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Plaque und Zahnstein: Wie Sie Zahnbelag erkennen, entfernen und vorbeugen

Veröffentlicht am:29.09.2021

aktualisiert am 08.10.2026

5 Minuten Lesedauer

Da sich Plaque fortlaufend neu bildet, ist regelmäßiges Zähneputzen das A und O. Sonst können Zahnstein, Entzündungen, Parodontitis oder Karies drohen. Welche Behandlungen dann sinnvoll sind.

Ein Mann und ein kleines Mädchen schauen in einen Badezimmerspiegel, während sie sich die Zähne putzen.

© iStock / Pekic

Was ist Plaque und wie entsteht daraus Zahnstein?

In der Zahnmedizin meint „Plaque“ (französisch für „Platte“, „Fleck“) oder „Biofilm“ eine klebrige, gelartige Schicht, die sich auf der Zahnoberfläche und in den Zahnzwischenräumen bildet. Sie besteht aus Speichelbestandteilen, Nahrungsresten und Bakterien.

Dieser Zahnbelag setzt sich besonders an Stellen fest, die schwer mit der Zahnbürste zu reinigen sind, etwa in den Zahnzwischenräumen oder am festsitzenden Zahnersatz. Plaque ist weiß-gelblich gefärbt und kann mit der Zeit bräunlich werden, bei Rauchenden auch schwarz. Tee, Kaffee, Rotwein und Teer aus dem Tabakrauch können den Belag unterschiedlich stark verfärben.

Zahnbelag bildet sich bereits kurz nach dem Zähneputzen neu. Anfangs ist er weich und fühlt sich leicht pelzig an. Wird er nicht gründlich genug entfernt, lagern sich Mineralien aus dem Speichel ein. Der Belag verhärtet sich und es entsteht Zahnstein. Dieser macht die Zahnoberfläche rau, sodass sich weitere Beläge ansiedeln können, die erneut zur Zahnsteinbildung führen. Somit „wächst“ der Zahnstein.

Was ist der Unterschied zwischen Plaque und Zahnstein?

Plaque ist ein weicher Zahnbelag, der sich durch gründliches Zähneputzen entfernen lässt. Bleibt er jedoch auf den Zähnen, lagern sich Mineralien aus dem Speichel ein. Dadurch verhärtet sich der Belag zu Zahnstein, der nur noch in der Zahnarztpraxis entfernt werden kann.

Welche Folgen kann Plaque haben?

Bakterien und ihre Stoffwechselprodukte, die in Plaque enthalten sind oder auch bei Zahnstein vorkommen, können das Zahnfleisch angreifen. Mögliche Folgen sind:

  • Zahnfleischentzündung (Gingivitis): Werden Plaque und Zahnstein nicht entfernt, reagiert das Immunsystem mit einer Entzündung. Zahnfleischbluten, Rötungen und Schwellungen des Zahnfleischs sind sichtbare Zeichen und deuten auf eine Gingivitis hin. Wer Plaque zum Beispiel durch Zähneputzen entfernt, kann die Entzündung reduzieren.
  • Entzündung des Zahnhalteapparats/Parodontitis: Vertiefungen der Zahnfleischtaschen, die durch einen Abbau von Knochen und Haltefasern verursacht wurden, sind Anzeichen für eine Parodontitis. Diese Veränderungen schreiten langsam über mehrere Jahre voran und sind meist symptomlos. In der Zahnarztpraxis kann eine Parodontitis diagnostiziert und behandelt werden.
  • Karies: Kariöse Zähne entstehen in einem Zusammenspiel aus unzureichender Mundhygiene, Zahnbelag und Zuckerkonsum. Karies schädigt die Zähne, kann Schmerzen verursachen und zu Zahnverlust führen.

Wichtig: Je weniger Zahnbelag sich bildet, desto niedriger ist das Risiko für Zahnerkrankungen.

Wie lässt sich Zahnbelag entfernen und vorbeugen?

Der beste Weg, um Plaque zu entfernen und seiner Bildung vorzubeugen, ist eine gründliche Zahn- und Mundhygiene. Das sollten Sie dabei beachten:

  • Putzen Sie sich zweimal täglich, morgens und abends, drei Minuten lang die Zähne. So entfernen Sie neu entstandenen Plaque.
  • Verwenden Sie fluoridhaltige Zahnpasta, um den Zahnschmelz zu stärken.
  • Benutzen Sie einmal täglich Zahnseide und/oder Interdentalbürsten, um die Zahnzwischenräume gründlich zu reinigen.
  • Verwenden Sie bei Bedarf spezielle Färbetabletten. Diese verfärben Plaque auf den Zähnen und machen den Belag so sichtbar. Das ist sinnvoll, wenn Sie unsicher sind, ob Sie alle Stellen beim Zähneputzen erreichen.
  • Tauschen Sie Ihre Zahnbürste alle zwei Monate aus. Mit verbogenen, stumpfen Borsten ist die Reinigung weniger gründlich. Außerdem können sie das Zahnfleisch verletzen.
  • Verwenden Sie keine Hausmittel wie Backpulver, um Zahnbelag zu entfernen. Diese können den Zahnschmelz schädigen.
  • Nehmen Sie einmal im Jahr einen Vorsorgetermin beim Zahnarzt wahr, um sich Plaque und Zahnstein entfernen zu lassen.
  • Vermeiden Sie häufige Zwischenmahlzeiten mit zuckerhaltigen Lebensmitteln, um Plaque keinen Nährboden zu bieten. Je gesünder und zuckerfreier Sie sich ernähren, desto besser geht es auch Ihren Zähnen.
  • Bei Milchzähnen ist besondere Vorsicht geboten: Sie sind im Vergleich zu bleibenden Zähnen kleiner und weisen eine veränderte Zahnstruktur auf. Dadurch können Milchzähne anfälliger für Karies sein. Eine zuckerreduzierte Ernährung sowie eine abwechslungsreiche, ausgewogene und kauaktive Kost hilft den Milchzähnen, lange gesund zu bleiben. Kinder bis zum sechsten Geburtstag sollten fluoridhaltige Kinderzahnpasta nutzen.

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Wie lässt sich Zahnstein entfernen?

Hat sich der Belag bereits zu Zahnstein verhärtet, können Sie ihn nicht mehr selbst durch Zähneputzen entfernen. Deshalb sollte der Zahnstein in einer Zahnarztpraxis entfernt werden. Wenn Sie regelmäßig Ihre Vorsorgetermine wahrnehmen, findet die Entfernung ohnehin statt. Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf zwei Kontrolluntersuchungen pro Jahr.

Die Kosten für die Zahnsteinentfernung übernimmt die Krankenkasse einmal jährlich. Eine Zahnsteinentfernung kann dazu beitragen, Zahnfleischentzündungen, Parodontitis und Karies vorzubeugen.

Was bringt eine professionelle Zahnreinigung?

Zusätzlich zur Zahnvorsorge und -behandlung bieten die meisten Zahnarztpraxen eine professionelle Zahnreinigung (PZR) an. Diese umfasst die Entfernung harter und weicher Zahnbeläge, die Reinigung von Zahnzwischenräumen, die Politur der Zahnoberfläche, das Auftragen von fluoridhaltigen Lacken oder Gelen sowie die Beratung zur individuellen Mundhygiene.

Eine professionelle Zahnreinigung ist eine private Leistung. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten jedoch ganz oder teilweise als freiwillige Zusatzleistung.

Wer sich von der professionellen Zahnreinigung dauerhaft strahlend weiße Zähne erhofft, kann enttäuscht sein. Zahnverfärbungen, die durch Kaffee, schwarzen Tee oder Rauchen entstehen, kehren nach der Behandlung schon nach wenigen Wochen zurück – es sei denn, man verzichtet vollständig auf diese Auslöser.

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Kassenärztliche Bundesvereinigung:

Wie entsteht Karies?

Parodontitis: Ursachen und Auswirkungen.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (2023): Zahnfleischentzündung und Parodontitis. Welche Vor- und Nachteile hat die professionelle Zahnreinigung?

Bundesministerium für Gesundheit (2021): Mundhygiene und Zahnvorsorge für gesunde Zähne.

European Centers for Dental Implantology (ECDI) (2026): Plaque: Ursachen und Entfernung von Zahnbelag.

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