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Kräuter der Saison: Was kann ich wann pflücken?

Veröffentlicht am:26.08.2022

5 Minuten Lesedauer

Wer sich ein Kräuterbeet zulegt, braucht den Saisonkalender, denn fast jede Jahreszeit hat saisonale Kräuter zu bieten. Wir haben eine Übersicht, wann Sie Waldmeister, Basilikum und Co. ernten können und warum die Kräuter so gesund sind.

Saisonale Kräuter hängen in kleinen Sträußen an einer Kordel.

© iStock / kerdkanno

Inhalte im Überblick

    Diese Kräuter haben im Frühling Saison

    Mit Beginn des Frühlings sind die ersten Kräuter erntereif. Hier finden Sie eine Übersicht:

    Bärlauch

    Ab Mitte April lässt sich Bärlauch vor allem in schattigen Laubwäldern finden. Um sicher zu gehen, dass es kein giftiger Doppelgänger wie zum Beispiel Maiglöckchen, Herbstzeitlose, Aronstab und Weißwurz ist, einfach ein Blatt zwischen den Fingern reiben. Der entstehende Knoblauchgeruch verrät, dass es sich um Bärlauch handelt. Um die Natur zu schonen, darf nur ein Blatt pro Pflanze gepflückt werden – und zwar ganz unten am Stiel. Als Heilpflanze wirkt Bärlauch antibakteriell. Auch für unseren Darm tut das Gewächs etwas Gutes. Ihm wird eine krampflösende Wirkung nachgesagt.

    Kerbel

    Kerbel ist überwiegend an Waldrändern zu finden – jedoch fast nur im Süden Deutschlands. Die Pflanze gehört wie Petersilie, Dill und Liebstöckel zu den Doldenblütlern und ist ab Mai erntereif. Sowohl die Blätter als auch die Blüten sind essbar. Kerbel ist reich an Vitamin C und gilt als entzündungshemmend.

    Liebstöckel

    Liebstöckel wird dank seines kräftigen Eigengeschmacks auch gerne als „Maggiekraut“ bezeichnet, da die Gewürzsauce einen ähnlichen Geschmack wie Liebstöckel hat. Ab Mai ist das Kraut auf Wiesen und an Wegrändern zu finden. Man braucht etwas Glück – Liebstöckel kommt in der Natur nur selten vor, lässt sich aber gut im eigenen Garten anpflanzen.

    Sauerampfer

    Ab April ist Sauerampfer pflückreif. Dank seiner großen Ausbreitung ist das Kraut nicht schwer zu finden – vor allem auf Wiesen und an Waldrändern. Das Kraut hat ein leicht säuerliches Aroma. Beim Pflücken dürfen die Blätter noch nicht zu rot sein, dann ist die Konzentration von Oxalsäure besonders hoch. Oxalsäure ist auch in Rhabarber und Spinat zu finden und kann beim Verzehr sehr großer Mengen zur Bildung von Nierensteinen beitragen. Durch Abkochen wird die Konzentration verringert. Sauerampfer ist reich an Vitamin C und Eisen.

    Waldmeister

    Waldmeister ist vor allem in Getränken und Desserts beliebt. Saison hat er nur im Mai und Juni, dann ist er in Laubwäldern zu finden. Aber: Es wird empfohlen Waldmeister nur in geringen Mengen (maximal etwa 3 Gramm pro Liter) zu verwenden, da er (gering konzentriert) Cumarine enthält. Diese beeinflussen die Blutgerinnung und führen in großen Mengen zu Kopfschmerzen und Übelkeit. In der Volksheilkunde wird Waldmeistertee beispielsweise bei Magenschmerzen und Schlaflosigkeit eingesetzt.

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    Sommerkräuter: Vielfältig und aromatisch

    Durch die hohen Temperaturen sind im Sommer vor allem mediterrane Kräuter reif zum Pflücken:

    Basilikum

    Das beliebte Kraut verleiht nicht nur jedem Gericht ein italienisches Flair, sondern es stärkt auch das Immunsystem. Es gilt aufgrund seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Inhaltsstoffe als Heilpflanze.

    Koriander

    Koriander gilt als wirksames Heilkraut. Es lindert Magen-Darm-Beschwerden und wirkt gegen bakterielle Infektionen. Besonders in der asiatischen Küche ist Koriander eine beliebte Zutat und gibt Reis- und Currygerichten eine besondere Würze.

    Beifuß

    Auch Beifuß besitzt Heilkräfte: Es wird vor allem bei Verdauungsbeschwerden und während der Menstruation gegen Krämpfe eingesetzt. Dazu die Blätter mit heißem Wasser aufgießen, fünf bis sieben Minuten ziehen lassen und trinken.

    Bohnenkraut

    Das stark verzweigte Bohnenkraut besitzt einen würzigen Duft und schmeckt dezent nach Pfeffer. Als Heilkraut hilft Bohnenkraut gegen Blähungen, es fördert die Verdauung und bei Husten lindert es die Reizung der Schleimhaut.

    Borretsch

    Borretsch eignet sich besonders gut für den heimischen Anbau auf der Fensterbank und ist von Juni bis August erntereif. Die nach Gurken schmeckenden Blüten und Blätter stärken Herz und Nieren und haben außerdem eine harntreibende Wirkung.

    Dill

    Dill stammt ursprünglich aus dem Mittelmehrraum und sollte nicht gekocht, sondern frisch serviert werden, da es sonst sein würziges und leicht süßliches Aroma verliert. Dill wirkt appetitanregend und verdauungsfördernd.

    Estragon

    Estragon ist ein wahres Allroundtalent und wird vor allem in der französischen Küche für Soßen verwendet. Es regt die Verdauung und kurbelt den Stoffwechsel an, sollte aber nur in Maßen genossen werden. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung kann das enthaltene Estragol krebserregend sein.

    Gartenkresse

    Die Gartenkresse ist gut geeignet für den Anbau im eigenen Kräuterbeet und gehört zu den nährstoffreichsten Kräutern überhaupt. Kresse enthält neben Eisen und Calcium, auch Vitamin A und C. Gartenkresse wird eine entgiftende Wirkung nachgesagt und eignet sich daher gut bei Hautunreinheiten.

    Eine Frau gießt ihr Kräuterbeet.

    © iStock / Patrick Daxenbichler

    Kräuter pflücken im Herbst

    Auch im Herbst gibt es eine große Auswahl an heimischen Kräutern, die frisch aus dem Gartenbeet geerntet werden können:

    Kümmel

    Kümmel ist ein Traditionsgewürz und schon seit Jahrtausenden bekannt für seine verdauungsfördernde Wirkung. Kümmel empfiehlt sich daher insbesondere als Zugabe bei Gerichten mit blähenden Zutaten wie Hülsenfrüchten und Zwiebeln. Darüber hinaus enthält Kümmel viele Ballaststoffe. Diese sorgen dafür, dass Darmgifte gebunden und die Verdauung gefördert wird.

    Majoran

    Majoran wird eine hormonell ausgleichende Wirkung nachgesagt und eignet sich deshalb bei Menstruationsbeschwerden. Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Majoran sollte aufgrund seiner Inhaltsstoffe Arbutin und Hydrochinon nur gelegentlich verzehrt werden, da diese im Verdacht stehen, krebserregend zu sein.

    Oregano

    Oregano ist in der italienischen Küche nicht wegzudenken. Aber das Kraut ist nicht nur aufgrund seines Geschmacks beliebt, sondern gilt zudem als sehr gesund! Es hat antioxidantische Eigenschaften, welche wirksam gegen Keime und Bakterien sind.

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    Petersilie

    Petersilie kann kraus oder glatt sein und ist eine echte Vitamin-C-Bombe: Sie enthält so viel wie Zitrusfrüchte und liefert zudem noch Kalzium und Magnesium.

    Pfefferminze

    Wer unter Kopfschmerzen, Erkältungssymptomen oder Magen-Darm-Beschwerden leidet, dem hilft der Griff zu Pfefferminze. Das enthaltende ätherische Öl Menthol löst Schleim und gilt als entzündungshemmend und schmerzlindernd.

    Rosmarin

    Erschöpft und ausgelaugt? Greifen Sie zu Rosmarin. Das beliebte Kraut enthält wertvolle, ätherische Öle, wirkt vitalisierend und kurbelt den Kreislauf an.

    Salbei

    Salbei ist vor allem für seine desinfizierende und keimtötende Wirkung bekannt und gilt als gute Wahl bei Halsschmerzen und Zahnfleischentzündungen.

    Schnittlauch

    Schnittlauch eignet sich perfekt zum Anpflanzen im eigenen Garten und verleiht besonders Salatsoßen eine extra Portion Würze. Aber Schnittlauch hat noch mehr zu bieten: Es enthält viel Vitamin C, Kalium und Eisen, das gut vom Körper aufgenommen werden kann.

    Thymian

    Thymian ist nicht nur ein aromatisches Gewürz, das ideal zu Schmorgerichten passt, sondern hat auch eine antibiotische Wirkung. Dank des enthaltenen Öls Thymol wirkt es zuverlässig gegen Bakterien, Pilze und Viren. Auch bei Magen-Darm-Beschwerden und Atemwegsinfektionen kommt es zum Einsatz.

    Zitronenmelisse

    Zitronenmelisse ähnelt der Pfefferminze in der Form, schmeckt und duftet aber nach frischer Zitrone und passt daher gut zu sommerlichen Gerichten. Durch die enthaltenen ätherischen Öle wirkt sie entspannend und verdauungsfördernd.

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