sondern die Triebspitzen über einem Blattpaar.

    Besonders gut passt Basilikum zu mediterranen Gerichten wie Pizza und Pasta sowie zu Pesto oder Tomaten. Wer einige frische Blätter mit Zitronenscheiben oder Erdbeeren in einen Krug Wasser gibt, erhält leckeres Infused Water.

    Auch in puncto Gesundheit hat Basilikum einiges zu bieten: Die Blätter wirken entzündungshemmend und können mentale Anspannung lösen. Die enthaltenen Gerbstoffe regen den Appetit und die Verdauung an.

    2. Pfefferminze – würzige Frischmacherin

    Bei Husten und Halsweh ist Pfefferminztee ein beliebtes Hausmittel – doch die Pflanze wird längst nicht mehr nur in der Erkältungszeit verwendet. Im Sommer erfrischt sie auch in kalten Getränken und verleiht Fleisch und Soßen eine süßlich-würzige Note. Auch in der arabischen und indischen Küche kommt sie häufig zum Einsatz. Die Pfefferminze fühlt sich sowohl an sonnigen als auch an schattigeren Standorten wohl, ist Kälte gegenüber unempfindlich und gehört eher nicht zu den durstigen Pflanzen. Lediglich ein ausreichend großer Topf ist ihr wichtig, damit sie sich ausbreiten und verzweigen kann. In den Sommermonaten sind ihre kleinen Blüten ein Eldorado für Bienen.

    Der Gesundheit zuträglich ist Pfefferminze vor allem dank ihrer Effekte gegen Bakterien, Pilze und Viren. Außerdem wirkt sie krampflösend und angenehm beruhigend bei Magen-Darm-Beschwerden.

    3. Oregano – mediterraner Küchenstar

    Der intensive, leicht bittere und sehr aromatische Geschmack ist typisch für Oregano und Bestandteil vieler mediterraner Speisen wie Pizza und Antipasti. Das Gewürz passt ebenfalls hervorragend zu Meeresfrüchten, Fisch, Gemüse oder Fleisch. Ein warmer, sonniger Standort mit eher nährstoffarmer, kalkhaltiger Erde ist ihm am liebsten, dann benötigt die Pflanze kaum weitere Pflege. Staunässe kann sie allerdings nicht leiden. Getrocknet wird der Geschmack der kleinen Blättchen noch intensiver. Gesundheitliches Potenzial hat Oregano vor allem aufgrund seiner entzündungshemmenden und antibakteriellen Wirkung.

    Ein älterer Mann gießt Kräuterpflanzen auf dem Balkon mit einer Spritzflasche.
    Regendusche für die Pflanzen: Mithilfe einer Sprühflasche lässt sich die Wassermenge beim Gießen besonders gut dosieren.

    © iStock / SrdjanPav

    4. Schnittlauch – zeitloser Klassiker

    Die langen, dünnen Halme mit dem zarten Zwiebelgeschmack sind ein Klassiker in der Kräuterküche. Sie wachsen büschelweise, wobei das regelmäßige Abschneiden das Wachstum fördert. Ob der Schnittlauch dabei in der Sonne oder im Halbschatten steht, spielt keine Rolle. Für eine reiche Ernte ist genügend Wasser wichtig, Staunässe lässt die Halme allerdings gelb werden. Ab Ende Mai bildet der Schnittlauch hübsche kugelige, zartlila Blüten, die auch bei Bienen sehr beliebt sind. Da die Pflanze dann einen Großteil ihrer Energie in die Blütenproduktion steckt, schmecken die Halme in dieser Zeit weniger aromatisch.

    Wie sein Verwandter, der Knoblauch, ist auch Schnittlauch sehr gesund: Er wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel und Blutdruck aus.

    5. Petersilie – anspruchsvoller Mineralstofflieferant

    Das deftige grüne Kraut passt vor allem zu Kartoffelgerichten, Soßen, Salaten und Eintöpfen. Dabei enthält es jede Menge Nährstoffe, allen voran Kalzium, Kalium, Vitamin C und Vitamin K. Um den Tagesbedarf an Letzterem zu decken, reicht bereits etwas mehr als ein Teelöffel gehackte Petersilie aus. Vitamin K verbessert wiederum die Knochengesundheit und beugt Knochenbrüchen vor.

    Die glatte Petersilie ist geschmacksintensiver als die krause. Die Pflanze lässt sich auch im Topf erfolgreich kultivieren, hat aber ein paar Ansprüche: Sie mag sonnige Standorte, möchte jedoch nicht den ganzen Tag in der prallen Hitze stehen. Im Halbschatten vermindert sich jedoch ihr Ertrag. Damit die Pfahlwurzeln ausreichend Platz finden, ist ein tiefer Topf mit nährstoffreicher Kräutererde geeignet. Diese immer leicht feucht halten.

    Übrigens: Petersilie verträgt sich nicht mit Schnittlauch in einem Topf.

    6. Rosmarin – aromatischer Geschmacksbooster

    Bereits beim sanften Streichen über die Nadeln des Rosmarins entfalten diese ihren aromatischen Duft. Der intensive Geschmack der mediterranen Pflanze passt besonders gut zu Fleischgerichten. Legt man einen kleinen Zweig beim Grillen in die Glut oder beim Braten in die Pfanne, sorgt das für eine feinwürzige Note.

    Die Blätter helfen bei Verdauungsbeschwerden und können die Therapie von rheumatischen Erkrankungen oder Kreislaufbeschwerden unterstützen. Von Mai bis Oktober fühlt sich der Rosmarin in einem Topf auf dem Balkon wohl, überwintern sollte die Pflanze aber besser in einem hellen Raum bei Temperaturen von etwa zehn Grad.

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