Verhütung

Auf die Größe kommt es an: So finden Sie die richtige Kondomgröße

Veröffentlicht am:18.08.2020

aktualisiert am 02.08.2021

4 Minuten Lesedauer

Sitzt es zu locker, kann es abrutschen. Ist es zu eng, kann es platzen. Klar ist: Das Kondom muss gut passen – für einen sicheren Schutz vor Schwangerschaft und Geschlechtskrankheiten. Wie Sie Ihre Kondomgröße richtig berechnen, erfahren Sie hier.

Banane mit übergezogenem Kondom neben einem Maßband

© iStock / bajinda

Wie beliebt ist das Kondom als Verhütungsmittel und welche Vorteile bietet es?

Das Kondom ist das meistgenutzte Verhütungsmittel in Deutschland – und hat damit die Pille vom ersten Platz verdrängt. 53 Prozent der sexuell aktiven Erwachsenen zwischen 18 und 49 Jahren verhüten mit Kondom. 38 Prozent setzen auf die Pille, so eine repräsentative Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), heute Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), aus dem Jahr 2023.

Kondome verhindern nicht nur ungewollte Schwangerschaften, sondern schützen auch vor der Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten wie HIV, Syphilis, Chlamydien, HPV, Herpesviren, Hepatitis und Gonorrhoe. Voraussetzung ist der korrekte Gebrauch des Kondoms.

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Was passiert, wenn das Kondom zu groß oder zu klein ist?

Das Kondom ist nach der Pille das meistgenutzte Verhütungsmittel in Deutschland. 46 Prozent der sexuell aktiven Frauen und Männer verlassen sich laut einer Untersuchung des Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BiÖG) auf die doppelte Schutzwirkung des Gummis, das nicht nur ungewollte Schwangerschaften, sondern auch die Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten verhindern kann.

Voraussetzung: der korrekte Gebrauch des Kondoms. Sein Pearl-Index – das Maß, das die Sicherheit des Verhütungsmittels angibt – ist 2–12. Das heißt, dass bei richtiger Anwendung zwei von 100 Frauen innerhalb eines Jahres schwanger werden. Bei falscher Anwendung sind es bis zu zwölf von 100.

Ein Kondom wurde auf einen Finger aufgezogen.
Die richtige Kondomgröße wählen.

© iStock / PeopleImages

Die falsche Anwendung kann bereits beim Aufreißen der Kondome beginnen. Besondere Vorsicht ist zum Beispiel bei spitzen Gegenständen und langen Fingernägeln geboten, die schnell winzige Löcher in die dünne Latextüte gebohrt haben. Auch das Ablaufdatum sollte vor der Benutzung kontrolliert werden.

Einer der Hauptfaktoren, die den Pearl-Index negativ beeinflussen, ist aber die Wahl der falschen Kondomgröße. Untersuchungen haben gezeigt, dass Standardgrößen vielen Männern gar nicht passen. 82,4 Prozent liegen laut der Untersuchung eines Kondomherstellers bei der Größeneinschätzung ihres besten Stücks daneben und kaufen falsche Größen.

Manchmal sind die gewählten Kondome zu klein und einschnürend, oft zu groß und locker, wie Studien belegen. Beide Fälle können das Vergnügen und auch die Schutzfunktion zunichtemachen. Das perfekte Präservativ lässt sich an folgenden Merkmalen erkennen:

  • es lässt sich ohne Probleme und Schmerzen abrollen,
  • es schmiegt sich glatt, also ohne Luft und Falten, an den Penis an,
  • es sitzt so eng, dass es nicht verrutschen kann und nicht unangenehm ist,
  • es ist auf dem erigierten Glied kaum zu spüren, wenn es die richtige Größe hat.

Richtig verhüten mit der AOK

Wenn es um Fragen zur richtigen Verhütung geht, steht Ihnen die AOK mit Rat zur Seite.

Welche Kondomgröße ist die richtige und wie berechne ich sie?

Die gute Nachricht zuerst: Die Berechnung der richtigen Kondomgröße kommt ohne komplizierte Formeln aus. Am einfachsten geht es so: Um den Durchmesser des erigierten Penis zu messen, wird ein Maßband angelegt. Denn entscheidend ist nicht die Länge, sondern die Breite. Der gemessene Penisumfang bestimmt die Kondomgröße. Auch wer nur ein Lineal zur Hand hat kann diese berechnen: Entweder indem man ein Hilfsmittel, etwa einen Faden, um den Penis legt und anschließend die Länge von diesem misst oder mit Unterstützung eines Taschenrechners: Dabei wird das Lineal unter den erigierten Penis gelegt – etwa auf Höhe der Schaftmitte. Dann wird die Breite abgelesen und mit 3,14 multipliziert. So erhält man den Umfang. Beispiel: Bei einem gemessenen Durchmesser von vier Zentimetern (mal 3,14) ergibt sich ein Umfang von etwa 12,5 Zentimetern.

Der Penisumfang und optional auch die Penislänge können online in ein Kondometer eingegeben werden, beispielsweise auf liebesleben.de, einer Initiative zur Förderung sexueller Gesundheit des BiÖG. Mit diesen Daten kann der Rechner dann die richtige Kondomgröße bestimmen. Kondome gibt es in den Größen 47 bis 69. Viele Hersteller empfehlen, drei „benachbarte“ Größen auszuprobieren, um die ideale für sich zu finden. Die Kondomgröße wird auf allen Verpackungen – meistens an der Außenseite – angegeben. Alternativ zu dem Kondometer gibt es in der Kondom-Größentabelle die Penisumfänge und die dazugehörigen Kondomgrößen in der Übersicht:

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PenisumfangKondomgröße
9,0 – 9,6 cm45
9,6 – 10,2 cm47
10,2 – 10,8 cm49
10,8 – 11,4 cm52
11,0 – 11,6 cm53
11,4 – 12,0 cm54
11,6 – 12,2 cm55
11,8 – 12,4 cm56
12,0 – 12,6 cm57
12,2 – 12,8 cm58
12,6 – 13,2 cm60
13,2 – 13,8 cm64
13,8 – 14,4 cm69
14,4 – 15,0 cm72
Fachlich geprüft
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Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) (2025): Leitlinie „Nicht-hormonelle Empfängnisverhütung".

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2023): „Verhütungsverhalten Erwachsener 2023“ – Repräsentative Wiederholungsbefragung.

Chadbourne, Elizabeth. (2020): Condom Size Matters: The Importance of Condom Fit in Safe and Pleasurable Penetrative Sex. Diss. Mailman School of Public Health, Columbia University, 2020.

Sanders, Stephanie et al. (2012): Condom use errors and problems: a global view. Sexual Health. 9. 81-95.

Deutsches Ärzteblatt (2019): Pille und Kondom meistgenutzte Verhütungsmittel.

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