Gesunde Ernährung
Konterbier und andere Alkohol-Mythen im Faktencheck
Veröffentlicht am:04.03.2021
aktualisiert am 24.06.2026
8 Minuten Lesedauer
Vertragen Frauen weniger Alkohol als Männer, fördert Schnaps die Verdauung und hilft ein Konterbier gegen den Kater danach? Rund um das Thema Alkohol gibt es viele Mythen. Welche ihrem Ruf gerecht werden und welche bloß Schnapsideen sind.

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Inhalte im Überblick
- Irrtümer und Mythen über Alkohol: Was stimmt wirklich?
- Schafft Essen eine Grundlage, um nicht so schnell betrunken zu werden?
- Schützt Alkohol vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen?
- Ein bisschen Alkohol kann doch nicht schaden?
- Schläft man nach ein paar Gläschen besser
- „Bier auf Wein, das lass‘ sein – Wein auf Bier, das rat' ich Dir?“
- Macht ein Strohhalm schneller betrunken?
- Hilft das Konterbier wirklich gegen den Kater?
- Tötet Alkohol Gehirnzellen ab?
- Fazit: Viele Mythen – wenig Wahrheit
Irrtümer und Mythen über Alkohol: Was stimmt wirklich?
Alkohol ist buchstäblich in aller Munde: Deutsche konsumieren pro Kopf und Jahr 88 Liter Bier, 19 Liter Wein, 5,1 Liter Spirituosen und 3,2 Liter Schaumwein beziehungsweise Sekt. Verglichen mit anderen Nationen bewegen sich die Werte im oberen Drittel.
Angesichts dieser Zahlen ist es wichtig, zu verstehen, wie Alkohol wirkt – und welche oft zitierten Legenden so nicht zutreffen. Die wichtigsten Mythen:
Schafft Essen eine Grundlage, um nicht so schnell betrunken zu werden?
Ja und nein. Alkohol gelangt aus einem gut gefüllten Magen langsamer ins Blut, als wenn man nichts gegessen hat. Zusätzlich Wasser zu trinken, mildert den Effekt ebenfalls ab. Die gesundheitlichen Risiken durch einen übermäßigen Alkoholkonsum verringern sich dadurch aber nicht.
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Schützt Alkohol vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen?
Nein! Der Mythos, dass ein Glas Rotwein am Abend gut für das Herz sei, hält sich hartnäckig, ist aber längst widerlegt. Methodisch hochwertige Studien zeigen, dass Alkohol nahezu jedes Organsystem schädigt – auch das Herz und die Blutgefäße.
Ein bisschen Alkohol kann doch nicht schaden?
Falsch! Forschende zählen Alkohol zu den zehn wichtigsten Risikofaktoren für verschiedene Krebserkrankungen: Tumore der Mundhöhle, des Rachens, der Speiseröhre, der Leber, des Dünndarms, des Dickdarms und bei Frauen auch der Brust zählen hierzu.

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Schläft man nach ein paar Gläschen besser
Nein! Man schläft nach dem Genuss von Alkohol zwar schneller ein, der Schlaf selbst ist jedoch wenig erholsam: Es kann zu häufigen Schlafstörungen kommen. Statt im Schlaf Erholung zu finden, ist der Organismus damit beschäftigt, den Alkohol abzubauen.
Dadurch verkürzen sich die Tiefschlafphasen, man schläft unruhig und wacht häufig auf. Wichtig ist: Wenn man nur mit Alkohol einschlafen kann, deutet dies auf ein Alkoholproblem hin. Dies ist ein guter Grund, die eigenen Trinkgewohnheiten zu überdenken.
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„Bier auf Wein, das lass‘ sein – Wein auf Bier, das rat' ich Dir?“
Falsch! Die insgesamt getrunkene Menge an Alkohol macht‘s, nicht die Reihenfolge der Getränke. Das berühmt-berüchtigte und gefürchtete „Durcheinandertrinken“ allein entscheidet nicht darüber, wie schnell man betrunken ist.
Macht ein Strohhalm schneller betrunken?
Nein! Oft ist zu lesen, dass der Konsum mit einem Strohhalm schneller betrunken macht: eine Vermutung, die rein wissenschaftlich nicht haltbar ist. Über die Mundschleimhaut kann nur eine kleine Menge an Alkohol aufgenommen werden. Der Großteil wird erst nach dem Schlucken über die Schleimhaut des Dünndarms in den Kreislauf geschickt. Dies liegt daran, dass die Darmschleimhaut viel größer ist, als die Mundschleimhaut und somit mehr Fläche zur Alkoholverstoffwechslung bietet. Ein Strohhalm kann jedoch dazu verleiten, schneller und mehr zu trinken.
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Hilft das Konterbier wirklich gegen den Kater?
Nein! Zahlreiche Hausmittel sollen Beschwerden nach einer durchzechten Nacht lindern, etwa alkoholhaltige Cocktails mit Gemüsesäften („Bloody Mary“, „Virgin Mary“) oder ein „Konterbier“. Auch hier relativiert die Wissenschaft: Tatsächlich verringern sich die Symptome – aber nur, weil der Alkoholspiegel im Blut angehoben wird. Das heißt: Man verschiebt das Problem in Richtung Zukunft, ohne es zu lösen.
Mehr noch: Das sogenannte „Konterbier“ am Morgen danach kann die Katersymptome sogar verstärken und verlängern. Das Ergebnis: Die Leber wird zusätzlich belastet und Symptome wie Kopfschmerzen und Übelkeit sind umso heftiger.
Tötet Alkohol Gehirnzellen ab?
Das stimmt so nicht. Was aber stimmt, ist, dass Alkohol die Kommunikation zwischen den Gehirnzellen stört. Das Denken wird während des Rauschs verlangsamt. Wird regelmäßig Alkohol getrunken, schädigt dies die Gehirnzellen. Vor allem Kinder und Jugendliche sind hier gefährdet – denn ihre Gehirnentwicklung ist noch nicht abgeschlossen.
Regelmäßiger, starker Alkoholkonsum kann nicht nur die Denkleistung mindern, sondern bis hin zu Demenz führen. Eine mögliche Rolle könnten Eisenablagerungen im Gehirn spielen, die durch einen Vitamin-B-1-Mangel, der häufig bei gesteigertem Alkohlkonsum auftritt, begünstigt werden.
Aber: Wer auf Alkohol verzichtet, gibt seinem Gehirn die Möglichkeit, bestimmte Gehirnfunktionen auch wieder zu verbessern.
Fazit: Viele Mythen – wenig Wahrheit
Der Faktencheck zeigt, dass nichts für Alkohol spricht. Viele Mythen verharmlosen den Konsum oder geben wissenschaftlich nicht haltbare Tipps gegen den „Kater“. Wer ganz auf Alkohol verzichtet, tut am meisten für die eigene Gesundheit.
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